Infinus Fonds professionell

 14.11.2013

Mit seiner Berichterstattung vom 30.09.2013 hat Fonds Professionell wohl den Anstoß zur Razzia bei Infinus und Future Business gegeben. Ein ungewöhnlicher Gold deal, ohne den die Geschäftszahlen der Infinus deutlich schlechter ausgesehen hätten, wurde aufgedeckt. Fonds professionell meldet Zweifel an der Infinus-Erfolgsstory an...

Ein ungewöhnliches Sparplangeschäft aus den Jahren 2011/2012 wurde von Fonds professionell unter die Lupe genommen. Nach Prüfung der Bilanzen der Future-Business-Gruppe, so heißt es bei Fonds professionell, hatte der Future-Business-Konzern 192,9 Mio. Euro Provisionen eingenommen. 154,6 Mio. Euro davon entfallen auf Edelmetallvermittlung. Besonders erfolgreich bei den Infinus-Kunden sind die flexiblen Goldsparpläne eines österreichischen Unternehmens. Sparer können hier problemlos einige Monate aussetzen oder auch mal Zusatzzahlungen leisten. Die Kosten summieren sich auf 12 Prozent der vereinbarten Sparplansumme. Diese sind vorab oder zusätzlich zu den ersten Raten zu zahlen. Ein Agio von 7 Prozent kommt hinzu und 5 Prozent Kleinmengenzuschlag.

Die Infinus allerdings bekommt Sonderkonditionen. Die Infinus erhält neben dem Agio auch große Teile eines Kleinmengenzuschlages in der Summe von 11,9 Prozent.


Fonds professionell: Aus Kosten werden Gewinne der Infinus.

Demnach hat Infinus 2012 ein Volumen von 1,3 Mrd. Euro vermittelt. Diese Sparpläne sind allerdings nicht nur durch Anleger, sondern auch durch die Future Business selbst gezeichnet. Ende 2012 beläuft sich der Edelmetallbestand der Future-Business-Gruppe auf 207,3 Mio. Euro. 187 Mio. Euro entfallen auf sogenannte vorperiodische Anschaffungskosten. Direkt in Gold waren aber nur gut 20 Mio. Euro investiert. Zu Recht heißt es dann bei Fonds professionell. Kein vernünftig denkender Vorstand würde binnen zwei Jahren 187 Mio. Euro vorab bezahlen, nur, damit er in Zukunft in Gold investieren kann. Allerdings hat dieses Konzept der Future Business seinen Charme. Der Großteil der bezahlten Kosten landet als Gewinn in den eigenen Büchern.

Fonds professionell: Geschäft steigert Umsatz und Gewinn


Und so funktioniert es: Pro 100 Mio. Euro Sparvolumen, die Future Business über Infinus abschließt, überweist Future Business die Kosten von 12 Mio. Euro direkt an den österreichischen Anbieter. Der österreichische Anbieter behält 100 Mio. ein und leitet den Rest als Provisionen an Infinus weiter. Bei Infinus werden sie als Umsatz verbucht - schön für die Kasse der Infinus. Da Infinus quasi keine Kosten entstehen, steigt der Gewinn in gleicher Höhe. Dank der Gewinnabführung landen die 11,9 Mio. Euro schließlich in der Kasse der Future Business.


Und das Ergebnis des Geschäfts für Future Business?


In der Konzernbilanz stehen die Summen als Anschaffungsnebenkosten dieser Anlagen. Sie weiten die Bilanz aus. Die Kasse schrumpft unterm Strich nur um 100 Mio. Euro, der Gewinn steigt um 11,9 Mio. Euro. Auch für die Kapitalschlussrechnung ist das positiv. Diese Zahl ist wichtig für andere Gläubiger. Solange der operative cashflow die Zinsen übersteigt, droht den Gläubigern der Future-Business-Anleihen kein Ungemach.

Fonds professionell nennt das einen „cleveren Schachzug“.


Wenn nämlich Future Business das Sparplankarussell nicht gedreht hätte, wäre der Umsatz in der Future-Business-Gruppe nicht fast auf 196 Mio. Euro gestiegen, sondern nur auf rund 114 Mio. Euro. Future Business hätte keinen Gewinn ausgewiesen, sondern einen hohen Verlust. Auch der operative cashflow von Future Business wäre mit einem zweistelligen Millionenbetrag ins Minus gerutscht. Aus dem laufenden Geschäft hätte die Future-Business-Gruppe seine Zinsen nicht bedienen können. Stattdessen hätte Future Business hierzu auf frisch eingeworfenes Geld zurückgreifen müssen.

Was sagt Future Business dazu?

In einer Stellungnahme zeigt sich die Future-Business-Gruppe widersprüchlich zu diesen Vorwürfen. Future-Business-Chef Biehl lässt mitteilen: „Dass die Anschaffungsnebenkosten über den Gewinnabführungsvertrag mit der Infinus AG Ihr Kompetenz-Partner größtenteils wieder dem Konzern zufließen, wird im kommenden Emissionsprospekt ausführlich erklärt und mit Zahlen dokumentiert“.

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Wenn Sie als Kapitalanleger Probleme haben, dann sind Resch Rechtsanwälte für Sie da.
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Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.
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