P&R Gruppe- 1,6 Millionen Container fehlen

Die Staatsanwaltschaft München hat im Mai 2018 die Arbeitsgruppe Container eingerichtet. Gegen frühere und heutige Geschäftsführer der P&R Gruppe werden Ermittlungen wegen des Verdachtes des Betruges aufgenommen. Es geht darum, dass im Rahmen des P&R Insolvenzverfahrens von dem Insolvenzverwalter Jaffé aus München festgestellt wurde, dass zwei Drittel der angeblich gekauften 1,6 Millionen P&R Container gar nicht auffindbar sind. Nur 618.000 P&R Container sind überhaupt vorhanden und diese sind nur sehr schwierig dem jeweiligen P&R Anleger zuordenbar.

Kein Eigentum der P&R an Containern

 Damit haben sich Sorgen bewahrheitet, dass es im P&R Insolvenzverfahren für die P&R Anleger gar kein Eigentum gibt und dass sie damit auch kein Aussonderungsrecht im Insolvenzverfahren geltend machen können. Freilich war dieser Eigentumsaspekt nicht verbunden mit dem jetzt aufgedeckten Fehlen der unglaublichen Anzahl von 1,6 Millionen Containern.

P&R Container ein Schneeballsystem

Es bekräftigt sich der schon seit Längerem im Raume stehende Verdacht, dass die P&R Gruppe ein Schneeballsystem aufgebaut hatte und mit einem Großteil der P&R Anlegergelder gar keine Container gekauft wurden, sondern mit den Einnahmen die Containermieten für die P&R Altkäufer bedient hat. Im Fokus der Ermittlungen der jetzt auch strafrechtlichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in München steht jetzt der Mehrheitseigentümer Heinz Roth, der am 06. Juni 2017 von allen Geschäftsführerposten der P&R Gruppe zurücktrat. Roth hatte allein in 2015 32,5 Millionen Euro an Jahresbezügen und Gewinnbeteiligungen erhalten.

Mietzahlung für P&R Container nur aus frischen Einnahmen
Der Insolvenzverwalter kommt zu dem Ergebnis, dass es über mehrere Jahre eine Mietunterdeckung von jährlich durchschnittlich 170 Millionen Euro gegeben hat. Wenn also die Mieten immer pünktlich bezahlt wurden, können diese Gelder wohl nur aus den „frischen“ Einnahmen generiert worden sein.

Das P&R Container Geschäftsmodell
Die Anleger der P&R Gruppe haben von den diversen P&R Gesellschaften Container gekauft und sogleich wieder zurückgemietet. Die Container wurden über die P&R Equipment & Finance Corp. mit Sitz im schweizerischen Zug dem Markt zur Verfügung gestellt. Meist nach 5 Jahren, dem Ablauf des Vertrages, konnten die Anleger dann die Container an die P&R Gruppe zurückverkaufen. Die wurden dann innerhalb der P&R Gruppe weiter verwertet. Der heutige Fehlbestand von derzeit 1,6 Millionen Containern hat sich seit dem Jahr 2007 kontinuierlich aufgebaut.

P&R Insolvenzverwalter bitte P&R Anleger um Geduld
Insolvenzverwalter Jaffé versucht derzeit, die Handlungsfähigkeit der P&R Gruppe aufrechtzuerhalten. Es wird intensiv an Maßnahmen gearbeitet, um die Erlöse zu sichern, die noch vorhandenen P&R Container also zu vermieten und die Erlöse zur Insolvenzmasse fließen zu lassen. Dabei ist die Aufteilung zwischen den deutschen und den schweizerischen Unternehmen der P&R Gruppe nicht unbedingt förderlich. Der Insolvenzverwalter ruft die Anleger auf, Ruhe zu bewahren und die Fortschritte in den einzelnen Insolvenzverfahren abzuwarten. Die Anleger können ihre Ansprüche derzeit noch nicht anmelden. Zurzeit gilt es abzuwarten.

Können Scheingewinne von P&R Anlegern zurückgefordert werden?
Aber schon jetzt ist für die Anleger klar, dass sie kein Eigentum erworben haben, sondern dass alle Container in die Insolvenzmasse fließen. Die Anleger sind also Gläubiger. Eine der noch offenen Fragen wird allerdings sein, ob der Insolvenzverwalter die Ausschüttungen als Scheingewinne zurückfordern könnte. Dies ist eine Gefahr, der sich viele Anleger noch nicht bewusst sind. Dabei ist es die gängige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, dass Scheingewinne, also zum Beispiel Gewinne aus dem hier offenkundigen Schneeballsystem, im Falle der Insolvenz wieder zurückgefordert werden können. Die Abwehr derartiger Rückforderungsansprüche an den Insolvenzverwalter gestaltet sich oft schwierig. Es kommt immer auf den Einzelfall an.

Schadensersatzansprüche gegen P&R Vermittler
Grundsätzlich steht den P&R Anlegern ein Schadensersatzanspruch zu, wenn sie nicht über die die Risiken des Erwerbs der P&R Container aufgeklärt wurden. Die P&R Anleger werden so gestellt, als hätten sie die Container nie erworben.

Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986
Wenn Sie Anleger bei der P&R Gruppe sind und mehr über diese Probleme erfahren wollen, rufen Sie an unter 030 885 97 70 oder füllen Sie den Fragebogen aus.  Sie erhalten eine kostenlose Ersteinschätzung Ihres Falles.