Jochen Resch in eigener Sache: DIAS

Rechtsanwalt Jochen Resch

Menschen können sich entscheiden, welchen Lebensweg sie gehen wollen. Ich habe mich 1986 entschieden, für den Schutz geschädigter Kapitalanleger anzutreten. Diesen Weg habe ich bis heute beibehalten und ich werde es auch in Zukunft tun...

Beeindruckt und damit beeinflusst hat mich damals wie heute der amerikanische  Rechtsanwalt Ralph Nader, der 1971 die Verbraucherorganisation Public Citizen gegründet hat.

So habe ich meine Arbeit immer verstanden, über den einzelnen Fall den großen Zusammenhang und die Kräfte des Grauen Kapitalmarktes zu ergründen und gegen die Auswüchse zu kämpfen. Gerade dieses Denken in den großen Zusammenhängen sehe ich als den entscheidenden Erfolgsfaktor an. Notwendig ist dabei die Vernetzung mit anderen Gleichgesinnten. Die sind in den Verbraucherzentralen ebenso zu finden wie auch in anderen Verbraucherschutzorganisationen. Nicht zu vergessen aber auch die zahlreichen Vertreter in den Medien und die Anwaltskollegen, die sich diesem Thema verschrieben haben. So habe ich seit Anfang der neunziger Jahre Kontakt mit der Verbraucherzentrale Berlin und der Verbraucherzentrale Brandenburg. In den neunziger Jahren habe ich mit anderen engagierten Bürgern in Königswusterhausen den „Förderverein für die Verbraucherzentrale Brandenburg“ gegründet. Seit Anbeginn bin ich der Vorsitzende des Fördervereins.

1997 gehörte ich zu den Gründern der Schutzgemeinschaft für geschädigte Kapitalanleger (SGK), deren Vorsitzender ich bis 2005 war.

Seit 2000 bin ich Mitglied des Vorstandes der Verbraucherzentrale Brandenburg, seit 2009 auch deren Vorsitzender. Ebenfalls seit dem Jahr 2000 halte ich eine monatliche Sprechstunde für die Opfer des Grauen Kapitalmarktes in der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern in Rostock ab. In dieser Zeit war ich Mitglied verschiedener Arbeitsgruppen im Bundesverband Verbraucherzentralen (VZBV) und der Verbraucherzentrale Berlin. Alle dieser Tätigkeiten sind ehrenamtlich, d. h. ohne Bezahlung.

2004 habe ich mit Volker Pietsch, den ich seit langen Jahren als engagierten Kämpfer gegen den Grauen Kapitalmarkt bei der Verbraucherzentrale Berlin kannte, das Deutsche Institut für Anlegerschutz (DIAS) gegründet und es auch mit Spenden unterstützt. Ich folge damit dem Grundsatz, dass man einen Teil des Einkommens wieder für einen guten Zweck zurückgeben sollte.

Das DIAS hat unter Volker Pietsch einen hervorragenden Ruf aufgebaut. Es war eine wichtige Stimme zum Schutze der geschädigten Anleger auf dem Grauen Kapitalmarkt. Oft zitiert in den Medien. An den Deutschen Anlegerschutztagen waren alle versammelt, die im Anlegerschutz eine Rolle spielen.

Unterstützt wurde die Arbeit durch einen hervorragenden Beirat unter dem Vorsitz der langjährigen Vorsitzenden der Verbraucherzentrale Berlin Frau Dr. Brünner und Vertretern aus Staatsanwaltschaften und Landeskriminalämtern aus dem ganzen Bundesgebiet.

Im Frühjahr 2009 folgte der Rücktritt von Volker Pietsch. Plötzlich und ohne dass eine Nachfolgeregelung getroffen war.

Allen war klar, dass Volker Pietsch DIAS verkörperte. Ohne ihn würde DIAS nicht mehr das Gleiche sein.

Ein Nachfolger war nicht in Sicht. Zunächst aber galt es, DIAS wieder handlungsfähig zu machen. Bekanntlich kann ein Verein nur durch seinen Vorstand handeln. Von den verbliebenen DIAS Mitgliedern waren alle beruflich zu eingespannt. Keiner war in der Lage, Volker Pietsch zu ersetzen. Eine Interimslösung musste gefunden werden. Professor Stelzer, damals schon weit in den Siebzigern und in Altersrente, war bereit, diese Lücke vorübergehend zu schließen und die Handlungsfähigkeit des Vereins wieder herzustellen, bis ein wirklicher Nachfolger gefunden war. Dazu kam es nicht mehr.

