Noblewood Group – Warnung! BaFin untersagt Verkauf der Anlage

Anleger sollten sich vor den Angeboten der Noblewood Group aus Paraguay hüten, die trotz Verbotes durch die BaFin, um Anleger in Deutschland wirbt. Grund: Seit dem Jahr 2017 unterliegen auch Direktinvestments einer Prospektpflicht. Die Noblewood Group hat keinen Prospekt veröffentlicht und hält sich offensichtlich auch nicht an das Verbot durch die BaFin. Die Vorsicht ist auch aus ganz anderen Gründen angebracht. Gerade wie in der gegenwärtigen Niedrigzinsphase ist die vermehrte Suche nach alternativen Investments zu beobachten. Eine davon sind die so sympathisch erscheinenden Holzinvestments, handelt es sich doch um einen natürlichen und soliden Rohstoff mit einen grünen Image. Investoren können zwischen an der Börse zwischen Aktien, ETFs, Zertifikaten und offene Fonds wählen. Es werden zudem immer wieder geschlossene Waldfonds aufgelegt. Am häufigsten begegnet man jedoch den kleinen Anzeigen für Direktinvestments. Vielen Investoren gefällt die Idee direkt in einen Wald oder Baum zu investieren, ohne dass Banken oder Fondsgesellschaften dazwischen stehen. Das ist nicht nur direkt, sondern auch kreuzgefährlich. Außerdem gibt es große Unwägbarkeiten bei Holzinvestments in fernen Länder. Dort können politische Unruhen, Naturkatastrophen, Schädlingsbefall und schwankende Wechselkurse ihr Investment zusätzlich gefährden.

Noblewood Group: Investitionen in Holz dauern

So solide, wie das Holz selbst, sind die Investitionen in seine Erzeugung leider nicht. Beim Einstieg fließt die Investition meist in eine Forstfläche, dort werden zunächst Stecklinge gesetzt und man muss viele Jahre warten. Dann wird das erste Mal ausgeforstet, ein paar Jahre später geschieht das nochmals, um genügend Platz für die stärksten Bäume zu schaffen. Erst nach zwanzig bis dreißig Jahren können die Bäume gefällt und verkauft werden. Es handelt sich also, um ein sehr langfristige Investition.

Noblewood Group: Risiken im Forst
Bist das Holz soweit ist, vergeht ein halbes Erwachsenenleben. Allein deshalb ist eine solche Anlage nur für Investoren mit ausreichender Liquidität geeignet. Zudem können in den vielen Jahren des Wartens Probleme im Forst entstehen. Dies kann eine Dürre oder zu viel Regen sein, Erdrutsche und Waldbrände können die Anlage zunichte machen, Insekten und Krankheiten können die Bäume befallen, Diebe können das Holz stehlen und es lauern sicher noch mehr Gefahren für die ach so soliden Bäume

Noblewood Group: Risiken von Holzinvestments
Tätigt man seine Investitionen in Holz an der Börse, hat man es mit einem einheitlich geregelten Markt zu tun der einen gewissen Schutz bietet. Investiert man in Holz über einen geschlossenen Fonds können die Anleger auf ein wenig Sicherheit  hoffen, weil die BaFin ein Auge auf das Angebot wirft. Bei Direktinvestments entfällt jegliche behördliche Kontrolle, darum tummeln sich dort auch mehr schwarze Schafe, als weiße. Die Anbieter können häufig keine Erfahrungen oder Referenzen vorweisen, bieten keinen Einblick in eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung und die Anleger wissen nicht, ob sie es mit Forst-Fachleuten oder Glücksrittern zu tun haben.

Noblewood Group: Prüfen, prüfen, prüfen

Wenn es schwierig ist Informationen zu erhalten, sollte das eine erste Warnung sein. Wenn es keinen Verkaufsprospekt gibt dessen Inhalt auf seinen Wahrheitsgehalt überprüfbar ist, lässt man besser auch die Finger weg. Ratings und Siegeln von irgendwelchen Instituten sollten Anleger auch keinen Glauben schenken, denn sie sind oft nicht unabhängig oder geben Bewertungen und Siegel gegen entsprechende Bezahlung heraus, ohne das Angebot tatsächlich geprüft zu haben. Lassen Sie sich immer den Grundbucheintrag oder den Pachtvertrag für den Forst zeigen.

Noblewood Group: Direktinvestments mit Rechenkunststückchen
Meist geht es den Anbietern darum möglichst viel zu kassieren, am liebsten überteuerten Einstiegspreisen, versteckten Bewirtschaftungskosten, Gebühren und Provisionen. So fließen oft schon 30 Prozent des investierten Geldes ab, bevor der erste Steckling gesetzt ist. Zehn Prozent nimmt sich der Initiator, weitere zehn Prozent fließen in die Werbung und der Rest ist für die Vermittler der Anlage reserviert. In den Unterlagen steht dann, dass aus 10.000 am Ende 60.000 Euro werden, davon würden nur 15 Prozent für die Bewirtschaftung abgezogen. Das sind aber 90 Prozent der Investitionssumme.

Noblewood Group: Weitere Fallstricke bei Holzinvestments
Wissen Sie, wie viele Bäume einer bestimmten Art pro Hektar angepflanzt, später ausgeholzt und am Ende geerntet werden. Vermutlich nicht. Genausowenig, wie über die Glaubwürdigkeit von Wachstumsprognosen der Branche, mögliche Preisschwankungen und gravierende Preisstürze auf Holzmärkten, Qualitätsunterschiede zwischen Natur- und Plantagenbäumen und die daraus resultierenden Preisabschläge für letztere. Sie sind auf allen Ebenen von den Informationen des Initiators abhängig und damit ein potentielles Opfer für Betrug. Angesichts des fehlenden Anlegerschutzes bei Direktinvestitionen, sind das keine guten Aussichten.

