Katrim - Investitionen in familiengeführte, mittelständische Unternehmen

Die Crowdinvesting-Plattform Katrim (Kapital trifft Mittelstand) wurde von der Mplus SELV AG (hergeleitet aus Mittelstand plus Sicherheit, Ertrag, Liquidität und Verfügbarkeit) aus dem süddeutschen Gauting ins Leben gerufen. Investoren bekommen auf Katrim die Möglichkeit in mittelständische, inhabergeführte deutsche Familienunternehmen zu investieren. Dabei bringt die Plattform Katrim die Anleger mit den Unternehmen zusammen. Ansonsten sind über die Unternehmensgruppe auffälligerweise, nur wenige Informationen zu finden. Allerdings wurde Anfang des Jahres bekannt, dass es Probleme gibt. Falls sich diese auch auf Katrim auswirken, werden die Fragen sicher immer lauter gestellt, ob noch alles mit rechten Dingen zugeht.

Katrim: Geschichte

Katrim wurde im Jahr 2015 gegründet und wird direkt von der Mplus SELV AG. Die Unternehmensgruppe, zu der zum Beispiel auch die Mplus Premium GmbH und die Mplus Premium Plan GmbH gehören, wurde 2008 gebildet und zielte darauf ab, mit Katrim Direktinvestitionen in mittelständische deutsche Unternehmen zu ermöglichen. Allerdings wurde im März 2019 bekannt, dass bei der Unternehmensgruppe einiges nicht rund läuft, so wurden seit Mitte 2017 Genussrechte nicht mehr ausgezahlt. Der Rückkauf wurde dann mit der bemerkenswerten Begründung verweigert, dass einige Firmen an denen man beteiligt sei, Insolvenzen anmelden mussten. Ob und wie sich das auf Katrim auswirkt bleibt abzuwarten.

Katrim: Geschäftsmodell und Herausstellungsmerkmal
Über Katrim gewähren die Anleger kreditsuchenden mittelständischen Unternehmen Nachrangdarlehen und erhalten dafür einen Zins. Dieser hängt unter anderem von der Laufzeit ab. Die Investoren haben bei allen Projekten die Möglichkeit zwischen verschiedenen Laufzeiten zu wählen. Die Mindestanlagesumme auf Katrim beträgt 250 Euro. Die Unternehmen präsentieren sich auf Katrim, wenn sie für ihre Expansion Wachstumskapital benötigen, das eigenkapitalähnlich bilanziert wird, um damit ihre Finanzierungsstrukturen zu ergänzen. Dafür entrichten diese, an die über Katrim gewonnenen Investoren, vierteljährlich einen Zins auf das erhaltene Darlehen. Katrim erhält für die Vermittlung 4,2 Prozent des eingesammelten Geldes.

Katrim: Partner
Über mögliche Partner außer der Unternehmensgruppe die Katrim betreibt ist nichts bekannt. Das Zurückhalten von Informationen auf Katrim ist schon auffällig. Man begnügt sich in der Außendarstellung offensichtlich lieber mit Wortspielen und flotten Sprüchen. Es finden sich keine Angaben zu einem Zahlungsdienstleister, Treuhänder oder einem externen Projektprüfer auf Katrim. Das Symbol für Quick-Check könnte sich auf den die Kölner VdS Schadenverhütung GmbH beziehen, deren Siegel steht für Unternehmenssicherheit mit den Schwerpunkten Brandschutz, Security, Naturgefahrenprävention und Cyber-Security, hat also nichts mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu tun. Was es mit dem Symbol von Cash-Check auf sich hat erschließt sich auf der Webseite von Katrim nicht und auch eine Google-Suche lässt einen ratlos zurück.

Katrim: Sicherheit und Garantien
Die Sicherheit überlässt man auch auf Katrim lieber dem Investor selbst. Dieser soll sich ausreichend informieren, extern beraten lassen und so breit wie möglich diversifizieren. Wie das derzeit gehen soll, wird nicht gesagt. Stand Juni 2019 sind auf Katrim gerade zwei Projekte im Angebot. Die Zinsen liegen zwischen 4,75 und 6,25 Prozent. Wenn mal mal fünf Prozent zugrunde legt, den Zinseszins außer acht lässt und ein Projekt ausfällt, bräuchte man demnach zwanzig erfolgreiche Projekte um bei Null herauszukommen. Allein das sollte einem zu Denken geben.

Katrim: Die Pleite der Risus GmbH
Im Nachhinein klingt es schon ein bisschen wie Hohn, wenn die Risus GmbH sich auf Katrim bei der Crowd unter anderem mit den Worten bedankt, “... für die schnelle Platzierung. Diese wurde durch einige hohe Einzelbeträge seitens Branchen-, Markt- und fachkundiger Investoren möglich.” Dieses seit 2003 existierende Softwarehaus hatte sich auf Lösungen für die Sozialwirtschaft spezialisiert und zum Kundenkreis gehörten, große soziale Verbände, wie Rotes Kreuz, Diakonie, Caritas und Arbeiterwohlfahrt. Doch es nützte alles nichts, das Unternehmen ging pleite und die über Katrim geworbenen Investoren, gingen leer aus. 100.000 Euro wurden über Katrim vermittelt, angeblich für die Expansion in den Markt Kindertagesstätten. Pikant ist, dass die Risus GmbH auch auf einer anderen Plattform, nämlich Finnest weitere 200.000 Euro, ebenfalls für Expansionen, beschaffte. Da stellt sich dem neutralen Beobachter gelegentlich schon die Frage, ob sich daraus ein Fall für den Staatsanwalt ergeben könnte.

Katrim: Haben Investoren Schadenersatzansprüche?
Erst nach Durchführung einer sachverständige Kontrolle aller Unterlagen kann man das sicher feststellen. Die Fragen zu den Themen Schadensersatz, Prospekthaftung und Gültigkeit der Haftungsfreistellung sollten zuerst vollständig beantwortet sein, bevor man sie tiefergehenden Fragestellungen widmet. Da braucht man dann Antworten auf Fragen wie: Hat Katrim eine eventuelle Erlaubnispflicht des Vertragspartners geprüft? Hat Katrim ein Finanzinstrument ohne feste Übernahmeverpflichtung platziert? Unterlag Katrim dem Vermögensanlagengesetz (VermAnlG)?

Katrim: Wie macht man Forderungen geltend?
Nach dem Abschluss der fachkompetenten Prüfung aller Sachverhalte können sattelfeste Aussagen zu den Ansprüchen auf Schadenersatz getätigt werden. Eine derart gründliche Analyse beeinflusst die Erfolgsaussichten Forderungen durchzusetzen erheblich. Ein Grund dafür ist, dass man abschliessend weiß, gegen wen man seine Ansprüche erhebt.

Resch Rechtsanwälte - Anlegerschutz seit 1986
Resch Rechtsanwälte bieten den Anlegern von gescheiterten Katrim-Projekten die kostenlose Prüfung ihres Falles an. Füllen Sie das Kontaktformular aus oder rufen Sie an, unter 030 885 9770.

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Wenn Sie als Kapitalanleger Probleme haben, dann sind Resch Rechtsanwälte für Sie da.
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Referenzen

Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.
Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.