Gold International SE – Lange angekündigter Börsengang fand nie statt

Die Gold International SE gehört zu einer Gruppe von Unternehmen, oder sollte man besser sagen Projekten, die sich auf einer .com-Domain namens Goldaktie wiederfinden. Der Geschäftsführer Eckehard Schulz kündigt schon seit dem Jahr 2013 den kurz bevorstehenden Börsengang der Gold International SE an. Damit ermunterte er Kunden diese Aktien zu erwerben, obwohl er dazu nicht berechtigt ist, weil er bislang noch keinen Emissionsprospekt vorgelegt hat. Aber es gibt noch zahlreiche weitere Ungereimtheiten und inzwischen haben die Inhaber der Aktien genügend Gründe sich ernsthafte Sorgen zu machen.

Gold International SE: Immer wieder wurden Leute überrumpelt
Es beginnt mit einem überraschenden Anruf von einem Vertreter der Gold International SE auf dem heimischen Telefon, einem sogenannten und in Deutschland verbotenen Cold Call. Das anschließende Gespräch wird mit der Intention geführt, vom Angerufenen eine Einwilligung zu erhalten ihm Werbeunterlagen zusenden zu dürfen. Gibt er diese, erhält er etwas später Post, deren Empfang er per Postident-Verfahren bestätigen muss. Nach dem Öffnen der Post erfährt er, dass er mit seiner Unterschrift einen Spar- und Reservierungsantrag der Gold International SE gezeichnet hat. Mit deren Empfang setzte auch eine Widerrufsfrist ein und wer diese aus irgendeinem Grund versäumte, bekam auch bald die erste Zahlungsaufforderung für den nunmehr geschlossenen Vertrag.

Gold International SE: Mit Gold hat das Vertragspaket eigentlich nichts zu tun
Die Vertragspartner von Gold International SE zeichneten ohne es zu ahnen einen Vertrag über die Garantieoption auf ein bestimmtes Aktienpaket, dass über die sogenannte Reservierungsprämie angespart werden sollte. Das Aktienpaket besteht leider nur aus nicht volatilen Aktien, die nahezu wert- und substanzlos sind. Ihr minimale Wert besteht einzig und allein in der Hoffnung, dass sie irgendwann an einer Börse gehandelt werden können. Im Moment deutet aber nichts darauf hin, dass dieses jemals geschehen wird. Warum auch? Gold International SE und Eckehard Schulz haben ihren Raibach bereits gemacht.

 

Gold International SE: Teil des Bauchladens von Eckehard Schulz
Auf der Goldaktie-Domain gibt es Verweise auf einen Vermittler von Urlaubsreisen und einen anderen von Lottoscheinen. Einen weiteren für die Gold Group AG, nicht zu verwechseln mit der börsennotierten Gesellschaft Gold Group Inc. aus Kanada. Selbstverständlich wird auch auf die hier im Artikel thematisierte Gold International SE hingewiesen, des weiteren auf eine Art Meinungsportal, eine weitere nicht volatile Aktie auf Risikokapital, eine Foto-Community mit der man angeblich Geld verdienen kann, eine bereits insolvente Intervestors International B.V., die in den Paradise Papers auftauchte und dazu eine Art Online-Trash Magazin, dessen ursprünglicher Name “Tagesumschau” erfolgreich von der ARD markenschutzrechtlich angefochten wurde und sich seither “Nachtumschau” nennt.

Gold International SE: Bauchladen Teil II
Es gibt noch eine nahezu gleich aussehende Seite in deren Impressum die Gold International B.V. aus dem niederländischen Venlo angegeben ist. Neben den bereits genannten Projekten gibt es hier noch Hinweise auf ein Callcenter, eine weitere Firma die Leute dazu auffordert ihre Lebensversicherung zu verkaufen und dafür deren Anlageempfehlungen, natürlich in die sogenannten Gold Aktien, zu folgen. Außerdem gibt es ein Job- und Nebenverdienst-Portal, für prekäre Werbetätigkeiten, drei weitere Goldaktien-Projekte die in Risikokapital investieren, eine Web- und Seo-Agentur, ein Marktplatz für den Austausch von privaten Reiseangeboten, ein Gutscheinportal und eine inzwischen insolvente Logistikfirma, die immer noch stolz präsentiert wird.

