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30.01.2012, Der Spiegel : FRANK DOHMEN, NILS KLAWITTER

Solarenergie - Heiße Luft in Tüten

Die Gründer von Solar Millennium wollten mit Sonnenkraftwerken Milliardenumsätze erzielen und sammelten von Anlegern Hunderte Millionen ein. Die Pleite des einstigen Branchenstars zeigt, wie wenig Substanz tatsächlich in dem Unternehmen steckte. Die Geschichte von Solar Millennium lässt sich auf zweierlei Weise erzählen. Beide Versionen enden in der Pleite. Der Grund dafür ist allerdings " je nach Sichtweise " völlig unterschiedlich.

Version eins ist die Saga eines Öko-Start-ups, das die verschüttete Technik der Parabolspiegel zum Leben erweckt und Sonnenkraftwerke auf der ganzen Welt errichtet. Es ist die Geschichte von mutigen Managern, die aus dem Nichts kamen und plötzlich als Visionäre gelten. Die im Beisein der Bundeskanzlerin Abkommen in China unterzeichnen, sich in Kalifornien von Arnold Schwarzenegger für ein geplantes Riesenkraftwerk auf die Schulter hauen lassen – und die von der Soul-Diva Dionne Warwick in Brüssel vor laufenden Fernsehkameras den Energy Globe Award entgegennehmen, eine Art Oscar der Energiebranche.

Und wenn nach dieser fast unglaublichen Erfolgsstory jetzt plötzlich im Dezember 2011 die Pleite über das Erlanger Unternehmen kam, dann nur, weil einige Miesmacher am Werk waren und ein paar Millionen fehlten für die Zwischenfinanzierung.

Oder ein paar hundert Millionen.

Die zweite Version ist nicht ganz so märchenhaft. Sie handelt von Anlegern, die um dreistellige Millionensummen bangen müssen. Es ist auch die Geschichte eines kaum mehr überschaubaren Firmengeflechts und von In-sich-Geschäften, die Umsätze vorspiegelten, die nicht gegeben waren. Von horrenden Beratungshonoraren und dubiosen Firmen in Dubai und der Schweiz.

Einiges spricht dafür, dass diese zweite Version der Wirklichkeit etwas näher kommt.

Es muss irgendwann 1997 gewesen sein, als er sich mit Henner Gladen und Johannes Kuhn zusammengesetzt hat, erinnert sich Harald Schuderer. Der Jurist, der vorher in der Versicherungsbranche tätig war, ist so etwas wie die Keimzelle von Solar Millennium. Es war Schuderer, der erste Erfahrungen mit Öko-Fonds gesammelt hatte und wusste, wie man Vertriebstrupps zusammenstellte. „Über einen Magazinartikel bin ich damals auf die Parabolrinnentechnik gestoßen“, erzählt Schuderer, darauf habe er sofort seinen Kompagnon, den Ingenieur Gladen, angesetzt.

Aus der Idee machte Schuderer rasch die ersten Fondsprospekte, um Geld einzusammeln, unterstützt von seinem Steuerberater Johannes Kuhn. „Zukunft finanzieren“, stand vorn auf den Broschüren, und drinnen wimmelte es von opulenten Kraftwerksanimationen und Kooperationspartnern. Einige, etwa das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, wollten allerdings gar nichts mit Solar Millennium zu tun haben und verbaten sich eine Nennung.

Eigentlich sei das „heiße Luft in Tüten“, habe ihm eine seiner Vertriebsdamen gesagt, so Schuderer. „Wir hatten ja nichts, außer ein paar Zulieferern, mit denen wir exklusiv zusammenarbeiten wollten.“

Auch die „Schlüsseltechnologie von morgen“ war genau genommen ein alter Hut. Schon 1916 hatte der Deutsche Reichstag eine Parabolrinnen-Demonstrationsanlage in Deutsch-Südwest-Afrika bewilligt. Das Projekt wurde allerdings nicht umgesetzt – es war Krieg, und zudem sind derartige Kraftwerke bis heute sehr kostspielig. Nötig sind nicht nur kilometerlang aneinandergereihte gebogene Spiegel, sondern auch Absorberrohre, auf die die Sonnenstrahlung gelenkt wird und in denen sich ein Thermoöl auf 390 Grad erhitzt. Das heiße Öl fließt in einem Kraftwerksblock durch einen Wärmetauscher und erzeugt Wasserdampf, der eine Turbine antreibt, die Strom erzeugt. Kompakt und günstig – wie etwa Photovoltaik – ließ sich die Parabolrinne nie verbauen.

Die Öko-Vision schien dennoch zu zünden: Schnell hatten die Gründer über 30 Millionen Mark beisammen. Sie konnten reisen, stießen mal hier eine Kooperation an, machten mal da ein wenig Wind. Sie waren nun ein richtiges Start-up.

