Future Business Insolvenzverfahren ++ Wahlfarce wird fortgesetzt.

 

Das Amtsgericht Dresden hat die Fortsetzung des Termins mit der Beschlussfassung der Orderschuldverschreibungsgläubiger der Future Business über den gemeinsamen Vertreter für den 13.05.2014 bestimmt. Bekannt gemacht wurde der Termin nur in den “Insolvenzbekanntmachungen“ im Internet.

Vollmachten bleiben gültig

Es folgen die Hinweise des Gerichts, dass die Stimmrechtsvollmachten ihre Gültigkeit behalten - es sei denn, a) die Gültigkeit wurde auf den 13.05.2014 beschränkt und/oder b) sie wurde widerrufen.

Das Gericht weist ferner darauf hin, dass keine Pflicht zur Wahl eines gemeinsamen Vertreters besteht. Die organisatorischen Mängel  glaubt das Insolvenzgericht dadurch umgangen zu haben, dass für die einzelnen Tranchen ab 8.30 Uhr im 5-Minuten-Takt die Abstimmungen eingesetzt werden.

Die Wahlfarce wird fortgesetzt.

Der Hauptvorwurf der Anlegeranwälte in der ersten abgebrochenen Gläubigerversammlung war, dass die Einladung den Eindruck erweckte, als sei es eine Pflicht, einen gemeinsamen Vertreter zu bestellen. Ferner war bereits in der Einladung Rechtsanwalt Glöckner als Bevollmächtigter  für die nicht persönlich erscheinenden Anleger explizit vorgegeben, der damit die Möglichkeit hat, sich selber zum gemeinsamen Vertreter zu bestellen. Da zu vermuten ist, dass auf diese fragwürdige Art und Weise Rechtsanwalt Glöckner bis zu 80 % der Vollmachten auf sich vereinigen könnte, wird die Wahlfarce fortgesetzt.

Wie sich das Stimmenverhältnis bei der Abstimmung in den einzelnen Tranchen verändert, bleibt abzuwarten.

Gläubiger werden nur unzureichend informiert

Der in den Insolvenzbekanntmachungen indirekt enthaltene Hinweis, dass man die Stimmrechtsvollmacht widerrufen kann und dass es keine Pflicht zur Wahl eines gemeinsamen Vertreters gibt, wird die Masse der Vollmachtgeber nicht erreichen. Es stellt sich die Frage, ob eine derartige Information ausreichend ist. Grundsätzlich gilt, dass sich der Empfänger einer Nachricht darauf verlassen kann, dass ihm die nächste Nachricht auf demselben Wege zugeht. Das wäre also hier eine neue Einladung zu der Fortsetzung.

Resch Rechtsanwälte prüfen Anfechtung

Resch Rechtsanwälte prüfen die Anfechtung der Einladung zur Gesellschafterversammlung und die Anfechtung der schon jetzt auf Grund der Stimmenverhältnisse eindeutigen Wahl von Rechtsanwalt Glöckner zum gemeinsamen Vertreter.

Wahl eines gemeinsamen Vertreters wird abgelehnt.

Zur Erinnerung: Die Masse der Anlegeranwälte sowie auch Resch Rechtsanwälte lehnen die Wahl eines gemeinsamen Vertreters ab. In der Gläubigerversammlung vom 13.05.2014 wurden Summen zwischen 5 bis 20 Millionen Euro genannt, die der gemeinsame Vertreter zu Lasten der Masse und damit der einzelnen Gläubiger verdienen wird.

Anleger, die diese Botschaft noch rechtzeitig erreicht, sollten eine bereits erteilte Vollmacht an Rechtsanwalt Glöckner zurückziehen und einen anderen Anwalt ihrer Wahl beauftragen, der der Wahl eines gemeinsamen Vertreters widerspricht.

Insolvenzgericht verliert das Vertrauen der Future Business Anleger

Die Entscheidung des Amtsgerichts auf die kurzfristige Anberaumung dieses Termins, die Veröffentlichung in den Insolvenzbekanntmachungen wird bei vielen Anlegern auf Unverständnis und Empörung stoßen. Das durch die Art und Weise der Durchführung der Gläubigerversammlung am 13.05.2014 bereits stark erschütterte Vertrauen wird bei vielen Anlegern noch weiter verstärkt werden. Es wird der Eindruck hinterlassen, dass die Interessen der Anleger gleichgültig sind und dass die bereits beschlossene Wahl von Insolvenzverwalter Kübler und seinem gemeinsamen Vertreter Glöckner durchgepeitscht werden soll. Schade!