PICAM Unternehmensverbund ++ Jetzt fallen die Dominosteine ++ Varian meldet Insolvenz an

Die Insolvenz der Firmen des PICAM Unternehmensverbundes schien nach der Razzia vom 05.02.2018 unabwendbar. Jetzt wird die Prognose wahr. Als Erste meldet die Varian defensive capital GmbH am 22.02.2017 auf Antrag der BaFin beim Amtsgericht Augsburg die Insolvenz an. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Michael Bauer.

Was macht die Varian defensive capital GmbH?
Innerhalb des PICAM Unternehmensverbundes hatte die Varian defensive capital GmbH die Aufgabe, möglichst viele Anleger in das PICCOX Produkt umzuswitchen. Die Varian defensive capital GmbH darf nicht mit der Varian DC Service GmbH oder Varian AG aus Liechtenstein verwechselt werden. Nachdem die Schweizer Finanzaufsicht FINMA vor dem Geschäftsmodell der Varian AG gewarnt hatte, wurde über die Varian defensive capital GmbH 2017 ein neues Produkt, die PICCOX Inhaberschuldverschreibung der Emittentin PICCOX SECURATION SA in Luxemburg angeboten. Das Emissionsvolumen beträgt 300 Millionen Euro.

PICAM Varian: War es Schneeballsystem?

Aus dem Beschluss des Amtsgerichts Tiergarten in Berlin zur Razzia lässt sich entnehmen, dass die Ermittlungsbehörden davon ausgehen, dass das gesamte Konzept des PICAM Unternehmensverbundes ein Schneeballsystem darstellen dürfte. Das angekündigte Geschäftsmodell der PICAM, mit dem durch rechnergestütztes Trading hohe Gewinne erwirtschaftet werden sollten, existierte schlichtweg nicht.

PICAM: Rückforderung von Scheingewinnen

Viele PICAM Anleger haben sich durch die hohen in ihren Abrechnungen ausgewiesenen Gewinne blenden lassen. Ein böses Erwachen könnte es für diejenigen geben, die sich ihre Gewinne haben auszahlen lassen. Sollte auch der Insolvenzverwalter zu dem Ergebnis kommen, dass alle Ausschüttungen nur auf Scheingewinnen beruhten, droht den Anlegern der PICAM-PICCOR-Gruppe die Rückforderung der Ausschüttungen. Anleger müssen prüfen lassen, inwieweit solche Forderungen auf Rückzahlung von Ausschüttungen wegen der Scheingewinne abgewehrt werden können.

PICAM: Wer ersetzt Anlegern den Schaden?
Viele Anleger werden sich die Frage stellen, von wem sie ihr Geld zurückverlangen können. Grundsätzlich sind die Vermittler in der Haftung, wenn sie das gesamte Varian/PICAM/PICCOR-Geschäftsmodell nicht intensiv auf Plausibilität geprüft haben. Schon die Antragsformulare machen deutlich, dass für die Anleger völlig unklar war, was eigentlich mit ihrem Geld passieren würde. Es werden dort unklare und schwer definierbare Begriffe genutzt. Spätestens da hätten alle Vermittler hellhörig werden müssen.

PICAM: 90 Millionen Euro in München beschlagnahmt
Eine gute Nachricht ist, dass bei der Münchener V Bank knapp 90 Millionen Euro sichergestellt wurden. Damit könnte letztendlich ein Teil des Gesamtschadens von rund 300 Millionen Euro ausgeglichen werden. An vielen Stellen bleibt aber die Entwicklung unklar. Für die Anleger des PICAM Unternehmensverbundes bedeutet es, dass sie sich bemühen müssen, alle Entwicklungen stets zu verfolgen, um potenzielle Schadensersatzansprüche zur Rückführung ihrer Einlage geltend zu machen.

Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986

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