Am 15.06.2009 erschien im Spiegel ein Artikel mit der Überschrift „Dubiose Doppelrolle“. Eine solche würde ich spielen als Vorstand der Verbraucherzentrale Brandenburg und als Mitglied des DIAS. Das würde mich dem Vorwurf aussetzen, mir über DIAS Mandanten zu beschaffen, DIAS als „Mandantenschaufel“ zu nutzen. Sonderbare Logik!

Ich habe diesen Vorwurf zurückgewiesen. Allein der Beirat hätte sich gegen einen derartigen Missbrauch verwahrt.

Mit dem Artikel im Spiegel wurden die Probleme bei DIAS von zahlreichen anderen Medien aufgegriffen. Die Arbeit von DIAS wurde gelobt. Es sei eine wichtige Stimme der Anleger gewesen.

Aber es gab auch kritische Nachfragen, so z. B. von Gomopa. Es folgte ein Artikel „Mandantenfang über Vereine?“. In dem Interview konnte ich alle Vorwürfe widerlegen. Gomopa hat mehrfach beim Spiegel nachgefragt, ob es in Sachen „Mandantenschaufel“ konkrete Hinweise gäbe. Dann heißt es: „Trotz mehrerer Anrufe und Emailanfragen an die Wirtschaftsredaktion des Hamburger Magazins (............) erhielt Gomopa bis heute keine Antwort. Daraus kann man eigentlich nur die Schlussfolgerung ziehen, dass Rechtsanwalt Jochen Resch Recht hat.“

Gleichwohl waren die „Enthüllungen“ des Spiegels eine Steilvorlage für einige unseriöse Anbieter auf dem Grauen Kapitalmarkt. Ahnungslose Käufer von sogenannten Schrottimmobilien erhielten Post von Bauträgerseite, in denen unter Beifügung des Spiegelartikels vor den „bösen Anlegeranwälten“ gewarnt wurde.

Es ging soweit, dass sogar Spione ausgesandt wurden. Sie produzierten ein spannendes YouTube Video und „entlarven“ die in der Verbraucherschutzszene längst bekannten Tatsachen, dass ich Mitgründer von DIAS und der SGK war. Binsenweisheiten! Kein Geheimnis! Überall nachzulesen! Und mein Engagement bei DIAS und bei der SGK waren nur ein kleiner Ausschnitt meiner ehrenamtlichen Aktivitäten gegen die Auswüchse des Grauen Kapitalmarktes.

So fällt den Machern auch sichtbar schwer, der Sache den Ungeist von „Skandal“ einzuhauchen. Vielleicht bleibt ihnen die Hoffnung, dass ein wenig Dreck schon hängen bleiben wird.

Immerhin ist eines erreicht: DIAS, die wichtige Stimme gegen die unseriösen Marktteilnehmer des Grauen Kapitalmarktes, ist zum Schweigen gebracht. Die Liquidation ist beschlossen. Das Dias-Archiv ist von dem bekannten Ermittler und Anlegerschützer, Medard Fuchsgruber, und von der SGK übernommen. Professor Stelzer ist im März 2010 verstorben.

Gleichwohl werden die Gegner nicht aufatmen können. Das Problem war niemals DIAS.

Das Problem war und sind die skrupellosen Verkaufspraktiken einzelner unseriöser Vertriebe, die ahnungslose Anleger mit weit überteuerten Immobilien in den Ruin treiben.

Das ist der wirkliche Skandal, von dem mit der „Kampagne“ über die „Dubiose Doppelrolle“ abgelenkt werden soll.

Wenn die schwarzen Schafe der Anbieterseite derartige Praktiken anwenden müssen, dann ist es letztlich ein Beweis für die Wirksamkeit unserer Arbeit.

Jochen Resch

August 2010

Imagefilm

Wenn Sie als Kapitalanleger Probleme haben, dann sind Resch Rechtsanwälte für Sie da.
Wenn Sie als Kapitalanleger Probleme haben, dann sind Resch Rechtsanwälte für Sie da.

Referenzen

Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.
Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.