LHI-Fonds muss Insolvenz anmelden

LHI-Fonds muss Insolvenz anmelden

Die Objekte, in die ein LHI-Fonds im TechnologiePark Köln investiert hat, weisen kaum Leerstand auf. Trotzdem muss der Fonds jetzt in die Insolvenz.

Bild: LHI

Die Objekte, in die ein LHI-Fonds im TechnologiePark Köln investiert hat, weisen kaum Leerstand auf. Trotzdem muss der Fonds jetzt in die Insolvenz.

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Die Objekte, in die ein LHI-Fonds im TechnologiePark Köln investiert hat, weisen kaum Leerstand auf. Trotzdem muss der Fonds jetzt in die Insolvenz.

Bild: LHIDie Objekte, in die ein LHI-Fonds im TechnologiePark Köln investiert hat, weisen kaum Leerstand auf. Trotzdem muss der Fonds jetzt in die Insolvenz.

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Die Objekte, in die ein LHI-Fonds im TechnologiePark Köln investiert hat, weisen kaum Leerstand auf. Trotzdem muss der Fonds jetzt in die Insolvenz.

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06.05.2015 Immobilien-zeitung

Die Narat GmbH & Co. KG, ein Fonds der LHI, hat ges­tern In­sol­venz an­mel­den müs­sen. Das be­rich­tet das Ma­nage­ment der LHI. Der Fonds hatte rund 250 Mio. Euro in sie­ben Ge­bäu­de im Tech­no­lo­gie­Park Köln mit 116.000 qm Flä­che in­ves­tiert. Zwar habe der Fonds mit er­heb­li­chen Pro­ble­men im Fi­nan­zie­rungs­be­reich zu kämp­fen, sei aber im Kern ge­sund, be­tont die LHI. Denn in die In­sol­venz müsse der Fonds, weil der Mehr­heits­ge­sell­schaf­ter der aus­ge­han­del­ten Ver­län­ge­rung der Kre­di­te nicht zu­ge­stimmt habe.

92% be­tra­ge der Ver­mie­tungs­stand, zudem gebe es der­zeit Ver­hand­lun­gen über einen Miet­ver­trag, bei des­sen Ab­schluss die Voll­ver­mie­tung er­reicht sei, be­rich­tet Oli­ver Porr, ge­schäfts­füh­ren­der Ge­sell­schaf­ter der LHI. Unter den Mie­tern fin­den sich klang­vol­le Namen wie die ört­li­che Nie­der­las­sung von Mer­ce­des Benz, Ver­wal­tungs­ein­hei­ten von Ford, TAG Im­mo­bi­li­en oder das Bun­des­ver­wal­tungs­amt.

Trotz­dem läuft es bei dem 2005 auf­ge­leg­ten Fonds nicht gut. Bei den An­schluss­miet­ver­trä­gen konn­te das Ni­veau nicht ge­hal­ten wer­den, und mitt­ler­wei­le stand bei den meis­ten Miet­ver­trä­gen die Ver­län­ge­rung oder die Suche nach einem neuen Mie­ter an. Al­lein die letz­ten bei­den Jahre seien 27 Ver­trä­ge über etwa 40.000 qm ver­län­gert wor­den, be­rich­tet Porr. "Wir haben die Miet­preis­schwan­kun­gen in Köln mit­ge­macht." Unter an­de­rem des­we­gen lie­gen die Ob­jekt­wer­te nur noch bei 190 Mio. Euro, nach­dem ur­sprüng­lich in­klu­si­ve Ne­ben­kos­ten und sons­ti­ger Auf­wen­dun­gen 250 Mio. Euro in­ves­tiert wor­den waren.

Fran­ken-Fi­nan­zie­rung brach­te 40 Mio. Euro Ver­lust

Wei­te­res Un­ge­mach kam von der Fi­nan­zie­rungs­sei­te. Neben einem Kre­dit über 80 Mio. Euro seien wei­te­re um­ge­rech­net 75 Mio. Euro in Schwei­zer Fran­ken fi­nan­ziert wor­den, be­rich­tet Porr. Des­sen Auf­wer­tung habe über die Jahre rund 40 Mio. Euro ge­kos­tet, zudem liege die Ver­schul­dung mit je nach Fran­ken­kurs etwa 165 Mio. Euro trotz Til­gun­gen heute höher als zu Be­ginn der Fonds­lauf­zeit.

Bei allem Un­ge­mach ist der Fonds al­ler­dings ei­gent­lich kein To­tal­aus­fall. Denn die Miet­ein­nah­men rei­chen nicht nur aus, um Zins und Til­gung zu be­die­nen, aus den Über­schüs­sen wurde auf Druck der Ban­ken statt Aus­schüt­tun­gen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren eine statt­li­che Li­qui­di­täts­re­ser­ve ge­bil­det. Zudem hat sich die Hes­si­sche Lan­des­bank als Kon­sor­ti­al­füh­rer be­reit er­klärt, den Kre­dit zu ver­län­gern - not­falls auch al­lei­ne, falls an­de­re Ban­ken aus dem Kon­sor­ti­um nicht mit­zie­hen soll­ten.

