Warnung vor Bonitätsanleihen ++ BaFin droht mit Verbot für Privatanleger

Die Finanzaufsicht BaFin will den Verkauf von Bonitätsanleihen an Privatanleger verbieten. Welche Risiken entstehen den Anlegern beim Kauf von Bonitätsanleihen?

Bonitätsanleihen: Der neue Verkaufsschlager
Geld auf die Bank zu bringen, wirft keine Zinsen mehr ab. Die Zinsen sind auf einem Tiefstand. Anleger suchen nach einer Kapitalanlage, die wenigstens etwas Rendite abwirft. Genau diesem Zweck dient das Finanzprodukt, das die Vertriebsexperten mit den sogenannten Bonitätsanleihen geschaffen haben. Der Anleger bekommt sein eingesetztes Kapital nach der vereinbarten Laufzeit zurück. Und die Zinsen sind attraktiv.

BaFin hält Risiko bei Bonitätsanleihen für zu hoch
Aber der Anleger trägt auch das Risiko, dass auch ein Totalverlust eintreten kann. Erstmals will jetzt die BaFin das nach dem Kleinanlegerschutzgesetz geschaffene Instrumentarium nutzen und den Verkauf von Bonitätsanleihen an Privatanleger verbieten. Zu hoch hält die BaFin das Risiko, das für Privatanleger entsteht. Es sind strukturierte Produkte, die sich auf Kreditrisiken beziehen. Das sei ungeeignet für Privatanleger. Bis September führt die BaFin noch ein Anhörungsverfahren durch, dann droht das Verbot für Bonitätsanleihen.

Was ist eine Bonitätsanleihe?

Eine Bonitätsanleihe ist eine Wette darauf, dass bestimmte vorab definierte Kreditereignisse, wie zum Beispiel eine Zahlungsunfähigkeit gerade nicht eintreten werden. Die individuelle Wahrnehmung des Privatanlegers wird allerdings eine andere sein. Bonität klingt sicher und gut.

Bonitätsanleihe tatsächlich Kreditausfallversicherung

Zurückgezahlt wird die Bonitätsanleihe aber nur, wenn „kein Kreditereignis“ eintritt. Ein harmloses Wort, tatsächlich bedeutet es, dass dieses Kreditereignis schon eintreffen kann, wenn das Unternehmen seinen Verbindlichkeiten nicht nachkommt. Das gilt schon, bevor die Insolvenz eintritt. Die Bonitätsanleihe ist so etwas wie eine Kreditausfallversicherung.

Privatanleger kann Risiko der Bonitätsanliehe nicht abschätzen

Die BaFin geht davon aus, dass die Anleger ihre Entscheidung zum Erwerb von Bonitätsanleihen in Unwissenheit des Risikos treffen. Die Käufer von Bonitätsanleihen können nicht wissen, so stellt die BaFin zu Recht fest, „ob die Übernahme des Kreditrisikos durch die Höhe des Zinsversprechens adäquat vergütet wird“.

Bonitätsanleihen werden irreführend beschrieben
Eine zweite interessante Beobachtung ist nach Ansicht der BaFin, dass bereits auch die Produktberatungsprotokolle der Vertriebsmitarbeiter in Finanzvertrieben und Banken unzutreffend sind und die Produktbezeichnung „Bonitätsanleihen“ irreführend ist. Der Anleger sei eben nicht Geber der Anleihe. Er übernimmt vielmehr die Rolle eines Versicherungsgebers. Das führt zu Verwirrung, meint die BaFin. So wird die Bonitätsanleihe fälschlicherweise mit einem Zinspapier verwechselt. Davor will die BaFin den privaten Anleger schützen. Das Produkt Bonitätsanleihe soll also nicht generell verboten werden, sondern nur der Verkauf an Privatanleger.

Aufklärung über Risiken der Bonitätsanleihen vernachlässigt
In der Prüfung der Beratungsprotokolle kommt die BaFin zudem zu dem Ergebnis, dass diese Bonitätsanleihen „gezielt für den Absatz an Privatkunden“ produziert worden seien. Die Aufklärung über die Risiken seien vernachlässigt worden. Die Auswertung der Beratungsdokumentationen habe ergeben, „dass diesen Kunden die Funktionsweise dieser Produkte nicht adäquat erklärt wird“.

Aufklärungspflichten der Banken bei Bonitätsanleihen
Schon lange werden über Finanzinstitute und Banken riskante Papiere an ahnungslose Privatanleger vertrieben. Regelmäßig, so die Beobachtung von Resch Rechtsanwälte, ist den Anlegern nicht bewusst gewesen, welche Risiken mit dem Erwerb des Finanzproduktes verbunden waren.

Bonitätsanleihen: Kunden müssen anleger- und  anlagegerecht beraten werden
Dabei muss nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ein Anlageberater seinen Kunden anleger- und anlagegerecht beraten, er muss also genau prüfen, ob das von ihm empfohlene Finanzprodukt den persönlichen Bedürfnissen des Anlegers entspricht. Wird der Anleger falsch beraten oder werden ihm wesentliche Aspekte verschwiegen, steht dem Anleger grundsätzlich ein Schadensersatzanspruch zu. Er wird so gestellt, als hätte er das Finanzprodukt nicht erworben.

Warnung vor Bonitätsanleihen ++ BaFin droht mit Verbot für Privatanleger
Warnung vor Bonitätsanleihen ++ BaFin droht mit Verbot für Privatanleger

Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986.

Resch Rechtsanwälte bieten den Anlegern, die eine Bonitätsanleihe gezeichnet haben, die kostenlose Prüfung ihres Falles an. Füllen Sie den Fragebogen aus oder rufen Sie an unter 030 885 97 70.

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Wenn Sie als Kapitalanleger Probleme haben, dann sind Resch Rechtsanwälte für Sie da.
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Referenzen

Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.
Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.