Crowdfunding-Risiko - Mögliche Renditen lassen Gefahren unterschätzen

Das Crowdfunding-Risiko wird von vielen Investoren völlig falsch eingeschätzt. Dabei ist gerade hier mit deutlich mehr Problemen zu rechnen, als bei anderen Anlageklassen. Ganz sicher ist, das Crowdfunding-Risiko ist viel zu hoch, um als Anlage für die Alterssicherung geeignet zu sein. Crowdfunding ist nur risikobereiten Anlegern zu empfehlen und auch denen sei geraten, ihr Kapital lieber breit zu streuen, als sich auf ein einziges Projekt zu stürzen. Es gibt genügend Investoren, die beim Crowdfunding Geld verloren haben, weil sie das Risiko nicht gesehen haben, oder sehen wollten. Ohnehin stellt sich für alle enttäuschten Anleger die Frage, ob immer alles mit rechten Dingen zugegangen ist, oder ob es eine Möglichkeit gibt, investiertes Geld erfolgreich zurückzufordern.

Crowdfunding-Risiko: Unerfahrenheit der Darlehensnehmer

Wenn man in ein Crowdfunding-Vorhaben investiert, ist es auch immer eine riskante Wette, auf die geschäftlichen Fähigkeiten der Initiatoren. Gerade junge Unternehmer entwickeln in der Anfangseuphorie gerne einen Tunnelblick, bei dem Risiken unterschätzt und reale Gefahren ausgeblendet werden und der in einer verhängnisvollen Beratungsresistenz münden kann.  

Crowdfunding-Risiko: Veränderung der Rahmenbedingungen
Gerade bei langfristig angelegten Projekten gibt es ein gerade beim Crowdfunding oft vernachlässigtes Risiko, nämlich die Veränderung von politischen, juristischen und finanziellen Rahmenbedingungen. Eingeplante Fördermittel können ausfallen, vorher Erlaubtes kann mit Einschränkungen und Verboten belegt werden, Lieferanten können die Preise erhöhen oder komplett ausfallen. All das kann zu einer geschäftlichen Schieflage oder gar zum Scheitern des Unternehmens führen.

Crowdfunding-Risiko: Qualitative und quantitative Mängel des Finanzierten
Ein Unternehmen kann auch daran scheitern, dass die vorher zugesicherten Produkteigenschaften nicht erreicht werden, oder die erforderlichen Stückzahlen nicht geliefert werden können. Das kann zu dauerhaften Verwerfungen mit Vertriebspartnern und enttäuschten Kunden führen.

Crowdfunding-Risiko: Fehlerhafte Beschreibungen
Zwar werden bei allen größeren Vorhaben die vorgeschriebenen Informationen im Vermögensanlageninformationsblatt (VIB) genannt, aber Verbraucherschützern ist längst aufgefallen, dass zahlreiche dieser Blätter nur unzureichend über die Anlage informieren. Dabei fiel auf, dass gerade das Crowdfunding-Risiko, oder besser dessen Risiken, nicht in gebotenem Maße bewertet wurden.

Crowdfunding-Risiko: Verlust von benötigten Know-How und Alleinstellungsmerkmalen
Bei Allen Crowdfunding-Projekten besteht ein erhöhtes Risiko, dass Mitarbeiter mit entscheidenden Fähigkeiten abgeworben werden, oder das Unternehmen aus anderen Gründen verlassen. Weil beim Crowdfunding alles ausführlich publiziert wird besteht das Risiko, Nachahmer auf den Plan zu rufen.

Crowdfunding-Risiko : Geringer Anlegerschutz, weil Nachrangdarlehen
Crowdfunding ist grundsätzlich mit einem weit überdurchschnittlichen Risiko verknüpft. Dazu kommt die Tatsache, dass es sich bei den vergebenen Darlehen, bilanziell um Eigenkapital des Nehmers handelt. Das hat zur Folge, dass es sich um ein sogenanntes Nachrangdarlehen handelt, dass erst dann bedient wird, wenn alle anderen Gläubiger ausgezahlt worden sind. Weil danach oft kaum noch etwas übrig ist, gehen die Crowdfunding-Investoren immer das Risiko ein, alles zu verlieren.

Crowdfunding-Risiko: Provisionen für die vermittelnden Plattformen
Eine Finanzierung über Crowdfunding birgt das nicht zu vernachlässigendes Risiko, dass bis zu zehn Prozent des eingesetzten Kapitals als Provision an die Crowdfunding-Plattform gehen. Darüber hinaus können weitere Kosten für den Payment-Service, Monitoring durch externe Controller, die Anlegerbetreuung, feste und gewinnabhängige Zinsen, sowie viele weitere Kosten anfallen, die entweder die Investitionssumme oder den Erlös schmälern.

Crowdfunding-Risiko:  Was Anleger nie vergessen sollten
Allein der Umstand, dass man die Möglichkeit erhält an der Finanzierung eines Projekts teilzunehmen, gibt einen Hinweis auf das erhöhte Risiko beim Crowdfunding. Dem Anleger muss klar sein, dass er in der Regel nur dann zum Zuge kommt, wenn Entwickler von Projekten oder Banken nicht bereit sind diese Darlehen auszugeben. Nicht nur beim Crowdfunding gilt, wer investiert, geht ein Risiko ein, denn ohne ein solches, gäbe es auch keine Rendite.

Crowdfunding-Risiko: Betrügerische Machenschaften
Natürlich gibt es auch beim Crowdfunding das Risiko betrogen zu werden. Weil es um vergleichsweise kleine Anlagebeträge geht, ist das Crowdfunding die erste Anlaufstelle, gerade für unerfahrene Anleger, denen das richtige Risikobewusstsein noch fehlt. Darum sei allen Anlegern geraten, vor einer Investition die Warnlisten der Stiftung Warentest und der Bafin durchzugehen. Auch sollte man sich immer kritisch mit dem Projekt und dessen Initiator auseinandersetzen, um das Risiko bei seinem Crowdfunding-Investment böse überrascht zu werden, möglichst gering zu halten.

Crowdfunding-Risiko:  Was können geschädigte Anleger tun?
Um investiertes Geld zurückzubekommen, müssen zunächst einige Dinge erledigt werden. Zuerst muss eine fachkundige Analyse erfolgen. Neben den grundsätzlichen Fragen nach Ansprüchen auf Schadensersatz, Prospekthaftung, oder der Gültigkeit einer Haftungsfreistellung müssen spezifische beantwortet werden. Zum Beispiel: War der Betreiber der Crowdfunding-Plattform berechtigt Willenserklärungen des Anlegers zum Kauf eines Finanzinstrumentes anzunehmen? Lag eine Erlaubnispflicht nach dem Kreditwesengesetz (KWG) vor? Unterlag der Crowdfunding-Anbieter Wertpapierprospektgesetz (WpPG)? Erst wenn alle Fragen beantwortet sind, kann man verbindliche Aussagen zu den Rückforderungsmöglichkeiten treffen.

Resch Rechtsanwälte - Anlegerschutz seit 1986
Resch Rechtsanwälte bieten den Anlegern von Crowdfunding-Projekten die kostenlose Prüfung ihres Falles an. Füllen Sie das Kontaktformular aus oder rufen Sie an, unter 030 885 9770.