Ban­ken waren ko­ope­ra­tiv


Die Be­din­gun­gen der Bank, deren Ver­hal­ten Porr als sehr ko­ope­ra­tiv lobt, fin­det er nach­voll­zieh­bar und ak­zep­ta­bel. So hätte der Fonds in­ner­halb von drei bis fünf Jah­ren alle Im­mo­bi­li­en ver­kau­fen und die An­le­ger bis zum Ab­schluss der Ver­käu­fe wei­ter auf Aus­schüt­tun­gen war­ten müs­sen.

Trotz­dem hat der Mehr­heits­ge­sell­schaf­ter des Mehr­heits­ge­sell­schaf­ters die Ver­län­ge­rung der Kre­dit­ver­trä­ge blo­ckiert. Denn an der Narat hält der eben­falls von LHI auf­ge­leg­te Fonds Tech­no­lo­gie­Park Köln Be­tei­li­gungs-KG (TPK) rund 58%, und an die­sem wie­der­um ist der SHB Al­ters­vor­sor­ge­fonds mit 80,2% be­tei­ligt. Die meis­ten An­le­ger des TPK seien mit den Be­din­gun­gen ein­ver­stan­den ge­we­sen, be­rich­tet Porr.

Über die Mo­ti­ve des SHB-Fonds, der Kre­dit­ver­län­ge­rung nicht zu­zu­stim­men, rät­selt man bei der LHI. Die Sa­tu­ria Fonds­ma­nage­ment, die nach der Plei­te der SHB In­no­va­ti­ve Fonds­kon­zep­te das Ma­nage­ment von SHB-Fonds über­nom­men hatte, teilt mit, man habe die Zu­stim­mung zur An­schluss­fi­nan­zie­rung nicht ab­ge­lehnt, son­dern von der Über­mitt­lung prüf­fä­hi­ger An­ga­ben zur Fi­nan­zie­rungs­si­tua­ti­on der Narat ab­hän­gig ge­macht. Zudem sei man voll­stän­dig davon über­rascht wor­den, dass In­sol­venz­an­trag ge­stellt wurde - was wie­der­um die LHI be­strei­tet und be­tont, dass auf die In­sol­venz­ge­fahr hin­ge­wie­sen wor­den sei. "Den­noch hat die SHB die An­schluss­fi­nan­zie­rung ab­ge­lehnt."

Schwie­rig­kei­ten des SHB-Fonds als Grund?

Mög­li­cher­wei­se liegt der Grund für die Mi­se­re des LHI-Fonds in den ei­ge­nen mas­si­ven Pro­ble­men des SHB Al­ters­vor­sor­ge­fonds be­grün­det, von denen An­wäl­te spre­chen, die sich mit dem SHB-Fonds be­fas­sen. Der Fonds ist neben TPK noch in einen wei­te­ren Fonds mit Ob­jek­ten bei Mün­chen in­ves­tiert, von dem es aber eben­falls keine Aus­schüt­tun­gen gibt.

Jo­chen Resch von der Ber­li­ner Kanz­lei Resch Rechts­an­wäl­te be­rich­tet von einer Mit­tei­lung von Ende letz­ten Jah­res, in dem das Fonds­ma­nage­ment des SHB Al­ters­vor­sor­ge­fonds den An­le­gern ge­droht habe, dass es zur In­sol­venz kommt, wenn diese ihren Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen nicht nach­kom­men. Denn der Fonds wurde unter an­de­rem an Kleinst­spa­rer ver­trie­ben, die die Zeich­nungs­sum­me in Raten be­zah­len. An­de­re haben ur­sprüng­lich nur einen Teil der Zeich­nungs­sum­me auf­ge­bracht, der Rest soll­te sich aus den Aus­schüt­tun­gen fi­nan­zie­ren. Zudem ste­hen in der ak­tu­ells­ten beim Bun­des­an­zei­ger ver­öf­fent­lich­ten Bi­lanz die Fi­nanz­an­la­gen nur noch mit 12 Mio. Euro in den Bü­chern, wäh­rend sich die Ver­bind­lich­kei­ten auf 18,6 Mio. Euro sum­mie­ren.
Jetzt hat bei der Narat vor­aus­sicht­lich erst mal der In­sol­venz­ver­wal­ter das Sagen. "Die LHI fühlt sich in der Ver­ant­wor­tung, mit ihrem As­set- und Trans­ak­ti­ons­ma­nage­ment den In­sol­venz­ver­wal­ter zu un­ter­stüt­zen", be­tont Porr.