Eurosolid - Schadensersatz von Stuttgarter Lebensversicherung

Das Konzept der Eurosolid ist gründlich gescheitert. Vor dem Amtsgericht in Ludwigsburg läuft das Insolvenzverfahren. Worauf begründen sich etwaige Schadensersatzansprüche gegen die Stuttgarter Lebensversicherung?

Eurosolid: Was steckt dahinter?
Die Eurosolid Energy GmbH & Co. KG als Verkäuferin einer Photovoltaikanlage bietet den Anlegern den Erwerb eines Teils eines Erbbaurechtes im mecklenburg-vorpommerschen Liepgarten an. Die Eurosolid Energy GmbH & Co. KG ist nicht nur Verkäuferin, sondern auch Eigentümerin des Grundstückes. Auf diesem Grundstück in Liepgarten ist bereits eine Grundschuld zu Gunsten der Stuttgarter Lebensversicherung in Höhe von € 4.870.000,00 eingetragen. Der Anleger der Eurosolid Energy ist berechtigt, die Teilfläche des Erbbaugrundstücks zur Errichtung einer Photovoltaikanlage zu benutzen, in den bestehenden Erbbaurechtsvertrag einzutreten und den anteiligen Erbbauzins zu zahlen.

Eurosolid und die Verquickung mit der Stuttgarter Lebensversicherung

Der notarielle Kaufvertrag über den Erwerb eines Teils eines Erbbaurechts enthält bereits die Zustimmung zur grundpfandrechtlichen Belastung des Erbbaurechtsanteils. In einer weiteren Urkunde verkauft die Eurosolid Energy GmbH & Co. KG zwei Photovoltaikanlagen von jeweils 10,2 kWp und verpflichtet sich zu dessen Übereignung. Der Kaufpreis beträgt € 100.400,00 und ist bereits an die Stuttgarter Lebensversicherung abgetreten und an diese zu zahlen.

Eurosolid: Dramatischer Preisverfall bei Photovoltaikanlagen
Nach den Rechercheergebnissen zu Preisen für Photovoltaikanlagen für den Zeitraum von 2006 bis 2011 lässt sich ein kontinuierlicher Preisverfall von mehr als 50 % feststellen. Im Jahre 2011 beträgt der Preis pro kWp nur noch € 2.400,00, was bei zwei Voltaikanlagen mit 20,4 kWp einen Preis von € 48.960,00 ausmacht, also nur 48,8 % des abgetretenen Verkaufspreises.

Eurosolid Anleger finanzieren Photovoltaik über Stuttgarter Lebensversicherung

Die Anleger der Photovoltaikanlage der Eurosolid Energy haben den Erwerb über ein Darlehen der Stuttgarter Lebensversicherung mit einer Laufzeit und Zinsbindung von 20 Jahren mit einem Zinssatz von 4,7 % p.a. und einer anfänglichen Tilgung von 3 % finanziert. Abgesichert ist das Darlehen durch die Abtretung eines Bausparvertrages der Wüstenrot, die Abtretung der Einspeisevergütung und Sicherungsübereignung der Photovoltaikanlage.

Böse Konsequenzen durch Insolvenz der Eurosolid Energy
Am 13.07.2018 stellt die Eurosolid Energy & Co. KG Insolvenzantrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Im Ergebnis bedeutet das, dass jetzt die Anleger der Eurosolid Energy der Insolvenzmasse den Pachtzins schulden. Zu klären ist die Frage, in welcher Rechtsform sich die einzelnen Anleger organisiert haben. Schließlich speisen sie über ihre Photovoltaikanlagen über eine Station den Strom ins Netz. Ist es eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, dann freilich ohne einen Gesellschaftsvertrag und ohne gewählte Geschäftsführung?

Welche Schadensersatzansprüche haben die Eurosolid Anleger?
Vermittelt wurde die Beteiligung an der Eurosolid Energy über Anlageberater. Die Anlageberater hätten den Anlegern der Eurosolid Energy erklären müssen, dass sie eine Anlage kaufen würden, die weit überteuert war und sogar die Grenze zu einer sittenwidrigen Kaufpreisüberhöhung erreicht. Die Anlageberater hätten den Anlegern der Eurosolid Energy auch erläutern müssen, dass aufgrund der
Eurosolid legt unrealistische Kalkulation vor
Finanzierung über die Stuttgarter Lebensversicherung und der weiteren Kosten durch den Erbbauzins eine Kostendeckung erst erreicht werden würde, wenn die Einnahmen jährlich ungefähr 10 % des Kaufpreises betragen würden. Ein solches Ergebnis war aber von vornherein für Photovoltaikanlagen in Mecklenburg-Vorpommern völlig unrealistisch.

Falschberatung der Eurosolid Anleger
Des Weiteren hätte ein Anlageberater erklären müssen, dass im Falle der Insolvenz der Eurosolid die gesamte notwendige Infrastruktur für die Weiterleitung der Energie gefährdet sein würde. Zudem hätte er die Eurosolid Anleger darüber aufklären müssen, dass die Frage der Rechtsform, in der sich die Anleger der Eurosolid organisieren, ungeklärt ist.

Welche Rechtsform bilden die Eurosolid Anleger?
Vieles spricht dafür, dass jeder Eurosolid Anleger mit den anderen Eurosolid Anlegern der insgesamt 100 Solaranlagen auf dem Grundstück eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts bilden. Dafür ist es nicht notwendig, dass ein extra Vertrag abgeschlossen wird, aber für die vernünftige Organisation und Leitung besteht ein zwingendes Bedürfnis, einen solchen Gesellschaftsvertrag abzuschließen, in dem diese Fragen geklärt sind.

Stuttgarter Versicherung haftet den Eurosolid Anlegern
Neben der Haftung des Anlageberaters kommt auch eine Haftung der Stuttgarter Lebensversicherung in Betracht. Die Stuttgarter Lebensversicherung hat im Gesamtgeschäft der Euro eine wesentliche Funktion übernommen. Von daher dürfte sich die Stuttgarter Lebensversicherung auch für die fehlerhafte Beratung durch die von ihr eingeschalteten Vertriebe zurechnen lassen müssen. Mit der Durchsetzung des Schadensersatzanspruches werden die Anleger der Eurosolid so gestellt, als hätten sie ihre Photovoltaikanlagen in Mecklenburg-Vorpommern nie erworben.

Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986
Resch Rechtsanwälte bieten Anlegern der Eurosolid die kostenlose Prüfung   ihres Falles an. Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie an unter 030 885 97 70 oder füllen Sie das Kontaktformular aus. Sie erhalten eine kostenlose Ersteinschätzung Ihres Falles.

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Wenn Sie als Kapitalanleger Probleme haben, dann sind Resch Rechtsanwälte für Sie da.
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Referenzen

Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.
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