P&R Insolvenzverwalter bietet Vergleich an

Interessante Neuigkeiten vom Insolvenzverwalter Jaffé, der die Insolvenz der drei P&R Vertriebsgesellschaften betreut. Er bietet den Anlegern eine Abschlagszahlung an, wenn sie seinen Vergleichsvorschlag annehmen. Wie bereits von Resch Rechtsanwälte befürchtet, prüft der Insolvenzverwalter im Rahmen von Musterverfahren, ob bereits geleistete Ausschüttungen wieder zurückgefordert werden.

P&R Insolvenz: 1 Million Container fehlen

 Über 54.000 Anleger hatten rund 3 Milliarden Euro in die Container der P&R Gruppe investiert. Im Jahr 2018 mussten dann die P&R Vertriebsgesellschaften Insolvenz anmelden. Im Rahmen der Insolvenz stellte sich dann heraus, dass von den vermeintlich 1,6 Millionen gekauften Containern tatsächlich nur 600.000 Stück existierten. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 3 Milliarden Euro.

P&R Insolvenz: Verzicht auf Verjährung wegen Rückforderung
Im Rahmen der Insolvenz haben dann viele Anleger ihre Forderungen zur Insolvenztabelle angemeldet. Der Insolvenzverwalter bietet jetzt einen Vergleichsbetrag an. In der Vergangenheit gab es unterschiedliche Berechnungsmethoden, wie hoch die Insolvenzquote ausfallen würde. Für viele Anleger bedeutet das Vergleichsangebot, dass sie einen geringeren Betrag erhalten werden. Der kleine Haken ist aber, dass die Anleger bei Abschluss des Vertrages darauf verzichten müssen, Ansprüche gegen die Schweizer P&R Gesellschaft zu stellen. Dort in der Schweiz wird das eigentliche Containergeschäft betrieben. Zudem sollen die Anleger auf die Einrede der Verjährung verzichten, das heißt, Ansprüche auf Rückforderung von Ausschüttungen verjähren nicht.

P&R Insolvenz: Warum werden Ausschüttungen zurückgefordert?
Unabhängig also von der Annahme des Vergleiches will der Insolvenzverwalter Jaffé prüfen lassen, ob Ausschüttungen zurückgefordert werden können. Dies war bereits Thema in den Gläubigerversammlungen aus dem Oktober des vergangenen Jahres. Hintergrund dieser Rückforderungsüberlegungen ist die Tatsache, dass es sich bei dem Kauf der Container größtenteils um Scheingeschäfte gehandelt hat. Weil von den verkauften 1,6 Millionen Containern tatsächlich nur 600.000 Stück vorhanden waren, betrieb die P&R eine Art Schneeballsystem. Anleger glaubten, ihre Container zu kaufen, zu vermieten und wieder an die P&R zurück zu verkaufen. Tatsächlich wurde nur Geld gedreht. Es war eine Art Schneeballsystem, ohne dass tatsächlich Container gekauft, vermietet und zurückgekauft worden wären.  Ein klassisches Scheingeschäft.

P&R Insolvenz: Musterverfahren sollen Klarheit bringen
Wie bereits von Anlegern befürchtet, könnte dieses Scheingeschäft dazu führen, dass die damaligen Ausschüttungen zurückgefordert werden. Der Insolvenzverwalter schreibt, dass Musterverfahren Klarheit bringen sollen. Wie das im Einzelnen aussehen könnte, erschließt sich derzeit nicht. Letztlich kommt es immer auf die individuellen Gegebenheiten an, die in einem Musterverfahren nicht geklärt werden können.

P&R Insolvenz: Vergleich annehmen
Anleger müssen sich allerdings bewusst sein, dass die Annahme des Vergleiches mit der Rückforderung der Ausschüttungen nichts zu tun hat. Auch wer als Anleger den Vergleich annimmt, muss mit der Geltendmachung der Rückforderungsansprüche rechnen. Trotzdem kann man den Anlegern nur raten, dass sie dem von Jaffé angebotenen Vergleich zustimmen und auf die Verjährungseinrede zu verzichten.

Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986
Wenn Sie ein Anleger der P&R sind und mehr zu diesem Thema wissen möchten, insbesondere, wie Sie potenzielle Rückforderungsansprüche abwehren können, rufen Sie an unter 030 885 97 70 oder füllen Sie den Fragebogen aus.  Sie erhalten eine kostenlose Ersteinschätzung.