Risiko Bitcoin ++ Warnung des DIW

Vor den Risiken der virtuellen Währung Bitcoin warnt die Forschungsdirektorin Finanzmärkte am DIW Berlin, Dorothea Schäfer. Der Bitcoin ist Teil des Grauen – wenn nicht gar des Schwarzen Kapitalmarktes, sagt sie. Der Bitcoin sei nicht zu regulieren.

Bitcoin: Problem im täglichen Leben

Der Bitcoin ist kein gesetzliches Zahlungsmittel, insbesondere nimmt auch das Finanzamt keine Bitcoins an. Aber auch die tägliche Nutzung der Kryptowährung bietet erhebliche praktische Risiken.

Bitcoin: Risiko mit dem Finanzamt
Spätestens nämlich dann, wenn man darauf Steuern bezahlen muss, besteht ein hohes Kursrisiko. Für den Fiskus muss der Nutzer die Kryptowährung in Euro umtauschen. Weil aber die Wertentwicklung des Bitcoins alles andere als stabil läuft, ist auch die Steuerlast völlig unberechenbar. So hat sich der Bitcoin allein in 2017 im Wert verzehnfacht. In den Jahren zuvor gab es immer wieder drastische Einbrüche, wie dieses auch Anfang Dezember 2017 geschehen ist.

Bitcoin: Die Zigarettenwährung der Neuzeit
Dorothea Schäfer vergleicht den Bitcoin mit der Zigarettenwährung nach dem II. Weltkrieg. Zigaretten taugten als Währung, weil sich hinreichend viele Leute darauf verständigt hatten, Zigaretten im Tausch gegen andere Konsumgegenstände zu akzeptieren.

Bitcoin: Ein Produkt des Schwarzen Kapitalmarktes
Trotzdem hätten Zigaretten nie die Vorteile des gesetzlichen Zahlungsmittels gehabt. Auch der Bitcoin ist nicht zu regulieren. Solange es sich bei dem Bitcoin um ein Produkt des Schwarzen Kapitalmarktes handelt, ist eine Regulierung des Bitcoin-Marktes sogar unnötig. Der Bitcoin hat nur ein begrenztes Anlagevolumen und eine begrenzte private Nutzung als Zahlungsmittel. Niemand ist gezwungen, sich auf Bitcoins einzulassen.

Bitcoin: Jetzt als Futures zugelassen
Auch wenn der Bitcoin jetzt auf dem Finanzmarkt auftaucht, bleibt das Ganze ein hochspekulatives Element. Im Terminhandel wurden an der größten Derivatebörse CMN die ersten Futures auf die Digitalwährung Bitcoin herausgebracht. Hier ist es wichtig, dass die Bankenaufsichten weltweit einschreiten. Wenn Banken sich mit diesen hochspekulativen Produkten befassen, dann muss die Aufsicht in die Lage versetzt werden, Investitionen in Bitcoin-Derivate zu verbieten oder aber die Banken zu sehr hohen Eigenkapitalanforderungen zu zwingen.

Bitcoin: Stabilitätsrisiko für den herkömmlichen Kapitalmarkt

Hier sieht Dorothea Schäfer allerdings erheblichen Regulierungsbedarf. Die Instrumente, mit denen die Aufsichten einer Vernetzung von Kryptowährungen und herkömmlichen Finanzmärkten wirksam begegnen können, fehlten weitgehend. Eine volumenmäßig starke Vernetzung von geregeltem Kapitalmarkt und Krypto-Währung stellt deshalb ein hohes Stabilitätsrisiko für den herkömmlichen Finanz- und Bankenmarkt dar.

Bitcoin: Trennung vom herkömmlichen Kapitalmarkt

Schäfer schlägt vor, die Vernetzung des Krypto-Währungsmarktes mit seinen unberechenbaren Risiken mit dem herkömmlichen Kapitalmarkt zu verhindern. Das sieht offenkundig die amerikanische Aufsicht anders. Sie hatte die Erlaubnis erteilt, dass die ersten Derivate als Futures auf den Markt kommen, mit denen man auf steigende Bitcoin-Kurse spekulieren kann, ohne selbst Bitcoins kaufen zu müssen. Diese Futures sind Börsenkontrakte, mit denen man schon heute den Preis für einen Rohstoff eine Währung sichern kann, die man später erhält.

Bitcoin: Auch die Federal Reserve warnt

Aber auch die amerikanische Notenbank warnt vor langfristigen Gefahren der digitalen Währung. Derzeit gäbe es zwar kein Risiko für die Stabilität des Finanzsystems. Sollte die Digitalwährung sich aber ausbreiten, könnte dies zu ernsthaften Problemen führen.