Crowdfunding-Plattformen - viele Anbieter, ähnliche Probleme

Immer mehr Crowdfunding-Plattformen tauchen auf dem Markt auf, was ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass der Markt für Schwarmfinanzierung, also von Privatpersonen finanzierte Projekte wächst. Viele dieser Vorhaben konnten dank der Crowdfunding-Plattformen erfolgreich umgesetzt werden. Doch die Crowdfunding-Plattformen haben auch unverkennbare Schattenseiten für die privaten Investoren. Typischerweise werden über die Crowdfunding-Plattformen vor allem Projekte finanziert, bei denen die klassischen Kreditgeber abgewunken haben. Darum gibt es neben den unbestreitbaren Erfolgen auch viele gescheiterte Projekte. Einigen Crowdfunding-Plattformen wird eine unzureichende Kontrolle der Darlehensnehmer vorgeworfen. Damit leisten sie betrügerischen Kampagnen Vorschub. Die Frage ist nun, wie man vorgehen muss, wenn man Opfer einer solchen Betrügerei geworden ist?

Crowdfunding-Plattformen: Erfolgsgeschichten

Internetbasierte Crowdfunding-Plattformen gibt es seit Anfang der 2000er Jahre. Anfänglich wurden Crowdfunding-Plattformen vor allem zur Finanzierung von Musikproduktionen ins Leben gerufen. Ab 2008 ging es dann Schlag auf Schlag. Zuerst wurde die internationale Crowdfunding-Plattform Indiegogo gegründet, zunächst mit dem Vorhaben Filmproduktionen zu finanzieren. Später wurde bekanntgegeben, dass die Crowdfunding-Plattform jedem die Möglichkeit geben sollte, für jede Idee Geld zu sammeln. Eine der bekanntesten Kampagnen wurde die Barack Obamas, der so im Jahr 2012 Spenden für seinen Präsidentschaftswahlkampf einsammelte.

Crowdfunding-Plattformen: Kickstarter ist Weltmarktführer
Kickstarter.com wurde 2009 gegründet und entwickelte sich schnell zur erfolgreichsten Crowdfunding-Plattform. Fünf Jahre nach dessen Gründung gab das Unternehmen bekannt, dass über diese Crowdfunding-Plattform über eine Milliarde Dollar von insgesamt 5,7 Millionen Menschen eingesammelt wurden. Wirklich bemerkenswert ist, dass diese Crowdfunding-Plattform keinerlei Garantien für die Lieferung der versprochenen Leistungen übernimmt, ja noch nicht einmal die zweckentsprechende Verwendung der zugesagten Gelder garantiert.

Crowdfunding-Plattformen: Startnext ist der Platzhirsch in Deutschland
Im September 2010 wurde Startnext in Dresden gegründet. Allerdings sind dessen Umsätze im Vergleich mit Kickstarter eher gering, so wurden in den neun Jahren seit der Gründung dieser Crowdfunding-Plattform gerade mal 60 Millionen Euro eingesammelt, was aber angesichts der Tatsache, dass es sich um eine zertifizierte Benefit-Corporation handelt, trotzdem bemerkenswert ist. Zwei weitere bedeutende deutsch Crowdfunding-Plattformen sind Visionbakery aus Leipzig und die genau wie Kickstarter in Dresden angesiedelte Seedmatch. Auch bei den in Deutschland angesiedelten Crowdfunding-Plattformen besteht immer die Gefahr, dass man Opfer von Betrügereien wird.

Crowdfunding-Plattformen:  Immer neue Spezialisten
Die für vor allem für die Darlehensnehmer attraktive Finanzierungsmethode über Crowdfunding-Plattformen findet immer mehr Nachahmer die sich zum Teil auf einzelne Branchen oder Zielgruppen spezialisieren. Alleine für die Finanzierung von Immobilien gibt es in Deutschland mindestens zehn Crowdfunding-Plattformen, darunter von bekannten Mutterunternehmen wie Engel & Völkers. Ebenfalls mindestens zehn Crowdfunding-Plattformen sind für die Bereiche Erneuerbare Energien und Startups bekannt, drei kümmern sich vornehmlich um mittelständische Unternehmen, vier ausschließlich um Crowdlending und zig weitere um alle möglichen Nischen, von Sport bis Kunst. Bei allen hat sich inzwischen einige Ernüchterung breitgemacht, auch weil viele Anleger gemerkt haben, dass nicht alles so funktioniert, wie es enthusiastisch vorgestellt wurde.

Crowdfunding-Plattformen: Fazit für die Anleger
Der wachsende Markt und die zunehmende Diversifizierung des selbigen ist an sich ein gutes Zeichen. Trotzdem sollten sich die Anleger bei allem Idealismus nie darüber hinwegtäuschen lassen, dass das Investieren über CFP mit besonders hohen Risiken verbunden ist. Zum einen sind die Darlehensnehmer geschäftlich unerfahren, manche Produkte sind nicht so gut wie versprochen und so mancher gibt nur vor, eine besondere Idee umsetzen zu wollen und zweckentfremdet das Geld.

Crowfundig Plattform: Wie setzt man Rückforderungen durch?
Um investiertes Geld zurückzubekommen, müssen zunächst einige Dinge erledigt werden. Zuerst muss eine fachkundige Analyse erfolgen. Neben den grundsätzlichen Fragen nach Ansprüchen auf Schadensersatz, Prospekthaftung, oder der Gültigkeit einer Haftungsfreistellung müssen spezifische beantwortet werden. Zum Beispiel: Lag eine Erlaubnispflicht nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) vor? Ist der Betreiber der Crowdfunding-Plattform gleichzeitig der Betreiber einer Kreditvermittlungsplattform und damit ein einbezogenes Unternehmen, weil Darlehensnehmer oder -geber erlaubnispflichtige Geschäfte betreiben? Hat der Crowdfunding-Anbieter ein Finanzinstrument ohne feste Übernahmeverpflichtung platziert? Erst nach Abschluss der Untersuchung kann man verbindliche Aussagen zu den Rückforderungsmöglichkeiten treffen.

Resch Rechtsanwälte - Anlegerschutz seit 1986
Resch Rechtsanwälte bieten den Anlegern von Crowdfunding-Projekten die kostenlose Prüfung ihres Falles an. Füllen Sie das Kontaktformular aus oder rufen Sie an, unter 030 885 9770.