MMS Magellan Maritime Services ++ Insolvenzverfahren eröffnet ++ Was ist mit Magellan Containern?

Nach der Pleite ist es jetzt soweit. Das Amtsgericht Hamburg hat das Insolvenzverfahren über das Vermögen der MMS Magellan Maritime Services GmbH eröffnet. Das Aktenzeichen lautet 67c IN 237/16. Rechtsanwalt Peter Alexander Borchardt aus Hamburg ist zum Insolvenzverwalter bestellt. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Magellan Anleger und deren Direktinvestment in Container?

MMS Magellan Maritime Services ++ Insolvenzverfahren eröffnet
MMS Magellan Maritime Services ++ Insolvenzverfahren eröffnet

Magellan Container Anleger sollen Sicherungsrechte anmelden
Die Anleger werden aufgefordert, ihre Forderungen bis zum 18.10.2016 unter Beachtung des § 174 der Insolvenzordnung anzumelden. Und dann heißt es „Die Gläubiger werden aufgefordert, dem Insolvenzverwalter unverzüglich mitzuteilen, welche Sicherungsrechte sie an beweglichen Sachen oder an Rechten der Schuldnerin in Anspruch nehmen. Der Gegenstand, an dem das Sicherungsrecht beansprucht wird, die Art und der Entstehungsgrund des Sicherungsrechtes sowie die gesicherte Form sind zu bezeichnen. Wer diese Mitteilung schuldhaft unterlässt oder verzögert, haftet für den daraus entstehenden Schaden (§ 28 Abs. 2 InsO).“  Was will das Insolvenzgericht damit sagen? Was sind Sicherungsrechte?

Können die Magellan Container ausgesondert werden?
Hier kommt es nach den vorangegangenen Andeutungen des Insolvenzverwalters möglicherweise zum Streit. Sicherungsrechte sind sogenannte Aus- und Absonderungsrechte. Gläubiger mit Aus- und Absonderungsrechten haben den Vorteil, dass sie mit einer weitergehenden Befriedigung ihrer Forderung rechnen können. Sie können Gegenstände, die ihnen gehören aussondern. Diese Gegenstände gehören dann nicht mehr zur Insolvenzmasse. Der Insolvenzverwalter löst diese Gegenstände aus der Insolvenzmasse und gibt sie dem Gläubiger heraus.

Wem gehören die Magellan Container?

Aus dem Investorenrundschreiben vom 15.08.2016 wissen wir allerdings, dass die eigentumsrechtlichen Aussonderungsansprüche durchaus umstritten sind. Der Insolvenzverwalter vertritt die Auffassung, dass die Direktinvestoren überhaupt kein Eigentum erworben haben könnten und dass ihnen deswegen auch die Mieteinnahmen nicht zustehen. Deswegen hat der Insolvenzverwalter die Mieten zur Insolvenzmasse gezogen.

Magellan Insolvenzverwalter bestreitet Direktinvestment in Container
Jetzt steht zu befürchten, dass er die Aus- und Absonderungsrechte der Direktinvestoren nicht anerkennt. Die Direktinvestoren werden deshalb in einem gerichtlichen Verfahren klären müssen, wie die Rechtslage ist. Nach Prüfung der Vertragsunterlagen kommen Resch Rechtsanwälte zu dem Ergebnis, dass das Eigentum an den Magellan Containern den Käufern zusteht und mithin sie auch Vermieter der Container sind. Die MMS Magellan Maritime Services hat lediglich die Verwaltung der Container übernommen, ist aber nicht Vermieter und Eigentümer.

Anleger der Magellan Container fordern Schadensersatz
Die Anleger der Magellan müssen sich aber nicht auf das Insolvenzverfahren verweisen lassen. Ihnen stehen neben Ansprüchen aus dem Insolvenzverfahren auch Ansprüche direkt gegen Vermittler auf Schadensersatz zu. In vielen Fällen sind die Anleger nicht umfassend beraten worden, wie es der Bundesgerichtshof fordert. Die Risiken sind nicht hinreichend beschrieben worden. Vielen Anlegern wurde nicht bewusst gemacht, dass ihnen auch das Eigentum an Containern nicht wirklich hilft, wenn die MMS Magellan Maritime Services in die Insolvenz geht. Wenn ihnen jetzt sogar das Eigentum strittig gemacht wird, ist das eine weitere Anspruchsgrundlage auf Schadensersatz gegenüber den Vermittlern. Der Schadensersatzanspruch führt dazu, dass der geschädigte Anleger so gestellt wird, als hätte er das Geschäft mit der MMS Magellan Maritime Services nie getätigt.

Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986.

Resch Rechtsanwälte bieten den Anlegern der MMS Magellan Maritime Services GmbH die kostenlose Prüfung ihres Falles an. Füllen Sie den Fragebogen aus oder rufen Sie an unter 030 885 97 70.