Noblewood Group: Website ohne brauchbare Informationen
Man erfährt zwar den ungefähren Standort der Plantagen, aber nichts über die dort herrschenden Bedingungen. Es werden auch Rechenbeispiele für drei Baumarten vorgeführt, jedoch ohne den Mindestinvestitionsbetrag zu nennen und was ein Anleger dafür erhält. Nirgendwo steht ein Hinweis, wie viele Stecklinge Stecklinge pro Hektar in den Boden gesetzt werden und wie viele Kubikmeter Holz ein Baum liefert. Nichts wird über die Expertise der Initiatoren verraten. Offensichtlich möchte der Anbieter nicht informieren.

Noblewood Group: Holzinvestment mit Wohnprojekt gekoppelt
Auf der Website findet sich ein ominöses Koppelgeschäft. Angeboten wird ein Hektar mit 100 Quadratmeter Bungalow und Obstbäumen, sowie ein weiterer Hektar Forst, für zusammen 119.500 Euro. Dabei kann man zwischen den Optionen Australische Rotzeder, Kiri Paulownia und Mahagoni wählen. Es bleibt aber unklar, weshalb alle Baumarten inklusive sind, obwohl der Aufwand für den Forst nicht gleich sein dürfte. Ob Anleger dort wohnen wollen, ist eine ganz andere Frage, auf die weiter unten eingegangen wird.

Noblewood Group: Australische Rotzeder
Die Frage nach der Expertise ist berechtigt, denn der Betrieb eines Forstes erfordert viel Wissen. Eine der erwähnten Baumarten ist die Australische Rotzeder. Diese wird in Brasilien erfolgreich kultiviert, nachdem 2004 die ersten Sämlinge eingeführt wurden. Ein Setzling kostet einen knappen Dollar. Die Aufzucht der Bäume muss sehr sorgfältig erfolgen, gerade im ersten Jahr sind sie sehr empfindlich. Das Unkrautjäten zwischen den Bäumen und das Beschneiden der unteren Äste kostet in den 15 Jahren 4.500 Dollar pro Hektar.

Noblewood Group: Kiri Paulownia (Blauglockenbaum)
Auch die Aufzucht des Kiri Paulownia verlangt viel Wissen und ist anfänglich auch recht aufwändig. Tatsächlich ist es einer der am schnellsten wachsenden Bäume zur Gewinnung von hochwertigem Holz. Darum ist diese Baumart schon seit längerem ein Thema für Geldanlagen, allerdings verloren Anleger in Australien vor ein paar Jahren ihr gesamtes Kapital von zusammen etwa einer Milliarde Dollar, weil die Rendite weit hinter den Erwartungen zurückblieb, nachdem Schädlinge, Krankheiten und Buschfeuer den Plantagen zu setzen.

Noblewood Group: Mahagoni
Den größten Gewinn verspricht die Noblewood Group mit dem Erwerb einer eines Hektars mit Mahagoni. Dabei setzte sie stolze 1.000 Euro als Verkaufspreis an. Andere Anbieter sind da weit vorsichtiger und setzen nur 500 bis 600 Euro pro Kubikmeter an. Überträgt man das auf die Prognose der Noblewood Group schmälert sich der Gewinne von 200.000 auf nur noch 75.000 Euro. Ein Mahagoni-Setzling ist übrigens recht teuer und kostet etwa knapp zehn Euro. Da die  Angebote der Gruppe mit einem Landerwerb zum Bau eines Wohnhauses verknüpft ist, könnte man sagen, sei es drum. Oder nicht?

Noblewood Group: Nach Paraguay auswandern?

Das ehemalige Auswandererparadies für Deutsche ist schon lange keines mehr. Geiselnahmen und Überfälle gerade auf Deutsche sind auf der Tagesordnung. Anscheinend haben sich auch die klimatischen Bedingungen verändert. Dürren trocknen das Land aus und fördern so die zunehmenden Großfeuer. Dazu kommen Nachtfröste, welche die Stecklinge der oben genannten Arten gefährden. Trotz allem wurden in Paraguay so viele Holzplantagen angelegt, dass es zu einem starken Verfall der Holzpreise gekommen ist.

Noblewood Group: Gerichtsstand Asuncion
Mal davon abgesehen, dass es ohnehin schwierig ist, sich bei Direktinvestments abzusichern, kommt hier hinzu, dass die Firma ihren Sitz  in Paraguay hat. Dort müssten dann auch die Rechtsstreitigkeiten ausgetragen werden. Zwar geht man im Angebot davon aus, dass die Anleger auch auswandern, aber ob das tatsächlich geschieht, ist zumindest fraglich. Falls nicht, haben sie einen Forst, ohne persönliche Kontrolle, in einem fernen Land, mit einer fremden Sprache und einem anderen Rechtssystem als Deutschland.


Noblewood Group: Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986

Resch Rechtsanwälte bieten den Anlegern in Angebote der Noblewood Group die kostenlose Prüfung ihres Falles an. Bitte füllen Sie dazu den Fragebogen aus oder rufen Sie an, unter 030 885 97 70.

Imagefilm

Wenn Sie als Kapitalanleger Probleme haben, dann sind Resch Rechtsanwälte für Sie da.
Wenn Sie als Kapitalanleger Probleme haben, dann sind Resch Rechtsanwälte für Sie da.

Referenzen

Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.
Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.