Crowdfunding - Schwarmfinanzierung mit hohen Risiken

Beim Thema Crowdfunding ist es unerlässlich, die Varianten und ihre Begriffe zu unterscheiden. Reward based Crowdfunding ist, genau wie Donation based Crowdfunding, beim Anlegerschutz nicht immer relevant, weil es sich dabei um vergütungs- und spendenbasiertes Crowdfunding handelt. Anders stellt sich die Sache bei Equity based Crowdfunding, besser Crowdinvesting genannt, und Lending based Crowdfunding, verständlicher Crowdlending genannt, dar. denn es handelt sich dabei um Investments, bei denen die Geber eine finanzielle Gegenleistung erwarten. Beim den beiden zuletzt genannten Crowdfunding-Varianten, also beim Crowdinvesting und Crowdlending, kann es, wie bei allen Investments, zu hohen Gewinnen, oder ebensolchen Verlusten kommen. Zudem besteht immer die Gefahr, zum Opfer von Betrügereien zu werden. Wenn so etwas geschieht, stellt sich die Frage, ob und wie man als geprellter Anleger, sein Geld zurückerhalten kann.

Crowdfunding: In was kann man investieren?

Per Crowdfunding kann man eigentlich in alles investieren, was der Anlagemarkt auch sonst zu bieten hat - erneuerbare Energie, Immobilien aller Art, Schiffe und andere maritime Projekte, Filme und Musikproduktionen, Mittelstandsunternehmen, Vorhaben der Raum- und Luftfahrt, wissenschaftliche Projekte, Sport und vieles mehr. Einige neue Crowdfunding-Plattformen haben sich auf spezielle Themen fokussiert und bieten neben der Vermittlung auch Beratungsleistungen an.

Crowdfunding: Charmante Idee
Natürlich klingt es erstmal verführerisch, dass jeder, der ein bisschen Geld über hat, die Gelegenheit erhält, in ein sympathisches und erfolgversprechendes Projekt direkt investieren zu können. So ist meist nicht nur sachlich von Investoren die Rede, sondern auch gerne von Spendern, Multiplikatoren und Unterstützern. Noch sexier erscheint Crowdfunding, wenn dann über geistiger Mitbeteiligung gesprochen wird und die Unabhängigkeit von Banken emotional thematisiert wird. So gesehen profitieren vom Crowdfunding erstmal alle, zum einen die Geldgeber und zum anderen die Kapitalsuchenden.

Crowdfunding: Volles Risiko
Das Wichtigste sei hier gleich zuerst vermerkt und sollte niemals in Vergessenheit geraten: weder die im Crowdfunding vermittelnden Plattformen, noch die Projektinitiatoren möchten haften, wenn ein Projekt keinen Erfolg hat! Und gleich auf der Startseite warnt zum Beispiel Marvest, ein Anbieter von Schiffsbeteiligungen: Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Dieser Satz findet sich so, oder in abgewandelter Form auch in den Prospekten traditionellen Anlageklassen

Crowdfunding : Mangelnde Fungibilität
Die mangelnde Fungibilität, also der Veräußerlichkeit, der per Crowdfunding angelegten Gelder stellt natürlich ein sehr ernsthaftes Problem dar. Das investierte Geld ist in der Regel per Darlehensvertrag mit einer festen Vertragslaufzeit versehen. Bei Crowdfunding ist eine Kündigung durch den Darlehensgeber normalerweise nicht vorgesehen. Zwar gibt es Versuche einen Zweitmarkt für die Darlehensverträge aus dem Crowdfunding zu etablieren, aber derzeit ist er nicht wirklich liquide.

Crowdfunding: Es handelt sich um Nachrangdarlehen
Das hat erhebliche Nachteile für den Darlehensgeber im Crowdfunding. Der darf die Crowdfunding-Darlehen nur dann zurückzahlen, wenn sichergestellt ist, dass dies nicht zu einer Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung führt. Erst wenn diese Gefahr nicht mehr gegeben ist, kann der Geber auf Rückzahlung des Darlehens hoffen, möglicherweise viel später als zum geplanten Laufzeitende. Daraus ergibt sich der Fakt, dass ein Totalverlust des eingesetzten Vermögens und der Zinsansprüche nicht ausgeschlossen werden kann, wenn die wirtschaftlichen Probleme des Projekts nicht behoben werden können.

Crowdfunding: Unbesicherte Darlehen
Sollte der Darlehensnehmer insolvent werden, führt das dazu, dass die Ansprüche der Crowdfunding-Anleger nicht durchgesetzt werden können. Tilgungs- und Zinszahlungen können möglicherweise nicht rechtzeitig oder gar nicht geleistet werden. Die Forderungen des Darlehensgebers können nicht aus hinterlegten Sicherheiten befriedigt werden. Das kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Crowdfunding: Weitere Risiken im Überblick
Ging es bisher vor allem um die allgemeinen Risiken beim Crowdfunding, vor allem hinsichtlich der Nachrangdarlehen, bestehen weitere Risiken auf der Ebene des jeweiligen Crowdfunding-Darlehensnehmers. Hier sind zu nennen, das Risiko einer negativen Entwicklung des Geschäfts, Zahlungsunfähigkeit des Darlehensnehmers, spezifische Risiken aus dessen Geschäftstätigkeit, Anfälligkeit des Unternehmens, wegen zusätzlicher Fremdkapitalfinanzierung, Verlust von erforderlichem Fachwissen, wenn Schlüsselpersonen das Unternehmen verlassen, Risiko das sich juristische Rahmenbedingungen zu Ungunsten des Unternehmens verändern und natürlich die immer vorhandenen Prognoserisiken.

Crowdfunding: Wie bekommt man Geld zurück
Diese Frage lässt sich kaum pauschal beantworten, weil dafür die individuellen Umstände fachlich genau untersucht werden müssen. Erst daraus geht hervor, ob der Crowdfunding-Darlehensnehmer, oder die vermittelnde Plattform, der richtige Adressat für eine Rückforderung sind.

Resch Rechtsanwälte - Anlegerschutz seit 1986
Resch Rechtsanwälte bieten den Anlegern von Crowdfunding-Projekten die kostenlose Prüfung ihres Falles an. Füllen Sie das Kontaktformular aus oder rufen Sie an, unter 030 885 9770.