Infinus Future Business - Wirtschaftsprüfer zum Schadensersatz verurteilt

Das Landgericht Dresden hat den ehemaligen Wirtschaftsprüfer der zwischenzeitlich insolventen Infinus Future Business Gruppe zum Schadensersatz verurteilt. Der Wirtschaftsprüfer hatte über Jahre die Bilanzen und Jahresabschlüsse der diversen Gesellschaften der Future Business Gruppe geprüft und jeweils einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Future Business Infinus: Urteil wegen fehlerhafte Jahresabschlüsse

Das Landgericht Dresden sah es als erwiesen an, dass die Jahresabschlüsse fehlerhaft erstellt worden sind und der Wirtschaftsprüfer die Testate ausgestellt hat, obwohl ihm die Fehlerhaftigkeit positiv bekannt war, so heißt es in der Entscheidung, die von der Münchener Kanzlei erstritten wurde. Der Wirtschaftsprüfer habe „eine leichtfertige und gewissenlose Verletzung von Berufspflichten“ begangen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Deswegen dürfen sich die geschädigten Anleger der Infinus Future Business nicht zu früh freuen.

Future Business Infinus: Haftstrafe wegen Schneeballsystem
Über 40.000 Anleger sind sie durch die Future Business Infinus Gruppe um mehr als 1 Milliarde Euro geschädigt worden. Nach einer Razzia im November 2013 wurde von Seiten der Future Business Infinus wegen Zahlungsunfähigkeit der Insolvenzantrag gestellt. Die Staatsanwaltschaft warf der Geschäftsführung der Future Business ein Schneeballsystem vor. Das Strafgericht verurteilte deshalb sechs ehemalige Top-Manager und Aufsichtsräte in einem langwierigen Prozess zu hohen Freiheitsstrafen.

Future Business Infinus: Vertrauen auf den Wirtschaftsprüfer
Auch diese Strafurteile sind noch nicht rechtskräftig, weil die Angeklagten Revision eingelegt haben. Sie haben in dem Prozess versucht, ihre Unschuld dadurch darzulegen, dass sie auf die Aussagen ihres Wirtschaftsprüfers vertraut haben. Dass genau dieser jetzt zu Schadensersatz verurteilt worden ist, ist umso bemerkenswerter.