Karatbars International – Undurchsichtige Situation nach BaFin-Intervention

Die im Jahr 2011 von Harald Seiz gegründete Karatbars International GmbH aus Stuttgart ist eigentlich ein Goldhändler. Seit ein paar Jahren versucht man neue Geschäftsfelder zu erschließen. Dafür hat man eine Smartphone-Serie, Geldscheine mit eingewebten  Gold und eine angeblich goldgedeckte Kryptowährung (KBC) auf den Markt gebracht. Letzteres hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf den Plan gerufen und den Chef der Karatbars angewiesen, die Ausgabe seiner goldgedeckte Kryptowährung einzustellen und diese vollständig rückabzuwickeln. Doch der Gründer der Karatbars Harald Seiz wehrt sich. Die verunsicherten Anleger fragen sich, wie Sie aus der Anlage rauskommen?

 

Karatbars International: 100 Millionen Euro
Möglicherweise 100.000.000 Euro müsste nicht Karatbars International, sondern die Karatbit Foundation, jetzt locker machen, wenn es nach der BaFin geht. Denn das ist der Betrag den Karatbars International nach Meinung der Aufsichtsbehörde mittels Kryptowährung KBC unters Volk gebracht hat, ohne die dafür erforderliche Genehmigung zu besitzen. Herausgegeben wurden die KBC von der Karatbit Foundation mit Sitz im mittelamerikanischen Belize. Der KBC ist aber nur das umstrittenste einer Reihe von mit Gold in Zusammenhang stehenden Produkten.  

Karatbars International: Kleine Goldbarren
Im Jahr 2011 begann das Unternehmen zunächst als normaler Goldhändler, wobei der Schwerpunkt nicht auf Gold als Geldanlage lag, sondern als werthaltiges Geschenk verkauft wurde. Das sind zum Beispiel die bis heute angebotenen außergewöhnlich kleinen Goldbarren, von fünf, 2,5 und einem Gramm. Derartig kleine Goldeinheiten anzufertigen, verteuert das Gold derartig, dass es als Anlage völlig ungeeignet ist. Gold ist grundsätzlich keine gute Geldanlage, weil es weder Rendite abwirft, noch nennenswerte Wertsteigerungen erfährt..

Karatbars International: Karatbars Gold
Das sind Plastikkarten im Scheckkartenformat die entweder 0,1 oder ein Gramm Gold enthalten und in der Eingrammversion für knapp 67 Euro verkauft werden. Das bedeutet, dass die Käufer einen Aufschlag von etwa 50 Prozent in Kauf nehmen müssen. Es gibt auch eine sogenannte Multi Gram Card bestehend aus 100 1-Gramm-Barren zum Preis von 6.245,00 Euro, angeblich für Investoren (!), die Geld sparen wollen. Denen sei gesagt, dass dieser Betrag ausreicht um fast viereinhalb Krügerrand-Münzen zu erwerben, mit denen man über 138,728 Gramm Gold derselben Qualität, also 24 Karat verfügen würde.

Karatbars International: Die Kryptowährung KaratGold Coin (KBC)
Dieses Produkt ist der Stein des Anstoßes beim Konflikt mit der BaFin. Seit dem Frühjahr 2018 wird dieser verkauft. Eigens für den KBC wurde in Belize die Stiftung Karabit Foundation gegründet, die diese Kryptowährung emittiert. Zudem gab das Unternehmen bekannt, in Florida eine Bank mit Sitz in Miami gekauft zu haben. Allerdings ermittelt dort die Finanzaufsicht gegen Karatbars, weil die Kryptobank über keine Lizenz verfügt. Die ursprüngliche Behauptung der KBC sei durch Gold gedeckt, wurde inzwischen zurückgenommen. Jetzt heißt es nur noch, mit Gold hinterlegt – mit sehr wenig Gold. Die nicht lizensierte Bank in Miami, soll eine Goldmine in Madagaskar gekauft haben. Die den Kauf belegenden Unterlagen sind wohl gefälscht. In der darin beschriebenen Mine wird kein Gold, sondern Titan und Zirkon abgebaut.

Karatbars International: KaratBank Coin (KCB)
Das ist die zweite Kryptowährung die ebenfalls von der Stiftung in Belize ausgegeben wird. Dabei soll es sich um eine blockchain-basierende Investition handeln, welche die Vorteile von Gold und Kryptowährung verbindet. Er soll digital handelbar sein und gleichzeitig auf einem bestimmten Gewicht von Gold basieren. Karatbars International behauptet der KCB könne jederzeit in physisches Gold oder eine beliebige Währung umgetauscht werden. Ob das den Tatsachen entspricht kann im Moment nicht geprüft werden, da der Coin auf den einschlägigen Plattformen nicht mehr gehandelt wird.

