Beteiligung an Fonds Geschlossene Fonds

Anlegeranwalt Jochen Resch
Anlegeranwalt Jochen Resch

Millionen von Anlegern vertrauen ihr Geld fragwürdigen Unternehmen an. Sie investieren ihr Geld in geschlossene Fonds. Kann der Anleger kündigen?

Was sind geschlossene Fonds?
Meist tritt der Anleger einem geschlossenen Fonds als Kommanditist bei. Der Anleger zahlt seine Einlage als Einmalzahlung oder als Ratensparzahlung oder er nimmt einen Fremdkredit bei einer Bank auf. Neben der Kommanditbeteiligung werden oft auch stille Beteiligungen oder Inhaberschuldverschreibungen oder Genussrechte angeboten.

Anleger hat nur geringen Einfluss

Allen ist gemein, dass der Anleger nur sehr eingeschränkte Mitbestimmungsrechte an seinem eingesetzten Kapital hat. Oft ist sogar noch zwischen dem Anleger und der Fondsgesellschaft ein Treuhänder eingesetzt. Auch der Treuhänder steht regelmäßig im Lager des Anbieters. Alle wollen nur sein Bestes: Nämlich sein Geld.

 Ausschüttungen sind kein Gewinn

Häufig bekommt er auch Ausschüttungen. Der ahnungslose Anleger verwechselt das mit Gewinnen. Eine Ausschüttung bedeutet regelmäßig nur, dass man Geld bekommt. Oft bekommt nur sein selber eingezahltes Geld in Scheibchen zurückgezahlt. Ausschüttungen zu erhalten bedeutet also nicht, dass der Fonds gut läuft.

Welche Fondsbeteiligungen gibt es?

Für fast alle Wirtschafts- und Marktsegmente gibt es Fondsbeteiligungen. Hier seien nur die Wichtigsten genannt - das sind die Immobilienfonds, die Schiffsfonds, die Ölfonds, die Windkraftfonds, die Venture Capital Fonds, die Lebensversicherungsfonds, die Medienfonds und viele mehr.

Daneben gibt es noch unzählige Spezialfonds auf praktisch allen Gebieten.

Meist nur indirekte Beteiligung

Meist beteiligt sich der Anleger auch nicht direkt an dem, was ihm als „sicher“ suggeriert wird.

Wer sich an einem Immobilienfonds beteiligt, der wird regelmäßig nur an einer Immobilienfondsgesellschaft beteiligt sein, die ihrerseits wieder eine oder mehrere Gesellschaften unterhält, in denen dann tatsächlich Immobilien vorhanden sind.

Wer sich an einem Schiffsfonds beteiligt, beteiligt sich meist nicht direkt an einem Schiff, sondern an der Gesellschaft, die ihrerseits eines oder mehrere Schiffe besitzt.

Wer sich an einem Ölfonds beteiligt, besitzt nicht die Ölquelle. Er beteiligt sich an dem Ölfonds, der sich wiederum an Objektgesellschaften beteiligt, die Öl fördern. Hoffentlich jedenfalls.

Wer sich an einem Venture Capital Fonds beteiligt, beteiligt sich häufig genug an Startup-Unternehmen, deren Marktchancen mehr als fraglich erscheinen. Häufig genug wird von vorn herein gesagt, dass noch entschieden werden wird, woran sich die Fondsgesellschaft beteiligt.

Wer sich an einem Windkraftfonds beteiligt, hat keine Windmühlen, sondern nur die Beteiligung an einer Gesellschaft, die sich an Windparks mit echten Windrädern beteiligt.


Woran ist der Anleger dann tatsächlich beteiligt?

Der Anleger erwirbt also keine Sachwerte, sondern „nur“ einen Anteil an einer Gesellschaft, die wiederum Anteile an einer anderen Gesellschaft hat. Viele Fonds sind sogar so verschachtelt aufgestellt, dass der Anleger gar nicht überblicken kann, an welchen Unternehmungen er wirklich beteiligt ist.

Wie lange läuft ein Fonds?

Die Laufzeit ist höchst unterschiedlich. Kommanditbeteiligungen laufen oft über  zehn, zwanzig oder dreißig Jahre. Gleiches gilt für stille Beteiligungen. Aber es gibt sogenannte „Kurzläufer“ mit einer Laufzeit von wenigen Monaten.

