Wo diese Gelder tatsächlich werthaltig investiert worden sind, ergibt sich aus den veröffentlichen Zahlen des Konzerns nicht. Unter anderem sollten die Gelder in die Fonds Iberosol und Andasol fließen und für die Realisierung solarthermischer Kraftwerke in Spanien verwendet werden.
Noch im Frühjahr 2011 bot die Solar Millennium AG Inhaber-Teilschuldverschreibungen an, die mit 6% verzinst sein sollten. Alle Anleger die diese Anleihe gezeichnet haben müssen jetzt um ihre Einlage fürchten.
Nach den Angaben des letzten veröffentlichten Geschäftsberichts, dürften zumindest Teile der bei den Anlegern eingesammelten Gelder in Höhe von rund € 67 Millionen an die Marquesado Solar S.L. als Darlehen weitergereicht worden sein. Des Weiteren werden rund € 18 Millionen als Beteiligungen an verbundenen Unternehmen ausgewiesen, unter anderen an der Inner Mongolia STP Development Co. Ltd. Mit den ebenfalls ausgewiesenen € 18 Millionen für immaterielle Vermögenswerte und rund € 85 Millionen an flüssigen Mitteln und Wertpapieren, sind rund € 188 Millionen Anlegergelder nicht unmittelbar in solarthermische Kraftwerke investiert worden.
Für Irritationen sorgten in der Vergangenheit bereits die Berufung von Prof. Dr. Utz Claasen zum 20.01.2010 zum Vorstand der Solar Millennium AG und sein Rücktritt nur 9 Wochen später. Nach Angaben des „Handelsblatts“ hat im September 2011 auch Hannes Kuhn sein Mandat als Aufsichtrat niedergelegt. Kuhn wird auch mit den Insolvenzen der WBG Leipzig West und DM Beteiligungen in Verbindung gebracht.
Am 21.12.2011 hat die Solar Millennium AG einen Insolvenzantrag bei dem Amtsgericht Fürth gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Volker Böhm bestellt.
Alle Anleger sollten daher ihre Ansprüche gegen die Solar Millennium AG prüfen lassen und im Insolvenzverfahren anmelden.
Siehe auch Süddeutsche de.: Finanzskandal bei der Solar Millennium