Gold International SE: Eckehard Schulz Geschäfte mit sich selbst
Wer wäre am 10. Mai 2013 nicht gerne dabei gewesen, als in den Amtsräumen eines Düsseldorfer Notars die Hauptversammlung der Gold International SE stattfand und protokolliert wurde. In seiner Niederschrift hielt der Notar fest, das außer ihm und Eckehard Schulz niemand erschien – letzterer immerhin als Vorstand der Gold International SE und gleichzeitig als Aktionärsvertreter und Geschäftsführer der European Property Service B.V. aus Venlo. Dabei wurde sozusagen unter vier Augen eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen beschlossen, wobei das Grundkapital von 120.000 auf 10.000.000 Euro erhöht wurde. So wurden quasi aus dem Nichts weitere 9.880.000 Aktien mit dem Nennwert von einem Euro erschaffen. Deren Wert kurze Zeit später mit acht Euro deklariert wurde und der innerhalb von 24 Monaten auf fantastische 80 Dollar steigen sollte. Natürlich ist nichts davon eingetreten.

 

Gold International SE: Bewertung
Von allen bisher genannten Projekten gibt es keine oder schlechte Nachrichten. Auch Gold International SE hat es von Beginn an geschafft negativ aufzufallen. Die seriöse Schnigge Wertpapierhandelsbank dementierte schon 2013 irgendeine Geschäftsbeziehung mit Gold International SE zu haben und verknüpfte das Dementi mit einer Warnung vor damit häufig einhergehenden unseriösen Geschäftspraktiken. Bis auf das Gründungsjahr 2012 weist Gold International SE keine Bilanzen aus. Irgendwie gelangten 2015 doch ein paar beunruhigende Zahlen in die Öffentlichkeit. Dabei stellte sich heraus, dass noch kein einziger Cent in das vorgeblich operative Geschäft der Gold International SE investiert wurde und nebenbei trotzdem ein Bilanzverlust von über 3,73 Millionen zu verzeichnen war.

Gold International SE: Fazit
Angesichts des Gesamteindrucks aller Unternehmen des Herrn Eckehard Schulz haben die Anleger allen Grund sich Sorgen zu machen. Im Februar 2018 deutet das Landgericht Augsburg mehrfach an, dass es die Geschäftspraktiken der Gold International SE für sehr bedenklich und eine Sittenwidrigkeit für sehr wahrscheinlich halte. Ebenso warnen zahlreiche Verbraucherschutz-Organisationen vor dem Geschäftsgebahren der Gold International SE und der anderen Unternehmungen des Herrn Schulz. So ist auch über seine Lottoschein-Vermittlung bekannt geworden, dass Kunden angerufen wurden, die angeblich vor langer Zeit einen Lottogewinn nicht abgeholt hätten, nur um ihnen dann Aktienpakete anzudrehen. Geschädigten Anlegern sollte klar sein, es bei Gold International SE mit einem unseriösen Anbieter zu tun zu haben, der in der Regel einknickt, wenn der Rechtsweg droht.

Gold International SE: Die nächsten Schritte für betroffene Anleger
Die betroffenen Anleger sollten umgehend einen fachkundigen Rechtsanwalt aufsuchen, um überprüfen zu lassen, welche Handlungsoptionen gegenüber Gold International SE und ihren Vermittlern bestehen. Dabei spielt möglicherweise auch die individuelle Situation jedes einzelnen Händlers beim Erwerb der Anlage von Gold International SE eine Rolle. Sie bekommen Gewissheit darüber, ob und welche Ansprüche auf Schadensersatz bestehen, gegen wen genau diese geltend zu machen sind und wie diese schnellstmöglich durchgesetzt werden können.

Gold International SE: Resch Rechtsanwälte – Erfahrung im Anlegerschutz seit 1986
Resch Rechtsanwälte bieten den Händlern auf Gold International SE die kostenlose Prüfung ihres Falles an. Bitte füllen Sie dazu den Fragebogen aus oder rufen Sie an, unter 030 885 97 70.


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