Future Business Insolvenzverfahren ++ Versammlung abgebrochen ++ Infinus

Auf Grund zahlreicher Befangenheitsanträge wurde die für den 13.05.2014 angesetzte Gläubigerversammlung für die Orderschuldverschreibungen der Future Business (Fubus) abgebrochen. Zahlreiche Anlegeranwälte warfen der die Versammlung leitenden Rechtspflegerin vor, die Gläubigerversammlung der Fubus nicht ordnungsgemäß durchzuführen. Der zuständige Richter entschied dann um 18.00 Uhr, die Gläubigerversammlung zu unterbrechen, um über die Befangenheitsanträge entscheiden zu können. Ein neuer Termin ist noch nicht anberaumt.

 

 

Fubus Anleger im Regen

Start mit Verspätung. Technische Probleme

Mit einer fast zweistündigen Verspätung hatte die Gläubigerversammlung begonnen. Die fast 1.000 Anleger und ihre Vertreter mussten vor der Tür im Regen stehen - fast symbolisch für den gesamten Ablauf der Gläubigerversammlung. Die Technik war überfordert. Die Stimmzettel haben nicht berücksichtigt, dass in verschiedenen Tranchen abgestimmt wurde. Die Aufsplittung der Stimmen war zwar technisch möglich, hätte aber praktisch zu einer nicht abschätzbaren Zeitverzögerung geführt.

Einladung vermittelt geschädigte Anlegern falschen Eindruck

Hauptvorwurf der Gläubiger und deren anwaltlicher Vertreter war, dass aus der Einladung der Eindruck entstanden sei, es müsse ein Gläubigervertreter gewählt werden. Dies ist falsch. Zudem war in der Einladung gleich als Rechtsanwalt Glöckner gleich Bevollmächtigten für die Versammlung zur Wahl für den gemeinsamen Vertreter  eingesetzt. Er hätte sich selber damit selber zum gemeinsamen Vertreter gewählt. Der Vorwurf der der Manipulation stand im Raum.

Einleitung des Insolvenzverfahrens hat ein „Gschmäckle“

In der Tat muten die Umstände des Insolvenzantrages sonderbar an. Nachdem am 05.11.2013 die Razzia in den Geschäftsräumen der Future-Business-Gruppe für bundesweite Aufmerksamkeit gesorgt hatte, stellte schon am 12.11.2013 Rechtsanwalt Glöckner für einen Mandanten den Antrag auf Insolvenz gegen die Future Business. Rechtsanwalt Glöckner schlägt dann Rechtsanwalt Dr. Bruno M. Kübler zum Insolvenzverwalter vor und beantragt, sich selber als Mitglied des vorläufigen Gläubigerausschusses zu bestellen. Dem Antrag ist ferner zu entnehmen, dass Rechtsanwalt Glöckner bereits in drei weiteren Fällen Mitglied eines Gläubigerausschusses ist, in denen Rechtsanwalt Kübler als Insolvenzverwalter bestellt ist.
Auch wenn an der Arbeit des Insolvenzverwalters Kübler in dem Future Business Insolvenzverfahren grundsätzlich keine Zweifel bestehen, so wirkte das Verfahren „eingefädelt“, so der Vorwurf mehrerer Anlegeranwälte. Rechtsanwalt Kübler hat Absprachen zwischen ihm und Rechtsanwalt Glöckner ausdrücklich bestritten. Auch wenn all dies rechtlich zulässig sein dürfte, so hat es ein „Gschmäckle“.

Rechtanwalt Glöckner kann sich selber zum gemeinsamen Vertreter wählen

Was den Unmut der Gläubiger und der Anlegeranwälte hervorgerufen hat, ist die Tatsache, dass zur Einladung zur Gläubigerversammlung Rechtsanwalt Glöckner gleich als Bevollmächtigter für diese Gläubigerversammlung eingetragen war. Dem Anleger blieb zwar die Alternative, auch andere Bevollmächtigte einzusetzen. Durch den Charakter dieses Schreiben und durch den entstehenden Eindruck, es müsse entgegen der gesetzlichen Vorgabe ein gemeinsamer Vertreter gewählt werden, werden viele Anleger Rechtsanwalt Glöckner als Vertreter für die Gläubigerversammlung gewählt haben.

Wahl des gemeinsamen Vertreters eine Farce

Nach endlosen Debatten, ob noch weitere Kandidaten für dieses Amt antreten und wie viel Geld der gemeinsame Vertreter erwarten könne, aber nicht zuletzt auch über die Frage, ob denn überhaupt ein gemeinsamer Vertreter gewählt werden solle, trat Rechtsanwalt Jochen Resch ans Mikrofon. Er versuchte, die ganze Diskussion auf den Punkt zu bringen, ob denn nicht das Ergebnis bereits durch die Stimmenverhältnisse längst entschieden sei. Wie bereits viele Vorredner vor ihm, forderte auch er, dass bekannt gemacht werden solle, wie viele Stimmen Rechtsanwalt Glöckner auf sich vereint.
Er rechne damit, dass die ganze Diskussion sinnlos sei, weil im Falle der Abstimmung ohnehin Rechtsanwalt Glöckner mit seinen ihm zugeschobenen Stimmen allein entscheiden werde, dass er zum gemeinsamen Vertreter bestellt wird. „Das gesamte Abstimmungsprozedere ist vermutlich eine Farce!“ so Resch in der Versammlung.

Gericht verweigert Offenlegung des Stimmenanteils von Glöckner

Das Gericht weigerte sich, die Stimmenzahl von Rechtsanwalt Glöckner offenzulegen. Der anwesende Rechtsanwalt Glöckner hat sich in der ganzen Diskussion nicht ein einziges Mal zu den ihn betreffenden Vorwürfen geäußert.

Gemeinsamer Vertreter nicht notwendig. Kostet viele Millionen Euro!

Wie viele andere Anlegeranwälte vertreten auch Resch Rechtsanwälte die Auffassung, dass ein gemeinsamer Vertreter überhaupt nicht gewählt werden sollte. Die Masse würde dadurch in einem heute noch gar nicht bestimmbaren Umfange gemindert werden. Auch das Gericht zeigte sich nicht in der Lage, eine Schätzung der für den gemeinsamen Vertreter anfallenden Kosten abzugeben. In der Diskussion waren unwidersprochen Zahlen von 5 Millionen bis 20 Millionen Euro an Gebühren zu hören.
Dieses wird aus der Masse zu bezahlen sein und mindert die Quote für den Anleger um den entsprechenden Betrag.

Rechtsanwalt Jochen Resch
Anlegeranwalt Jochen Resch

 

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