Die Gefahren von Crowdfunding

Das digitale Zeitalter gewährt Unternehmern immer mehr Möglichkeiten benötigtes Kapital zu generieren. Beispielhaft zu nennen sei hierbei das Crowdfunding oder Crowdinvesting. Viele Verbraucherschützer warnen vor den hohen Risiken einer solchen Schwarmfinanzierung. Gefährlich am Crowdfunding ist vor allem die Ungleichheit der Risikoverteilung. Während die Unternehmer beim Crowdfunding von einer unkomplizierten Kapitalbeschaffung profitieren, erhält der Anleger mit dem Crowdfunding eine höchst unsichere Geldanlage.

Crowdfunding: Die Spendendose des Digitalzeitalters

Crowdfunding Kampagnen etablieren sich immer mehr in der deutschen Wirtschaft. Dabei war Crowdfunding vor ein paar Jahren noch nahezu unbekannt. Zunächst musste das moderne Finanzierungskonzept des Crowdfunding erst einmal publik gemacht werden. Vor allem Spendenaktionen bewerkstelligten die Verbreitung von Crowdfunding. Beispielhaft zu nennen für Crowdfunding sei die Finanzspritze für den Hamburger Eishockey-Klub „Hamburger Freezers“. Die Fans spendeten füber ein Crowdfunding-Konzept fleißig und retteten damit die Existenz ihres geliebten Sportvereins.

Crowdfunding: Selten für einen „guten Zweck“
Was als Crowdfunding Spendenportal für gute Zwecke begann, entwickelte sich Stück für Stück als attraktives unternehmerisches Instrument, um Kapital anzuhäufen. Unternehmer haben die Möglichkeit ihr Crowdfunding Projekt im Internet anzupreisen. Zum einen werben sie bei Crowdfunding wirksam für ihr Produkt und zum anderen werden potentielle Anleger generiert. An dieser Stelle wird Crowdfunding zu Crowdinvesting. Waren es zu Beginn nur kleine Projekte wie Start Up Unternehmen, sind mittlerweile auch große Immobilienprojekte an dem Konzept Crowdinvesting interessiert. Der Immobiliensektor macht mittlerweile bereits 60% der angebotenen Crowdfunding-Projekte aus.

Crowdfunding: Die Unterschiede zum Crowdinvesting
Crowdfunding und Crowdinvesting basieren auf einer Schwarmfinanzierung. Der große Unterschied besteht darin, dass der Geldgeber beim Crowdinvesting Aussicht auf den Erhalt einer Rendite bekommt. Was zunächst chancenreich klingt, ist mit vielen Risiken für den Anleger verbunden. Sollten außerplanmäßige Kosten auf das Unternehmen zukommen, muss es seiner Pflicht der Rückzahlung an die Anleger nachkommen. Nicht selten kann dies existenzbedrohend für das Unternehmen sein. Hieraus folgt ein Totalverlustrisiko des eingesetzten Kapitals der Anleger. Aus diesem Grund schlagen viele Verbraucherschützer und die Finanzaufsicht beim Crowdinvesting Alarm.

Crowdfunding: Das unterschätzte Totalverlustrisiko beim Crowdinvesting
Die Erfahrungen im Bereich des Crowdinvesting haben gezeigt, dass die Geldgeber nur schwer an ihr investiertes Kapital kommen. Den Anlegern werden teilweise Alternativen zur Herausgabe des Kapitals angeboten. Beispielsweise bot die Hamburger Firma „Protonet“ ihren Geldgebern Anteile am Unternehmen an. Ziel war es die drohende Insolvenz abzuwenden. Schließlich hätte das Server-Unternehmen gewährte Darlehen an etwa 1800 Anleger herausgeben müssen. Dies zeigt wie unsicher Crowdinvesting ist.

Crowdfunding: starkes Wachstum trotz Unsicherheit
Auch wenn Crowdfunding ein höchst unsicheres Geldinvestment darstellt, wird es immer beliebter. Mittlerweile wurde eigens für das Crowdfunding ein Bundesverband gegründet. Dieser bildete sich 2011 aus 16 Gründungsmitgliedern, die aus den verschiedensten Unternehmensbranchen stammen. In den Jahren 2011 bis 2015 betrug das Gesamtvolumen des in Deutschland generierten Crowdfunding-Kapitals nahezu € 100.000.000. Der Grund dafür ist schnell gefunden. Während bei der klassischen Geldanlage ein hohes Mindestinvestment getätigt werden muss, muss diese Hürde beim Crowdfunding nicht genommen werden. Crowdinvesting ist häufig bereits zu einem vergleichsweise geringen Betrag möglich. In Kombination mit einem attraktiven Renditeversprechen und des derzeitigen Niedrigzinses locken Crowdinvesting-Projekte viele Geldanleger an.

Crowdfunding: Finger weg vom Crowdfunding

Wer auf der Suche nach einer sicheren Geldanlage und einer stabilen Altersvorsorge ist, sollte Abstand zum Bereich des Crowdfunding und Crowdinvesting nehmen. Sie sollten sich stets vor Augen führen, dass Sie im Bereich des Crowdfunding sehr hohen Risiken ausgesetzt sind. Die Kontrollmechanismen, die bei anderen Geschäften greifen, sind an dieser Stelle nicht vorhanden. Sollte das Unternehmen untergehen, ist das Kapital der Anleger ebenfalls verloren. Vor allem kleine, instabile Unternehmen tragen diese Gefahr stets in sich. Setzen Sie sich diesem Totalverlustrisiko nicht aus.