Reacapital - Realsicherheit für Investoren?

Die im Jahr 2016 gegründete Hamburger Crowdinvesting-Plattform Reacapital wird von der REABIZ Crowd Capital GmbH betrieben und gehört zur Reafina-Gruppe. Auf Reacapital wird den Investoren eine erstrangige Grundschuld für die Absicherung ihrer Investitionen zur Verfügung gestellt. Diese soll in dem Fall, dass ein Investmentprojekt auf Reacapital ausfällt, verkauft werden, um die Forderungen der Investoren zu begleichen. Das erscheint zunächst vorbildlich. Kritiker verweisen jedoch auf Schwächen des Absicherungskonzeptes von Reacapital. Wenn dieses Konzept scheitert, stellen sich sicher auch die Reacapital-Anleger, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Reacapital: Geschichte

Die Geschichte der Reacapital beginnt im Herbst 2016. Am 26. September startete das Projekt “KiTa Bramfeld” in Hamburg. Auf Reacapital wurden bis zum 26. Februar 2017, also innerhalb von fünf Monaten 1,15 Millionen Euro eingesammelt. Die Summe floss der Muttergesellschaft der Reacapital, sprich der Reafina AG, zu, die das Projekt später umsetzte. Nur drei Monate später wurde das Darlehen vorzeitig zurückgezahlt und die Investoren erhielten bis zu 22 Prozent Rendite für dieses Reacapital-Projekt. Am letzten Tag des Jahres 2016 begann die Kampagne für das das Vorhaben „Kreuzberger Carré“ in Berlin, bei dem zwanzig Wohneinheiten geschaffen werden sollten. Das Funding auf Reacapital mit einem Volumen von 413.750 Euro wurde nach drei Monaten erfolgreich abgeschlossen. Im Mai 2018 wurde das Darlehen ebenfalls vorzeitig zurückgezahlt. Mit Stand Juni 2019 lässt sich konstatieren, das sechs Projekte erfolgreich finanziert wurden. Die Höhe des vermittelten Kapitals beträgt 3.829.001 Euro, wovon bereits 2.013.750 getilgt wurden

Reacapital: Geschäftsmodell und Herausstellungsmerkmal
Die Reacapital sammelt über die Plattform projektspezifisch Gelder ein, die den Projektbetreibern in Form eines Mezzanine-Darlehens zur Verfügung gestellt werden. Dafür erhalten die Geber des nachrangigen Darlehens einen vorher fest vereinbarten Zins, der bis zu acht Prozent erreichen kann. Die Darlehensnehmer treten von dem eingeworbenen Geld 4,4 Prozent an Reacapital ab.

Reacapital: Partnerinstitutionen
Die Reacapital ist Teil eines Firmenverbunds für Immobilienwirtschaft. So verwaltet die REAMGMT (Rea-Management) Immobilienportfolios, die REAKON übernimmt gemeinsam mit dem Ingenieurbüro der Reafina die Projektentwicklung, sowie die Bausteuerung und Baukoordination der Projekte und die REABIZ organisiert die komplette Finanzierung von Bauvorhaben. Dabei arbeitet sie mit verschiedenen Banken, Family Offices zusammen. Über die Reacapital und andere Plattformen wir das Mezzanine-Kapital von der Crowd beschafft. Für die Zahlungsabwicklung der Reacapital ist der Online-Bezahldienstleister Secupay zuständig. Die Secupay AG, aus der Nähe von Dresden, ist gleichzeitig mit der treuhänderischen Verwaltung der über Reacapital eingesammelten Gelder betraut.

Reacapital: Sicherheit und Garantien
Reacapital besichert die Investoren, indem diesen eine erstrangige Grundschuld zur Verfügung gestellt wird. Fällt ein Investmentprojekt aus, wird die erstrangige Grundschuld verkauft, um die Forderungen der Kleinanleger zu begleichen.
Damit geht Reacapital einen großen Schritt weiter, als die Mitbewerber im Immobilien-Crowdinvesting. Ob das im Ernstfall ausreicht wird allerdings von Fachleuten bezweifelt, weil ja im Falle einer echten Immobilienkrise, auch der Verkaufswert der Bestandsimmobilie erheblich fallen dürfte.

Reacapital: Keine Pleite
Trotzdem sei nochmal klargestellt, die von Reacapital zur Verfügung gestellte erstrangige Grundschuld, bietet den Investoren mehr Sicherheit, als diese bei anderen Crowdinvesting-Plattformen bekommen können. Ob die Besicherung der Investorengelder durch die Reacapital letztlich ausreicht, ist vom Nichteintritt bestimmter Ereignisse abhängig. Sollte der gegenwärtig noch boomende Immobilienmarkt in eine Krise geraten, oder gar komplett einbrechen, kann das zu einer riesigen Pleitewelle führen, von der im schlimmsten Fall auch alle Reacapital-Projekte betroffen sein könnten. Dann ist die Frage, ob die Grundschuld  in Zukunft bei weiteren Projekten der ReaCapital tatsächlich alle Verluste abzudecken vermag.

Reacapital: Optionen nach Verlust der Investition

Eine möglichst lückenlosen Sichtung aller Details sollte einer Bewertung vorausgehen. Dabei werden alle allgemeinen Fragen zum Schadenersatzanspruch, der Prospekthaftung, oder der Gültigkeit einer Haftungsfreistellung geklärt, woraufhin man zu spezielleren Fragen übergeht, wie: Hat der Betreiber der Plattform Reacapital Willenserklärungen von Anlegern angenommen? Hat der Anbieter auf Reacapital ein Finanzinstrument ohne feste Übernahmeverpflichtung platziert? Wurden von Reacapital Finanztransfergeschäfte durchgeführt?

Reacapital: Wie erhebt man Ansprüche?
Nach Beendigung einer sachverständigen Kontrolle, lassen sich konkrete Aussagen zu möglichen Ansprüchen auf Schadensersatz treffen. Um investiertes Geld zurückzubekommen, müssen die genannten und viele weitere Fragen detailliert beantwortet werden. Damit sollte dann auch geklärt sein, gegen wen man seine Forderungen richte.

Resch Rechtsanwälte - Anlegerschutz seit 1986
Resch Rechtsanwälte bieten den Anlegern von gescheiterten Reacapital-Projekten die kostenlose Prüfung ihres Falles an. Füllen Sie das Kontaktformular aus oder rufen Sie an, unter 030 885 9770.