Die Zentrale der Firma blieb über Jahre Schuderers verwittertes Haus auf einer Insel in der Regnitz, die durch Erlangen fließt. Bis heute ist der Firmenschriftzug am Eingang erhalten. In den Werkräumen einer ehemaligen Poliererei saßen die Gründer fast jede Woche zusammen, 2001 stieß als Beraterin die spätere Familienministerin Renate Schmidt dazu. Schmidt, erinnert sich Schuderer, habe politisch Türen geöffnet – offenbar ziemlich weit: Bereits 2002 erhält die Firma vom Bund eine „Millionenförderung“.

Doch der Hype stieß nicht überall auf Verständnis: Erste Fondsanleger wurden nervös und forderten Gegenwerte für ihr Geld, während die Gründer über einen Börsengang sinnierten.

Als Problemlöser empfahl sich Steuerberater Kuhn. Die Einlagen der Fondszeichner wurden mit der Solar Millennium AG verschmolzen. Die Gläubiger wurden dabei auf Distanz gehalten: Dank eines mit blühenden Aussichten unterfütterten Gutachtens waren das Unternehmen und seine Visionen längst mehr wert als die eingezahlten Fondsmillionen. Wohlwollende Gutachten dieser Art spielten auch beim Firmengeflecht der Düsseldorfer DM Beteiligungen eine Rolle. Dort, vermutet die Staatsanwaltschaft, könnten mit Kuhns Hilfe Tausende Anleger per Schneeballsystem ausgenommen worden sein. Kuhn bestreitet das.

Mit Solar Millennium, glaubt Schuderer, habe Kuhn plötzlich „die Chance gesehen, der Erlanger Provinz zu entkommen und ein ganz großes Rad zu drehen“. Als einer der Hauptkunden Kuhns galt damals der umtriebige Kaufmann Jürgen Schlögel, der zahlreiche Firmen steuerte, auch die DM Beteiligungen in Düsseldorf.

Schon lange vor dem Börsengang im Jahr 2005 bekam Kuhn bei der Sonnenfirma die Strippen in die Hand. Rund 40 Prozent der Aktien soll Kuhn vor dem Börsengang angehäuft haben, indem er Bezugsrechte aufkaufte – inklusive der Beteiligung von Schuderer, wobei dieser am späteren Verkaufserlös seiner Aktien beteiligt werden sollte.

Da Schuderer noch keinen Cent des zwischenzeitlich millionenschweren Aktienpakets gesehen hat, streiten sich die Gründer inzwischen vor Gericht. Schuderers Problem ist, dass die Aktien nicht Kuhn hält, sondern eine Firma Balance Dubai. Über dieses Unternehmen wickelte Kuhn auch Geschäfte für die DM Be- teiligungen ab, so die Anklageschrift der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft. Die ermittelt gegen Johannes Kuhn im DM-Zusammenhang wegen Betrugs. Kuhn will sich zu aktuellen Fragen nicht äußern und lässt sämtliche Beschuldigungen durch seine Anwälte bestreiten.

Kuhns Gespür vor dem Börsengang schien sich jedenfalls auszuzahlen: Allmählich nahm der Aktienkurs Fahrt auf, der Sonnen-Hype schien sich auszuzahlen. Die Manager reisten auf Staatsbesuche mit der Bundeskanzlerin, Kuhn war jetzt sogar Aufsichtsrat. Kraftwerke waren noch immer nicht am Netz, Projekte in Spanien oder den USA zogen sich über Monate und Jahre hin. Nennenswerte Erfolge, mit denen man Anleger hätte beruhigen können, gab es bis 2009 nicht.

Und so machten sich die Manager an die Arbeit, das Zahlenwerk der kleinen Aktiengesellschaft auf unkonventionelle Art und Weise ein wenig hübscher aussehen zu lassen als es offenbar war.

Der simple Trick: Kraftwerksanteile in Spanien etwa wurden – obwohl noch nicht einmal fertiggestellt – an eines der zahlreichen mit Solar Millennium verbundenen Unternehmen verkauft.

Geld floss bei diesen Transaktionen offenbar nicht. Die Käuferfirmen waren geschickt ausgewählt. Sie tauchten im Konzernabschluss von Solar Millennium nicht auf, mussten nicht konsolidiert werden, wie Bilanzprofis das nennen. Für Außenstehende konnten die internen Buchungen so aussehen, als hätten die Sonnenverkäufer aus Erlangen tatsächlich kräftige Umsätze erzielt. Passiert jedoch war eigentlich gar nichts.

