P&R Insolvenzverwalter sichert Vermögen in der Schweiz

Insolvenzverwalter Jaffé ist jetzt nach eigenen Ermittlungen dabei, Vermögenswerte eines Schweizer Ablegers der P&R Containergruppe zu sichern. Die P&R Equipment Finance Corp. aus Zug hat das operative Geschäft gesteuert und ist immer noch aktiv. Die P&R Equipment Finance Corp. in Zug hatte die Aufgabe, die Container anzukaufen und zu verkaufen. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Vermietung der Container. Sie ist nicht, wie die deutschen P&R-Vertriebsgesellschaften, zahlungsunfähig. Die P&R Equipment Finance Corp. ist weiter tätig und erwirtschaftet auch mit den Containern frisches Geld.

Dem hat jetzt Insolvenzverwalter Jaffé einen Riegel vorgeschoben. Er sichert den Zugriff auf die Einnahmen der P&R Equipment Finance Corp. mit einem Pfandrecht. „Damit ist sichergestellt, dass das dort vorhandene Vermögen im Ergebnis den Anlegern zugutekommt“, so erklärt Jaffé.

Der Zusammenbruch der P&R Containergruppe ist für fast 60.000 Anleger ein Schock gewesen. Fast 40 Jahre lang hatte die P&R Containergruppe um Direktinvestments von Privatanlegern geworben. Die Anleger sollten kaufen. Die Anlagen wurden dann zurückgeleast und dafür wurden feste Mieten bezahlt. Nach 5 Jahren erfolgte ein Rückkaufsangebot. Die P&R-Direktanleger erzielten unter´m Strich Renditen bis zu 5 %. Im Jahr 2018 meldete die P&R Containergruppe dann Insolvenz an. Dabei stellte sich heraus, dass nur rund 600.000 der 1,8 Millionen vermeintlich gekauften Container vorhanden waren. Es ist also davon auszugehen, dass  es sich bei dem ganzen Konzept um ein Schneeballsystem handelt. Entsprechend laufen seit Monaten die Ermittlungen einer Sonderkommission des LKA in München. Vor Kurzem wurde der Gründer Heinz Roth wegen des Verdachtes des Betruges in Haft genommen. Mit Heinz Roth sitzt die zentrale Figur in der P&R Containerwelt in Haft. Nach außen hat sich der inzwischen 75-Jährige weitgehend aus dem Geschäft zurückgezogen. So wurde für die P&R Equipment Finance Corp. kürzlich ein Schweizer Wirtschaftsprüfer als Verwaltungsratspräsident bestellt. Auch bei einem Partnerunternehmen, der britischen Blue Sky Intermodel Ltd., hat Heinz Roth seine Position als Direktor aufgegeben.

Die schweizerische P&R und die Blue Sky in England sind eng verbunden. Wie der Insolvenzverwalter mitteilt, stammte rund ein Drittel der Leasingeinnahmen von der Blue Sky. Die P&R Equipment Finance Corp. hält zudem einen Anteil von 41,67 % an der Blue Sky. Heinz Roth war dort seit 2007 Mitglied im „Board of Directors“.

Für die Anleger ist dies ein wichtiger Punkt. Diese enge Verflechtung hätte in den Prospekten enthalten sein müssen. Offenkundig kann es Interessenkonflikte bei Roth und anderen Beteiligten gegeben haben. Sie waren zugleich für den Finanzierer als auch für das Containermanagement tätig. Insolvenzverwalter Jaffé berichtet, dass die Einnahmen aus der Containervermietung an Leasing- und Transportgesellschaften wie Blue Sky zunächst in der Schweizer Gesellschaft erzielt wurden. Diese reichten jedoch bei Weitem nicht aus, um die gegen die deutschen Gesellschaften gerichteten Ansprüche der Anleger zu decken.

Einzelheiten zu diesem Firmengeflecht wird Jaffé in der Gläubigerversammlung im November den Anlegern mitteilen.

Inwieweit Schadensersatzansprüche gegen Roth geltend gemacht werden können, wird derzeit geprüft. Auch Schadensersatzansprüche gegen die Anlageberater sind rechtlich grundsätzlich begründet. Wie auch der Insolvenzverwalter anerkennt, sind rechtlich gesehen keine Eigentumsübertragungen der Container an die Käufer vorgenommen worden. Allenfalls bei den Anlegern, die ein Zertifikat haben, könnte dieses der Fall sein. Dies zu erkennen, war nicht sonderlich schwer. Ein Anlageberater muss die Produkte kennen und prüfen, bevor er sie einem Anleger anbietet. Nach den Erkenntnissen von Resch Rechtsanwälte ging es den Anlegern darum, direkt Container zu haben. Dies wurde ihnen als Sicherheit von Seiten der Anlageberater angepriesen. Wäre ihnen bewusst gewesen, dass sie keineswegs eigene Container erwerben, wären viele vor dem Kauf zurückgeschreckt.

Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986
Resch Rechtsanwälte bieten den Anlegern der P&R Containerfonds die kostenlose Prüfung ihres Falles an. Füllen Sie den Fragebogen aus oder rufen Sie an unter 030 885 97 70.