Lange Laufzeiten sind gut für den Fondsanbieter. Über lange Zeit kann ihm niemand wirklich in die Karten schauen.

Da lässt sich der Wert der Beteiligung nur schwer bestimmen. Kurzläufer sind oft ein Warnzeichen. Es muss dringend Geld beschafft werden, sonst können die Ausschüttungen nicht gezahlt werden.

Risiko des Totalverlustes

Allen Fonds ist gemein, dass den Anlegern das Risiko des Totalverlustes droht. Die Beteiligung an einem Fonds ist eben eine unternehmerische Beteiligung. Also ein unternehmerisches Risiko. Bis hin zum Totalverlust.

Schaut man sich die Statistik an, ist das Risiko des Totalverlustes recht hoch. Bei manchen Fondsgesellschaften hat man sogar das Gefühl, dass es eher ein Glücksfall ist, wenn sich das Risiko nicht verwirklicht.

Betrug nicht ausgeschlossen

In nicht so seltenen Extremfällen ist die Beteiligung direkt auf Betrug angelegt und die Initiatoren haben nie die Absicht gehabt, den Anlegern ihr Geld zurückzuzahlen.

Vermittlung durch externe Vertriebe

Zum Verkauf derartiger Beteiligungen werden regelmäßig externe Vertriebe eingesetzt. Aber viele Fonds wurden auch über Banken vermittelt. Das gilt insbesondere für Schiffs- und Flugzeugfonds.

Aus sicheren Anlagen hinein in Risikobeteiligungen

Oft werden in Verkaufsgesprächen Anleger überredet, sichere Beteiligungen wie Lebensversicherungen und Bausparverträge etc. zu kündigen, deren Verzinsung sei zu schlecht. Das stimmt zwar, aber diese Beteiligungen sind sicher. Das kann man eben von den stattdessen empfohlenen Fondsbeteiligungen selten behaupten.

Kann man eine solche Beteiligung kündigen?

Grundsätzlich nicht. Die Laufzeit ist von vorn herein festgelegt und meist über einen langen Zeitraum. Ob ein außerordentliches Kündigungsrecht möglich ist, können Sie die Spezialisten bei Resch Rechtsanwälte fragen.

Wenn der Anleger überredet wurde, eine sichere Beteiligung (Lebensversicherung, Bausparvertrag) zu Lasten einer höchst unsicheren Fondsbeteiligung aufzulösen, liegt regelmäßig ein Beratungsfehler vor. Oft ist auch die Widerrufsbelehrung falsch, sodass der Vertrag auch noch widerrufen werden kann.

Problem Abfindungsguthaben

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes steht dem Anleger gegenüber der Fondsgesellschaft allerdings im Falle der Kündigung  sein Abfindungsguthaben zu, regelmäßig nur ein Bruchteil von dem eingezahlten Geld. Oft ergibt die Abrechnung sogar ein Negativsaldo.

Ratenzahler sind im Vorteil

Bei Ratenzahlern gibt es immer die Möglichkeit, dass die Ratenzahlungen gestoppt werden können und damit Verluste begrenzt sind.

Wann gibt es kompletten Ersatz des Schadens?

Ansprüche gegenüber dem Vertrieb, also auch, wenn die Bank den Vertrieb übernommen hat, umfassen den vollen Schadensersatz. Der Anleger wird so gestellt, als hätte er die Beteiligung nicht gezeichnet. Denkbar sind auch Ansprüche gegen Treuhänder und andere Beteiligte.

Welche rechtlichen Voraussetzungen sind nötig?

Ein Anlageberater muss wahrheitsgemäß und vollständig über die Risiken einer derartigen Beteiligung an einem offenen Fonds aufklären. Das gilt insbesondere auch für die Verkäufer in den Banken. Lässt sich eine Falschberatung nachweisen, haftet der Vertrieb und unter bestimmten Umständen auch die Bank auf Schadensersatz. Resch Rechtsanwälte haben mit Erfolg zahlreiche Verfahren gegen die Banken mit Erfolg geführt.

Imagefilm

Wenn Sie als Kapitalanleger Probleme haben, dann sind Resch Rechtsanwälte für Sie da.
Wenn Sie als Kapitalanleger Probleme haben, dann sind Resch Rechtsanwälte für Sie da.

Referenzen

Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.
Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.