Agrofinanz stellt Insolvenzantrag ++ Was können Anleger tun?

Für viele Anleger der Agrofinanz war es ein Schock, obwohl der Schritt zur Beantragung der Insolvenz nach der Anordnung auf Rückabwicklung der bestehenden Verträge durch die BaFin unausweichlich schien. Mit Schreiben vom 30.12.2015 teilte die Agrofinanz ihren Anlegern mit, dass sie die Insolvenz beantragt hat und sämtliche Zahlungen einstellt.


Wie ist der Ablauf des Insolvenzverfahrens der Agrofinanz?


Das zuständige Insolvenzgericht wird prüfen, ob die Voraussetzungen für ein vorläufiges Insolvenzverfahren vorliegen. Wenn dieses bejaht wird, eröffnet das Gericht das vorläufige Insolvenzverfahren und setzt einen vorläufigen Insolvenzverwalter ein. Aufgabe des vorläufigen Insolvenzverwalters ist die Prüfung, welches Vermögen vorhanden ist und ob dieses ausreicht, das Insolvenzverfahren durchzuführen.

Hat die Agrofinanz den Anlegern Eigentum übertragen?

Es werden also wichtige Fragen zu klären sein, ob die Käufer tatsächlich Eigentum an den von ihnen in Ecuador gekauften Bäumen erworben haben. Dies setzt zunächst voraus, dass überhaupt die Palmölbäume existieren und dass nach dem Recht von Ecuador der Käufer an diesen Bäumen Eigentum erwerben konnte. Sollte dieses tatsächlich zutreffen stünden dem Käufer daran nach deutschem Recht Aussonderungsansprüche zu. Inwieweit das auch tatsächlich in Ecuador umsetzbar ist, steht wiederum auf einem anderen Blatt.

Was können Anleger der Agrofinanz jetzt tun?

Derzeit können Anleger der Agrofinanz allerdings noch nichts tun. Regelmäßig meldet sich der vorläufige Insolvenzverwalter bei den Anlegern als Gläubigern und teilt ihnen mit, dass ihre Ansprüche zur Insolvenztabelle anmelden können. Dieses kann noch Wochen oder gar Monate dauern. Das Gericht wird eine Gläubigerversammlung durchführen, in der die Gläubiger über die Situation des insolventen Unternehmens unterrichtet werden. Anleger sei empfohlen, sich weiter auf dieser Internetseite über den Gang der Dinge zu unterrichten.

Persönlich Haftung der Initiatoren der Agrofinanz

Bei Verstößen gegen das Kreditwesengesetz (KWG) stehen dem Anleger grundsätzlich Haftungsansprüche gegen die Initiatoren zu. Dass ein solcher Verstoß vorliegt, behauptet die Bafin. Sie wirft der Agrofinanz vor, unerlaubte Bankgeschäfte betrieben zu haben. Die BaFin hat die sofortige Vollziehung der Rückabwicklung der Verträge angeordnet. Die von Seiten der Agrofinanz eingelegten Rechtsmittel waren bisher erfolglos.