Schiffsfonds ++ nichts für sicherheitsorientierte Anleger ++ Schiffsbeteiligungen

Haben Sie sich an einem Schiffsfonds beteiligt? Hat man Ihnen gesagt, dass Sie damit Kommanditist an einer Kommanditgesellschaft werden? Und dass diese Schiffsbeteiligung eine unternehmerische Beteiligung ist, der damit immanent auch das Risiko des Totalverlustes droht? Dass Ausschüttungen nicht bedeuten, dass Gewinne erwirtschaftet wurden, sondern nur, dass Sie Ihr eingezahltes Geld zurückerhalten?

Wenn Sie alle diese Fragen mit Nein beantworten, sind Sie in bester Gesellschaft. Viele Anleger von Schiffsfonds bekommen ihre Beteiligung an einem Schiffsfonds als eine sichere Kapitalanlage mit hohen Renditeprognosen. Auf jeden Fall bekomme man aber sein Geld zurück, so wurde den Anlegern versprochen, denn das Schiff habe ja seinen Wert und sei im schlimmsten Fall immer noch seinen Schrottwert.

Schiffsfonds – ein tolles Geschäft! Aber nicht für die Anleger

Zehntausende von Anlegern von Schiffsfonds haben inzwischen am eigenen Leib gespürt, dass dies alles Lüge war. Aber hätte man ihnen die Wahrheit erzählt, hätte keiner einen Schiffsfonds gezeichnet. Die Banken und Anlageberater wollten aber Geld durch die Vermittlung von Schiffsfonds verdienen, hohe Provisionen von 10 % und mehr der Zeichnungssumme. Die Vermittlung von Schiffsfonds war ein gutes und sicheres Geschäft für die Anlageberater und Initiatoren, selten aber für den Anleger.

Schiffsfonds – Anleger werden Kommanditisten

Auch bei einem Schiffsfonds beteiligen sich die Anleger als Kommanditisten an einer Kommanditgesellschaft,  genauer einer GmbH & Co KG.  Das geschieht als unmittelbarer Kommanditist. Vielfach ist aber auch ein Treuhänder dazwischengeschaltet, dann werden die Anleger nur sogenannte mittelbare Kommanditisten. Letztlich können sie aber auch als sogenannte mittelbare Kommanditisten ihre Gesellschafterrechte voll nutzen.

Schiffsfonds – Anleger sind nicht Eigentümer des Schiffes

Diese Kommanditgesellschaft erwirbt ein Schiff oder auch gleich mehrere Schiffe oder die Kommanditgesellschaft beteiligt sich an einer oder mehreren anderen Schifffahrtsgesellschaften, die das oder die betreffenden Objektschiffe halten. Diese Gesellschaften werden meistens Einschiffgesellschaften oder Zielfonds genannt. Der Anleger eines Schiffsfonds wird also nicht Miteigentümer an einem Schiff, sondern er  ist Kommanditist einer Kommanditgesellschaft, die wiederum ein Schiff kauft oder sich an anderen Schifffahrtsgesellschaften beteiligt. Das Wort „Schiffsfonds“ ist kein juristischer Begriff, sondern wohl eher einer des Marketings.

Schwieriger Markt für Schiffsfonds

Der Markt für Schiffe und damit für Schiffsfonds hat sich spätestens seit der Weltwirtschaftskrise 2008 als extrem schwierig erwiesen. Es gibt bis heute Überkapazitäten, die auch nicht nach dem Wiederaufschwung der Weltkonjunktur voll ausgelastet sind. Auch auf dem Schifffahrtsmarkt bestimmen Angebot und Nachfrage das Geschäft. Bei einem Überangebot an Schiffen fallen die Charterraten, ohne dass die Betriebskosten entsprechend gesunken sind. Das hat das Ende für unzählige Schiffsfonds eingeleitet. Viele Schiffsfonds sind in der Insolvenz oder nach dem Verkauf der Schiffe in der Liquidation.

Die hausgemachten Probleme der Schiffsfonds

Zu diesen äußeren Einflüssen kommen aber auch selbst gemachte interne Probleme. Oft sind die Ankaufspreise für die Schiffe überhöht gewesen. Die Weichkosten, also Provisionen und laufende Gebühren für Vertriebe und Initiatoren, sind üppig angesetzt. Vielfach lagen auch die Prognosen im Hinblick auf die zu erzielenden Charterraten, aber auch auf die zu erwartenden Betriebskosten, weit neben den realen Marktpreisen. Oft gab es anfängliche Charterraten, bei denen von vornherein klar war, dass die Anschlusscharter deutlich geringer ausfallen würde. In vielen Fällen findet man auch Betriebskosten, die von vornherein zu niedrig kalkuliert waren. Aber nur so konnte man den Schiffsfonds verkäuflich machen. Diese hausgemachten Ansätze reichten vielfach aus, um unlösbare Probleme aufzubauen. Eine geschönte Einnahmenprognose und zu niedrige Betriebskostenkalkulationen müssen in die Krise oder sogar in die Insolvenz führen.

