VentaFonds Opportunity II Dubai + VAE: Berater zu Schadensersatz verurteilt

Das Landgericht Berlin hat einen Anlageberater auf Rückabwicklung und Schadensersatz verurteilt. Der Anlageberater hat die Beteiligung an dem Ventafonds Opportunity II Dubai + VAE GmbH & Co KG (Ventafonds II Dubai) als eine sichere Anlage zur Altersvorsorge angepriesen. In Dubai boome die Immobilienbranche, es wären hohe Gewinne zu erzielen. Durch den Erwerb der Immobilie bestünde keine Verlustgefahr und kein Risiko, die Rendite betrage 14 %. Der Prospekt sei dem Kläger erst im Nachhinein übergeben worden.

Ventafonds II Dubai: Informationspflichten des Anlageberaters

Das Landgericht Berlin stellt fest, dass der beklagte Anlageberater seine Pflicht aus dem Anlageberatungsvertrag verletzt hat.

Dazu heißt es: „Ein Anlageberater ist zu einer anleger- und objektgerechten Beratung verpflichtet. Inhalt und Umfang der Beratungspflicht hängen dabei von den Umständen des Einzelfalls ab. Maßgeblich sind einerseits der Wissenstand, die Risikobereitschaft und das Anlageziel des Kunden und andererseits die allgemeinen und speziellen Risiken, die sich aus der Besonderheit des Anlageobjektes ergeben. Die Beratung hat sich auf diejenigen Eigenschaften des Anlageobjektes zu beziehen, die für die jeweilige Anlageentscheidung wesentliche Bedeutung haben oder haben können. Während darüber richtig, sorgfältig, zeitnah, vollständig und für den Kunden verständlich zu unterrichten ist, muss die Bewertung und Empfehlung des Anlageobjektes unter Berücksichtigung der genannten Gegebenheiten lediglich ex ante betrachtet vertretbar sein. Das Risiko, dass eine aufgrund anleger- und objektgerechter Beratung getroffene Anlageentscheidung sich im Nachhinein als falsch erweist, trägt der Anleger (BGH, Urteil vom 29. April 2014 – XI ZR 477/12). Eine ordnungsgemäße Beratung kann dabei auch durch Übergabe von Prospektmaterial erfolgen, sofern der Prospekt nach Form und Inhalt geeignet ist, die nötigen Informationen wahrheitsgemäß und verständlich zu vermitteln und er dem Anlageinteressenten so rechtzeitig vor dem Vertragsschluss übergeben wird, dass sein Inhalt noch zur Kenntnis genommen werden kann (BGH, Urteil vom 24. April 2014 – III ZR 389/12).

In dem vom Landgericht Berlin zu entscheidenden Fall hat der Anlageberater die Risiken des Ventafonds II Dubai  gezielt verharmlost dargestellt. Die Angaben des Anlageberaters zur Aufklärung der Risiken blieben blass und vage. Was genau der Gegenstand der Erörterungen war, hatte der Anlageberater nicht hinreichend vorgetragen.

Ventafonds II Dubai: Sekundäre Darlegungslast des Beraters
Zwar sei es grundsätzlich Sache der klagenden Partei, Fehler der Anlageberatung darzutun und zu beweisen. „Dem kommt sie nicht schon dadurch nach,  dass sie lediglich pauschal behauptet, nicht auf die Risiken der Beteiligung hingewiesen worden zu sein. Erforderlich ist vielmehr ein konkreter Vortrag zu insbesondere Anlageziel und den konkreten Fehlern im Rahmen der Beratung. Dennoch trifft den Berater die sogenannte sekundäre Darlegungslast. Er muss nicht nur zeitlich und räumlich konkretisiert, sondern inhaltlich spezifiziert den Inhalt der Aufklärung vortragen, insbesondere über die speziellen Risiken, die mit der konkret ins Auge gefassten Anlage verbunden sind. Es muss ersichtlich sein, dass der Anlageberater die vom Anleger gegebenen Informationen und Unterlagen unter Berücksichtigung der Anlageziele und der Risikobereitschaft des Anlegers fachkundig bewertet und beurteilt. Insoweit gilt es zum einen, personenbezogene und zum anderen objektbezogene Kriterien zu beachten. In Bezug auf das Anlageobjekt hat sich die Beratung auf diejenigen Eigenschaften und Risiken zu beziehen, die für die jeweilige Anlageentscheidung wesentliche Bedeutung haben oder haben können. Dabei ist zwischen allgemeinen Risiken (Konjunkturlage, Entwicklung des Börsenmarktes) und den speziellen Risiken zu unterscheiden, die sich aus den individuellen Gegebenheiten des Anlageobjektes ergeben. Der Anlageinteressent muss über alle Umstände unterrichtet werden, die für das Anlagegeschäft von Bedeutung sind (OLG Frankfurt/Main, Urteil vom 13. März 2014 – 22 U 115/12).

Ventafonds II Dubai: Berater muss gesamten Schaden ersetzen
Diesen Kriterien ist der Anlageberater in dem vom Landgericht Berlin entschiedenen Fall nicht nachgekommen. Er hat lediglich pauschal auf das Beratungsprotokoll, wonach anhand der Prospekte über Risiken aufgeklärt worden sei bzw. auf die Beitrittserklärung, aus der hervorgehe, dass es sich um eine unternehmerische Beteiligung handelt, hingewiesen. Der Anlageberater muss den kompletten Schaden ersetzen Zug um Zug gegen Abtretung der Rechte aus der Beteiligung an dem Ventafonds II Dubai. Das Urteil des Landgerichts Berlin ist noch nicht rechtskräftig.

Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986

Resch Rechtsanwälte bieten den Anlegern von VentaFonds Opportunity II Dubai + VAE die kostenlose Prüfung ihres Falles an. Füllen Sie das Kontaktformular aus oder rufen Sie an unter 030 885 97 70.

Imagefilm

Wenn Sie als Kapitalanleger Probleme haben, dann sind Resch Rechtsanwälte für Sie da.
Wenn Sie als Kapitalanleger Probleme haben, dann sind Resch Rechtsanwälte für Sie da.

Referenzen

Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.
Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.