P&R Container - Strafprozess gegen Gründer geplatzt

Der 76 Jahre alte P&R-Gründer Heinz Roth ist nicht verhandlungsfähig. Deshalb wurde der Haftbefehl gegen Roth aufgehoben wegen Verhandlungsunfähigkeit durch Krankheit.
Welche Konsequenzen hat das für die Anleger der P&R Container?


P&R Container: Größter Anlegerskandal der Nachkriegszeit
Der Hauptangeklagte Heinz Roth ist damit aus dem Strafverfahren ausgeschieden. Das Verfahren wird gegen andere Beteiligte des Unternehmens fortgesetzt. Roth ist sicherlich die Schlüsselfigur eines der großen Anlegerskandale der deutschen Nachkriegszeit. Die P&R Gruppe hatte mehr als 1,6 Millionen Container an über 54.000 Anleger verkauft und angeblich in deren Auftrag vermietet. Tatsächlich existieren aber über 1 Million Container überhaupt nicht. Seit über 10 Jahren betrieb Roth ein Scheingeschäft.

P&R Container: Roth dauerhaft verhandlungsunfähig
Nach einem gerichtsärztlichen Gutachten geht die Strafkammer des Landgerichts München davon aus, dass Roth so schwer erkrankt ist, dass er nicht wieder gesundet, sondern dauerhaft verhandlungsunfähig bleiben wird. Die Staatsanwaltschaft schließt sich dieser Einschätzung an. Unklar bleibt, welcher Art Roths Krankheit ist. Allerdings verzichtet ein Gericht üblicherweise nur dann auf einen Strafprozess, wenn es davon ausgeht, dass der Angeklagte unheilbar krank ist.

P&R Container: Roth Geschäftsmodell basierte auf Scheingeschäften
Das Imperium des Heinz Roth brach im Frühjahr 2018 zusammen. Während der Insolvenz wurde festgestellt, dass Zweidrittel der Container gar nicht existieren. Nach den Ausführungen des Insolvenzverwalters in der Gläubigerversammlung wissen die die Anleger, dass Anfang des Jahrzehnts Heinz Roth trotz der Weltwirtschaftskrise weiterhin die den Anlegern die versprochenen Mieten zahlen wollte, obwohl auch der Markt für Container zusammengebrochen war. Die Liquidität konnte nur durch den Verkauf der Container unter Preis gesichert werden. Die damals entstandene Lücke konnte nie wieder aufgefüllt werden.

P&R Container: Machen Zivilklagen gegen Roth Sinn?
Auf die Schadensersatzansprüche, die den Käufern der P&R Container zustehen, hat die Verhandlungsunfähigkeit von Heinz Roth keine Auswirkungen. Das gilt natürlich nur, wenn die geschädigten Anleger nicht die Absicht hatten, Heinz Roth persönlich in die Haftung zu nehmen. Dies hätte juristisch sicherlich Aussicht auf Erfolg. Angesichts der riesigen Schadensdimension wäre Roth finanziell wohl nicht in der Lage gewesen, den von ihm angerichteten Schaden in Milliardenhöhe wiedergutzumachen. Ein juristischer Pyrrhussieg wäre es gewesen.

P&R Container: Haftung der Anlageberater
Aber in vielen Fällen gibt es bereits Möglichkeiten, die Anlageberater in die Haftung zu nehmen. Zuletzt hatte das Landgericht Erfurt einen Vermittler zum Schadensersatz verurteilt. Dies selbst dann, obwohl er eigentlich nur den Initialkauf durchgeführt hatte. Das Landgericht Erfurt hatte festgestellt, dass der Anleger auch in der Folge immer wieder auf die mit dem Erwerb der Container verbundenen Risiken von dem Anlageberater hätte hingewiesen werden müssen.

P&R Container: Rückzahlung der Ausschüttungen
Des Weiteren schwebt über den Anlegern der P&R Container das Risiko der Rückforderung von Ausschüttungen. Weil ein Großteil der Container gar nicht existierte, wurde ein reines Scheingeschäft betrieben. Grundsätzlich kann in diesen Fällen ein Insolvenzverwalter die ausgeschütteten Scheingewinne zurückfordern.

Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986
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