Mal waren es rund sieben Millionen Euro, die Solar Millennium für einen Anteil an dem erst wesentlich später verkauften Kraftwerk Andasol 3 verbuchte. Mal waren es geschickt oder missverständlich formulierte Unternehmensmeldungen, die den Anschein millionenschwerer Geschäfte erweckten. Ende 2006 etwa meldete Solar Millennium, die General-Electric-Tochter GE Energy Financial Services habe 80 Prozent an der Solar Millennium Beteiligungen GmbH übernommen. Tatsächlich hat GE wohl nie Anteile gehalten.

Auch vor Geschäften mit Firmen im Schweizer Steuerparadies Zug hatte das Solar-Millennium-Management keine Scheu. So kaufte die Firma Cross Capital Ende des Jahres 2009 25 Prozent an dem geplanten Kraftwerk Ibersol in Spanien. Denselben Anteil verkaufte die Schweizer Gesellschaft nur wenige Monate später wieder an Solar Millennium zurück.
Die auffälligen Buchungen blieben nicht unbemerkt. Bilanzkundige begannen sich die Augen zu reiben, kritische Berichte mehrten sich.

Finanziert wurde Solar Millennium zu diesem Zeitpunkt immer noch durch die Gelder von immer neuen Anlegern, die mit rosigen Zukunftsaussichten und hohen Renditeerwartungen geworben wurden.

So sollte etwa das Kapital für eine spanische Kraftwerksgesellschaft, so das Versprechen, nicht nur nach drei Jahren zurückfließen, sondern noch über 35 Jahre üppig verzinst werden. „Das scheint nicht nur aus kaufmännischer Sicht völlig unschlüssig“, so der Berliner Anwalt Manfred Resch, der Solar-Millennium-Anleger vertritt.

 

Schließlich wurde eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft eingeschaltet, die die Bilanzen von Solar Millennium inspizierte und auch diverse Korrekturen veranlasste. Eine strafbare Handlung vermochten die zwischenzeitlich eingeschalteten Ermittler der Nürnberger Staatsanwaltschaft damals nicht zu entdecken.
Anders als ihre Düsseldorfer Kollegen. Die ermittelten in einem scheinbar völlig anderen Fall etwa zeitgleich gegen jenen Mann, der auch bei Solar Millennium die Fäden gezogen haben soll: den Steuerberater und Unternehmer Johannes Kuhn. Zusammen mit DM-Lenker Schlögel soll Kuhn für einen der spektakulärsten Anlegerskandale der vergangenen Jahre mitverantwortlich sein.

Konkret geht es um die Pleite des Düsseldorfer Unternehmens DM Beteiligungen im Jahr 2006, das, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, zusammen mit der Leipziger Wohnungsbaugesellschaft West ein ausgeklügeltes Schneeballsystem aufgebaut hatte. Allein bei der Düsseldorfer Firma sollen 9000 Privatanleger mehr als 90 Millionen Euro verloren haben.

Fast vier Jahre hat die Staatsanwaltschaft in dem Fall ermittelt. Die noch nicht zugelassene Anklage belastet Kuhn schwer. Es geht um Betrug. Und in Teilen zumindest weist der Fall in Düsseldorf Parallelen zu Solar Millennium auf.

Bei DM Beteiligungen ging es laut Staatsanwaltschaft um kreative Bilanzen, überaus optimistische Gutachten und das Verschieben von teilweise wenig werthaltigen Unternehmensanteilen – durch Schlögel im Zusammenspiel mit dem Angeschuldigten Kuhn.

So verkaufte die DM Beteiligungen etwa im Jahr 2003 einen 24-prozentigen Anteil an einer US Firma mit dem Namen GC Power Corporation für 8,76 Millionen Euro. Käufer war eine Schweizer Firma, die nach Untersuchungen der Staatsanwaltschaft in Düsseldorf von einem der Angeschuldigten selber kontrolliert wurde. Geld floss bei dem Deal offenbar nicht. Und dem verkauften Unternehmen wurde auch kaum ein realistischer Wert unterstellt, eineinhalb Jahre zuvor hatte es DM Beteiligungen für nur 200 000 Euro übernommen. Kuhn bestreitet in einer Aussage an dem Geschäft beteiligt gewesen zu sein.

Die Staatsanwaltschaft führt Zeugenaussagen an, nach denen Kuhn bei DM Beteiligungen Einfluss auf Geschäftsführung und Zahlen genommen haben soll. 2004 etwa soll er das Eigenkapital auf elf Millionen Euro taxiert haben. Bei realistischer Betrachtung, so die Ermittler, dürfte damals bereits ein Millionenfehlbetrag aufgelaufen sein. Die Tricks dienten laut Anklage auch der Finanzierung des aufwendigen Lebensstils einiger Angeschuldigter.

