Crowdfunding ++ Risiko für Anleger ++ Crowdinvesting

Alles ist möglich im Crowdinvesting – die Villa auf Mallorca, das Penthouse an der Spree oder das Luxus-Resort an der Ostsee. Nicht nur Superreiche können mitmachen, sondern auch Kleinanleger, die sich an solchen Projekten beteiligen wollen. Crowdinvesting oder Crowdfunding macht es möglich. Und so einfach geht es. Die Initiatoren sammeln das Geld bei vielen Kleinanlegern ein, der Kleinanleger bekommt den Zutritt zu einem Markt, an dem er sich sonst nicht beteiligen könnte. So können dann mit vielfach kleinen Summen große Immobilienprojekte oder auch andere Investitionen getätigt werden. Statt allein das Risiko zu tragen, wird das Ganze auf viele Schultern verteilt, das nennt sich dann Crowd, zu Deutsch der Schwarm. Über die Intelligenz des Schwarms gibt es bekanntlich geteilte Meinungen, aber letztlich kommt es immer auf die Absichten der Initiatoren an. Viele locken mit hohen Renditen von 5 bis 7 %. In Niedrigzinszeiten ist dieses freilich schon traumhaft. Aber es gibt auch Risiken. Totalverlust droht, wenn das Projekt scheitert und der Initiator in die Insolvenz geht.

Crowdfunding für Alle und Alles

 Für Start-ups war die Möglichkeit des Crowdfunding  ursprünglich gedacht. Aber der Markt hat sich ausgeweitet. Die Anleger können ihr Geld auf diese Art und Weise auch in Immobilien investieren. Mehrere Anbieter haben sich auf Crowdfunding spezialisiert. Sie heißen Zinsland.de oder Zinsbaustein.de, Exporod, Home Rocket oder Bergfürst. In diesem Jahr 2017 dürften deutlich mehr als 100 Millionen Euro auf diese Art und Weise von Kleinanlegern eingesammelt worden sein. Ihr Geld investieren die Kleinanleger dann in den Bau oder die Sanierung von Bürogebäuden, Wohnkomplexen oder gar Luxusappartements. Aber es gibt auch Investments in Supermarkt-Immobilien, Logistikzentren, Pflege- und Studentenheime.

Crowdinvesting: Das Geld muss zusammenkommen  
Voraussetzung für die Realisierung ist aber, dass sich auch genügend Anleger finden, die bereit sind, ihr Geld zu investieren. Das geschieht in der Weise, dass die Anleger sich auf einer Website des Inititators registrieren und ihr Geld dorthin überweisen. Reicht das Geld für das Investment nicht aus, wird Ihnen das Geld wieder erstattet.

Crowdfunding: Warum nicht einfach nicht Geld von der Bank?
 Mancher wird sich fragen, warum die Initiatoren ihr Geld nicht einfach von der Bank holen. Dort erhalten sie in der Regel nur eine Kredithöhe von 80 % der benötigten Summe. Bislang war der Weg über das Crowdinvesting die einzige Möglichkeit, sich das nötige Kapital zu beschaffen. Beteiligen können sich schon Kleinanleger. Die Summen beginnen bei 10,00 Euro, um sich an dem Projekt zu beteiligen. Nach oben ist allerdings die Grenze offen.

Crowdfunding: Noch kein abschließendes Urteil möglich
Bisher hat das Crowdfunding einen positiven Klang. Bei bereits abgeschlossenen Projekten sind die Einlagen stets wieder ausgezahlt worden. Es gibt sogar Fälle, in denen die Anleger eine höhere Verzinsung bekommen haben, als sie es erwarten konnten. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Die Stiftung Warentest warnt, sich von solchen Erfolgen nicht blenden zu lassen. Die Erfahrungen mit Crowdfunding sind zu frisch, um wirklich ein abschließendes Urteil über die Seriosität machen zu können.

Crowdfunding nicht ohne Risiken
Zwar ist für 70 Projekte das Geld über die Internetplattformen eingesammelt worden, aber erst 5 Projekte sind tatsächlich abgeschlossen. Zudem ist gerade bei Neubauten das Risiko hoch. Es kann vieles schiefgehen. Dazu gehört nicht nur der gefürchtete Pfusch am Bau, sondern auch der Kampf mit Behörden um Genehmigungen. Zeitliche Vorgaben werden oft nicht eingehalten. All das kann dazu führen, dass das Projekt deutlich teurer wird und die Anleger am Ende leer ausgehen oder ihr gesamtes Geld verlieren.

Crowdfunding: Anlegern fehlt vielfach Informationsbasis

Grundsätzlich ist das Crowdfunding über Nachrangdarlehen strukturiert. Das allein schon zeigt die großen Risiken. In der Insolvenz des Investors geht der Anleger praktisch leer aus. Alle anderen Gläubiger werden vor ihm bezahlt. Zudem hat der Nachrangdarlehensgeber keinerlei Rechte und Einflussnahmen. Für die Anbieter allerdings liegt der Vorteil darin, dass hier keine großen Prospekte gemacht werden, solange nicht mehr als 2,5 Millionen Euro bei Kleinanlegern eingesammelt werden sollen. Da reicht ein 3-seitiges „Vermögensanlagen-Informationsblatt“. Hier müssen Risiken und Kosten nur skizziert werden. Das ist schön für die Initiatoren. Allerdings liegt der Nachteil auf der Hand. Für die Anleger fehlt jede Informationsbasis, so kritisiert die Stiftung Warentest.

Crowdfunding: Anleger stehen in der Insolvenz hinten an!
Teilweise ist in der Vergangenheit versucht worden, die Nachrangdarlehen durch ein besichertes Bankdarlehen zu ersetzen. Der Initiator verpflichtet sich, das Geld zum festgelegten Zeitpunkt auch tatsächlich zurückzuzahlen. Trotzdem bleibt die Anlage riskant, denn bei einem Nachrangdarlehen stehen die Anleger bei der Insolvenz im Nachrang, das heißt, sie sind keine normalen Gläubiger, sondern sie müssen sich hinten anstellen.

Crowdfunding über Anleihen
Eine andere Art und Weise der Finanzierung sind Anleihen. Der Vorteil für die Anleger liegt darin, dass sie - wie bei Anleihen vorgeschrieben - einen umfangreichen Prospekt erhalten, der von der BaFin abgesegnet wurde. Allerdings ist die Schwelle für das Investment höher gelegt. Mindestens 1.000,00 Euro müssen die Anleger investieren. Und auch im Falle der Insolvenz des Initiators wird zuerst die Bank bedient, die den erstrangigen Kredit stellt.

Crowdfunding: Vermittlung durch Internetplattformen
Bewusst sein müssen sich die Anleger auch, dass die Internetplattformen nur vermitteln, sie beraten nicht. Es findet also keine anleger- und anlagegerechte Beratung statt. Der Anleger muss selber entscheiden, ob das von ihm ausgesuchte Projekt zu seinen persönlichen Bedürfnissen passt.

Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986

Resch Rechtsanwälte bieten den Anlegern des Crowdfunding die kostenlose Prüfung ihres Falles an. Füllen Sie den Fragebogen aus oder rufen Sie an unter 030 885 97 70.