Crowdinvesting - Gesetzgeber lockert Prospektpflicht

Entgegen dem allgemeinen Trend ist der Gesetzgeber beim Crowdfunding großzügig. Obwohl Anleger mit ihren Crowdfunding-Projekten das Risiko kaum abschätzen können, lockert der Gesetzgeber die Crowdfunding-Regeln seit dem Juni 2019. Anleger dürfen dann € 25.000,00 in das Projekt stecken. Noch sind es nur € 10.000,00. Große Erleichterung für die Crowdfunding-Anbieter. Erst ab 6 Millionen Euro Crowdkapital müssen sie einen Prospekt erstellen. Die Grenze lag bisher bei 2,5 Millionen Euro.

Crowdinvesting wird unseriöse Geschäftemacher anlocken

Schon jetzt ist abzusehen, dass damit für viele Anbieterplattformen und Emittenten der Crowdinvesting-Bereich noch lukrativer wird. Aus der langjährigen Erfahrung ist klar, dass sich immer mehr unseriöser Anbieter dort einbringen werden. Jetzt ist es so, dass viele Crowdfunding-Emittenten das über die Crowdfunding-Plattform eingenommene Geld wie Eigenkapital nutzen, damit sie bei Banken überhaupt eine Gesamtfinanzierung des Objektes beantragen können. Große Zeiten brechen auch für die Crowdunding Plattformen an, wie Bergfürst, Zinsland, Exporo Zinsbaustein oder Home Rocket.

Crowdinvesting immer risikobehaftet
Hier bleibt abzuwarten, wie sich die Rechtsprechung zur Haftung der Crowdfunding-Plattformen entwickelt. Ohnehin ist Crowdfunding für Anleger in höchstem Maße risikobehaftet. Die Anleger gewähren sogenannte Nachrangdarlehen. Im Ergebnis heißt das, dass sie von ihrem Fonds im Falle der Insolvenz erst dann bedient werden, wenn alle anderen Gläubiger befriedigt sind. Das bedeutet, dass sie kein Geld erhalten werden. Daran ändert auch nichts, dass grundbuchbesicherte Nachrangdarlehen angeboten werden. Es wird eine vermeintliche Sicherheit vorgetäuscht, denn die Grundbucheintragung wird bestenfalls zweitrangig, nach der finanzierenden Bank, eingetragen sein.

Schon jetzt gibt es bei Crowdfunding Probleme
Dass hier nicht ein Blick in die Zukunft gemacht wird, sondern dass derartige Probleme schon aufgetreten sind, zeigen die Insolvenzen von Crowdfunding-Entwicklern, wie der AZP Projekt Steinbach GmbH aus Frankfurt oder der GPV Property Development Ltd. in ihrer deutschen Niederlassung in Benediktbeuern. Anbieter, die ihr Geld über die Crowdfunding-Plattform Zinsland.de bzw. über die Crowdfunding-Plattform bergfürst.de gesammelt haben, sind zwischenzeitlich in der Insolvenz. Für die Anleger wird es schwer, hier ihr Geld wiederzuholen.

Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986
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