Wie Schlögel bestreitet auch Kuhn die Vorwürfe. Er habe nur als Steuerberater agiert, sagt seine Verteidigerin Simone Kämpfer. In das operative Geschäft sei er nicht eingebunden gewesen; strafbare Handlungen habe er nicht begangen.

Allerdings wird Kuhn von Mitstreitern und Zeugen laut Ermittlungsakte schwer belastet. Er gilt für sie als Strippenzieher im Hintergrund.

Auch bei Solar Millennium hatte Kuhn eine starke Position. Und dort trat das Unternehmen Ende 2009 die Flucht nach vorn an. Solar Millennium hatte bis dato zwar immerhin zwei funktionierende Kraftwerke in Spanien aufgestellt, doch die waren verkauft. Blythe, ein Riesenprojekt in Kalifornien, stockte. Es sah nicht sonderlich gut aus für Solar Millennium, doch in der Firma, die inzwischen auch Techniklieferant des Wüstenstrom-Konsortiums Desertec war, träumten viele davon, ein Dax-Unternehmen zu werden.

Kuhn & Co. nahmen deshalb Kontakt zu Utz Claassen auf, der genau der Richtige schien, um Solar Millennium wieder aufzuladen. Claassen, Ex-Seat-Sanierer und Ex-EnBW-Manager, suchte offenbar nach einer standesgemäßen Möglichkeit zum Wiedereinstieg auf die Kommandobrücke – und Kuhn & Co. wollten sie ihm bieten, koste es, was es wolle. Als Antrittsprämie musste Solar Millennium dem Manager neun Millionen Euro hinlegen, die allerdings für die Firma, wie Kuhn zugab, „nicht darstellbar“ waren. Kuhn will sich deshalb mit Aktienoptinen eingedeckt haben, um Claassen damit später zu vergüten. Die Finanzaufsichtsbehörde BaFin ermittelt deshalb wegen des Verdachts auf Insider-Handel (SPIEGEL 36/2011).

Die Kuhn-Truppe legte Claassen auch einen Geschäftsplan vor, in dem sie ihrer Phantasie offenbar völlig freien Lauf ließ. Mehrere Kraftwerksprojekte, die nicht mal einen Namen hatten („N. N.“), befanden sich angeblich teilweise schon im Bau.

Bei den Geschäftszahlen lockte das Unternehmen ebenfalls mit unglaublichen Prognosen. So sollte sich der Umsatz von rund 32 Millionen Euro in sechs Jahren auf 2,4 Milliarden Euro erhöhen. Gleichzeitig sollte der Gewinn vor Steuern von gut 11 Millionen auf 414 Millionen Euro klettern. Den möglichen Aktienkurs taxierte Kuhn gegenüber Claassen auf bis zu 300 Euro, aktuell lag er damals bei knapp 40 Euro.

Die Zusammenarbeit endete nach nur 74 Tagen, weil Claassen die Ziele nach einer Prüfung für völlig irreal hielt. Nun streitet man sich vor Gericht. Claassen fühlt sich getäuscht, er fordert als Schadensersatz von Solar Millennium die unglaubliche Summe von rund 200 Millionen Euro.

Doch inzwischen ist das Unternehmen pleite, es implodierte Ende vergangenen Jahres. In Amerika, wo Kuhn die Firma als „No. 1“ sah, scheiterte die Finanzierung des Kraftwerks in Kalifornien. Ein dreistelliger Euro- Millionenbetrag Anlegergelder stehen dort auf dem Spiel.

Bis zum bitteren Ende gab es noch Geschäfte, über die der Insolvenzverwalter heute nur staunen kann. So war der Firma Solar Hybrid aus Brilon allein die Zusicherung, weiter exklusiv am Standort Blythe verhandeln zu können, über sieben Millionen Euro wert. Das Geld ist kurz vor der Insolvenz tatsächlich geflossen und sollte später verrechnet werden. Das Monopoly scheint demnach weiterzugehen: Bei Solar Hybrid sieht man die „Möglichkeit von Milliardenaufträgen“.


Hinter Solar Hybrid steht Anwalt und Multi-Aufsichtsrat Harald Petersen, der für Solar Millennium schon als Berater tätig war. Die Staatsanwaltschaft in München ermittelt gegen ihn. Es geht um den Verdacht von Marktmanipulation ehemaliger Funktionäre der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. Petersen bestreitet jeden Zusammenhang.

Harald Schuderer, der Gründer von Solar Millennium, überlegt derweil, ob er das alte Firmenschild wirklich an der Tür seines Inselhauses in Erlangen lassen soll. Früher, zu Kriegszeiten, haben sie dort Nebelgranaten gebaut.

 

FRANK DOHMEN, NILS KLAWITTER

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