Die Falschberatung ist der wichtigste Hebel, um einem geschädigten Kapitalanleger zu helfen. Der Anlageberater, gleich ob in einer Bank oder in einer Vertriebsorganisation, muss seinen Kunden raten, und zwar Anlager- und Anlagegerecht. Tut er das nicht, ist der Vermittler, bzw. das Unternehmen für das er arbeitet dem getäuschten Kunden zum Schadensersatz oder zur Rückabwicklung verpflichtet. Eine Falschberatung wird auch angesehen, wenn der Anlageberater Tatsachen verschweigt, die für die Entscheidung des Anlegers von Bedeutung sind.

Im Falle des Immobilienvertriebes haftet nicht nur der Vermittler, bzw. der Vertrieb für die Falschberatung, sondern grundsätzlich auch der Verkäufer der Immobilie. Der Verkäufer kann sich nicht hinter dem Vertrieb mit dem Argument verstecken, dass er von alledem nichts wüsste und auch gar nicht gewollt habe. Wer einen externen Vertrieb mit dem Vertrieb seiner Wohnungen beauftragt, haftet grundsätzlich für dessen Falschberatung.

Dieser Grundsatz gilt grundsätzlich nicht, im Verhältnis zu den finanzierenden Banken. Obwohl im Beratungsgespräch die monatliche Belastung des Käufers logischerweise nur unter Einbeziehung des Finanzierungskredites erfolgen kann, hat die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes nach der sogenannten Trennungstheorie entschieden, dass nicht grundsätzlich die Bank diese Falschberatung nicht zurechnen lassen muss. Die Bank habe nur einen Kredit gegeben. Nur in wenigen Ausnahmefällen, wenn die Bank einen erheblichen Wissensvorsprung hat, wird von diesem Grundsatz abgewichen.