Future Business ++ Müssen Anleger Ausschüttungen zurückzahlen?

Future Business Insolvenzverwalter Kübler hat den Zeichnern der Genussrechte der Infinus Future Business einen gehörigen Schrecken eingejagt, als er sie im Juli 2017 zur Rückzahlung erhaltener Ausschüttungen aufgefordert hat. Kübler beruft sich darauf, dass das Geschäftsmodell der Infinus Future Business ein Schneeballsystem gewesen sei.  Die an die Genussrechtsinhaber geleisteten Ausschüttungen seien sogenannte Scheingewinne gewesen. Müssen die Anleger der Future Business zahlen?

Infinus Future Business: Rückforderung von Scheingewinnen
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes besteht bei sogenannten unentgeltlichen Leistungen im Falle der Insolvenz die Möglichkeit, dass der Insolvenzverwalter dieses anficht und die Ausschüttungen zurückverlangen kann. Dieses gilt insbesondere bei einem Schneeballsystem. Ob die Voraussetzungen im konkreten Fall der Future Business vorliegen, scheint zumindest fraglich.

Future Business: Strafprozess zu Schneeballsystem nicht entschieden
Seit 2015 läuft vor dem Strafgericht in Dresden der Prozess gegen die „Macher“ der Future Business Gruppe. Nach dem bisherigen Verfahrensverlauf tut sich die Anklage schwer, ein solches Schneeballsystem nachzuweisen. Alle Angeklagten sind aus der Untersuchungshaft entlassen. Ob tatsächlich ein Betrug aufgrund eines Schneeballsystems vorliegt, wird in naher Zukunft nicht rechtskräftig entschieden sein.

Future Business: Ist der Anleger noch bereichert?

Zudem muss der Anleger der Infinus Future Business Gruppe durch die Ausschüttungen bereichert sein. Anders ausgedrückt, der Anleger darf nicht entreichert sein. Die Rechtslage ist hier zu dieser Frage ausgesprochen komplex. Bereichert ist der Anleger zum Beispiel, wenn die Ausschüttungen genutzt wurden um etwa Schulden zu tätigen. Das wird im Regelfall allerdings nicht der Fall sein. Die meisten Anleger hatten ja ihr freies Geld und haben wegen der günstigen Verzinsung dieses Geld in die Genussrechte der Future Business investiert. Im Regelfall wird also der Anleger „entreichert“ sein weil er sich dafür Dinge geleistet hat, die er sich sonst nicht geleistet hätte. Ist der Anleger der Future Business nicht mehr bereichert, kann er die Rückzahlung an den Insolvenzverwalter  verweigern.

Vor diesem komplexen Hintergrund sollten Anleger der Future Business keineswegs der Aufforderung des Insolvenzverwalters nachkommen und die Ausschüttungen zurückzahlen. Jeder Einzelfall muss geprüft werden!

Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986

Resch Rechtsanwälte bieten den Genussrechtsinhabern der Future Business die kostenlose Prüfung ihres Falles an. Füllen sie den Fragebogen aus oder rufen Sie an unter 030 885 97 70.