Karatbars International: Karatbars Coin
Nicht zu verwechseln mit dem KaratBank Coin! Der Karatbars Coin ist ein physische Münze. Diese besteht aus einem Messingrand, einem Innenring aus einer Nickel-Silber-Legierung in deren Mitte ein Gramm Gold sichtbar eingelassen ist. Mit einem Preis von nahezu 90 Euro bezahlen Kunden einen hundertprozentigen Aufschlag zum normalen Goldpreis.

Karatbars International: Ist das IMPulse K1 phone Vaporware?
Dieses Voice-over-Blockchain-Smartphone verfügt angeblich über verschlüsselte End-to-End-Kommunikation (E2EE), VoBP, Peer-to-Peer-Banking, IPFS-Speicher, Matrix-ID, einen kapazitiven 5,5-Zoll-AMOLED-Touchscreen, eine Octa-Core-CPU, einem 3400-mAh-Akku, einer Dual-Nano-SIM-Karte und zwei Kameras, mit 5 MP vorne und 12 MP hinten. Allerding werden dafür auch stolze 890 und in der Transparent-Gold-Version 990 Euro verlangt. Zwar werden die Geräte bereits seit März 2019 verkauf, aber ausgeliefert wurde bisher nichts. Darum kursiert bereits die Vermutung im Netz, dass es sich um Vaporeware handle, die nie zur Auslieferung kommt..

Karatbars International: Cashgold
Das sind Scheine, die wie echte Banknoten anmuten und in die Gold eingewebt ist. Auf dem Schein steht, welche Goldmenge er enthält. Es gibt Noten mit 0,1, 0,2, 0,4 und 0,6 Gramm. Bisher sind diese Scheine nicht in Umlauf, der Beginn der Ausgabe ist für den Februar 2020 angekündigt. Den nominalen Wert soll die Tochter der Karatbars International, die Karatbank in Singapur, viermal täglich festlegen, angeblich unabhängig vom tatsächlichen Goldpreis.

Karatbars International: KaratPAY und K-Exchange
KaratPAY ist eine Online-Plattform, die von KARAT Gold Coop. und Karatbars International zum Zweck der Transaktion Ihres CashGoldes entwickelt wurde. K-Exchange ist eine geplante Shopping-Community innerhalb derer mit CashGOLD oder KaratPAY bezahlt werden kann. Und das “geplant” ist hierbei auch das Problem. Je mehr man sich mit Karatbars International und den dazugehörigen Projekten beschäftigt, umso mehr hat man das Gefühl es wird mehr geplant und angekündigt als umgesetzt.

Karatbars International: Fazit
Es erinnert irgendwie alles an die Prepper, die sich mit Katastrophenszenarien gegenseitig beunruhigt und sich deshalb mit Wasser, Lebensmitteln und anderen Bedarfsgütern sowie Waffen ausrüstet, um sich damit auf den Zusammenbruch staatlicher Infrastrukturen vorzubereiten. Da passt es ja ganz gut, wenn man zum Handeln über physisches Gold verfügt. Dass in einem solchen Fall, wohl auch die Infrastruktur, wie Strom und Internet ausfällt und die erworbenen Crypto-Coins damit unbrauchbar oder weg sind, wird dabei wohl übersehen.

Karatbars International: Die nächsten Schritte für betroffene Anleger
Die betroffenen Anleger sollten umgehend einen fachkundigen Rechtsanwalt aufzusuchen, um überprüfen zu lassen, welche Handlungsoptionen gegenüber der Karatbars International und ihren Vermittlern bestehen. Dabei spielt möglicherweise die individuelle Situation jedes einzelnen Anlegers eine Rolle. Sie bekommen Gewissheit darüber, ob und welche Ansprüche auf Schadensersatz bestehen, gegen wen genau diese geltend zu machen sind und wie diese schnellstmöglich durchgesetzt werden können.

Karatbars International: Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1988
Resch Rechtsanwälte bietet Anlegern, die bei der Karatbars International oder einem ihrer Vertreter KaratGold Coins oder KaratBank Coins die kostenlose Prüfung ihres Falles an. Bitte füllen Sie dazu den Fragebogen aus oder rufen Sie an, unter 030 885 97 70.

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