Schiffsfonds kämpfen mit Währungsrisiken

Ein weiteres Problem für die Schiffsfonds sind Währungsrisiken. Regelmäßig sind Schiffsfonds keine Eigenkapitalfonds, sondern mindestens die Hälfte des Gesamtinvestitionsvolumens wird über Kredite finanziert. Diese Kredite werden auf dem Schiffsmarkt in Dollar oder/ und japanischen Yen aufgenommen. Auch wenn der Chartermarkt weltweit auf Dollarbasis funktioniert, bleiben Währungsrisiken von Dollar zum Yen oder auch im Verhältnis zum Euro die Ursache für latente Zahlungsprobleme der Schiffsfonds.

Banken fordern von Schiffsfonds Nachbesicherung

Regelmäßig wird bei der Finanzierung der Schiffsfonds auch eine Loan-to-value-Klausel enthalten sein, das heißt, die Bank behält sich vor, bei einer niedrigen Neubewertung des Schiffes eine Nachbesicherung einzufordern. Die Bank passt immer auf, dass sie Sicherheiten hat und wenn der Wert des Schiffes nicht mehr ausreicht, verlangt die Bank eine Sondertilgung oder andere Absicherungen. Anleger merken das meist daran, dass Ausschüttungen gestrichen werden. Im Zuge von Sanierungskonzepten bei Schiffsfonds ist es auch zu Nachschussforderungen gekommen.

Ausschüttungen des Schiffsfonds werden zurückgefordert

In einer solchen Situation kann es auch dazu kommen, dass geleistete Ausschüttungen des Schiffsfonds zurückgefordert werden. Oft ein Schock für die Anleger, die ja davon ausgegangen waren, dass die Ausschüttungen des Schiffsfonds die versprochenen Renditen waren. Renditen haben sie mit Gewinnen verwechselt. Sie haben nicht gemerkt, dass ihnen die Ausschüttungen trotz Verlusten geleistet wurden. Wenn solche gewinnunabhängigen Ausschüttungen erfolgen, droht immer auch die Pflicht, dass diese zurückbezahlt werden müssen. So ist es In § 172 des Handelsgesetzbuches geregelt.

Wann müssen Schiffsfonds Anleger Ausschüttungen zurückzahlen

Der Bundesgerichtshof hat allerdings immer wieder in Einzelfällen entschieden, ob solche Rückforderungen bei Schiffsfonds zulässig sind. Maßgeblich ist, inwieweit zur Rückforderung von Ausschüttungen entsprechende Regelungen im Gesellschaftsvertrag des Schiffsfonds zu finden sind, die auch für den juristischen Laien verständlich sein müssen.

Anleger- und anlagegerechte Beratung bei Schiffsfonds gefordert

Der Bundesgerichtshof fordert, dass ein Vermittler seine Kunden anleger- und anlagegerecht berät. Der angebotene Schiffsfonds muss zu den persönlichen Bedürfnissen des Kunden passen. Der Kunde muss vollständig aufgeklärt werden. Ihm müssen all die oben genannten Risiken des Schiffsfonds verständlich dargestellt werden. Dazu gehört insbesondere, dass die Kommanditgesellschaft eine unternehmerische Beteiligung ist und nicht nur theoretisch das Risiko des Totalverlustes besteht. Für sicherheitsorientierte Anleger ist ein Schiffsfonds ungeeignet. Ein Vermittler kann einen Schiffsfonds nur Anlegern anbieten, die bereit sind, erhebliche Risiken einzugehen und die auch den Totalverlust ihrer Anlage verkraften wollen.

Banken müssen bei Schiffsfonds Vermittlung auf Provision hinweisen

Wird die Beteiligung an deinem Schiffsfonds über eine Bank vermittelt, muss diese auf die sogenannten Kickback-Zahlungen hinweisen, die sie für die Vermittlung des betreffenden Schiffsfonds erhält. Kickback-Zahlungen sind Rückvergütungen oder verdeckte Innenprovisionen, die die Bank vom Initiator des Schiffsfonds erhält. Damit ist also nicht das Agio gemeint, das offen ausgewiesen ist, sondern eine weitere verdeckte Provision, die oft 10 % und mehr ausmacht und über die regelmäßig nicht aufgeklärt wurde. Der Bundesgerichtshof sieht aber in der Zahlung einer Innenprovision einen Interessenkonflikt, den die Bank ihrem Kunden offenlegen muss. Der Verdacht liegt nahe, dass die Bank bei der Vermittlung eines solchen Schiffsfonds eher an die eigene Provision denkt, als an das Wohl des Kunden.

Schiffsfonds Anleger haben Anspruch auf Schadensersatz

Wird ein Anleger nicht anleger- und anlagegerecht zu den Risiken des Schiffsfonds beraten oder werden ihm wesentliche Tatsachen, wie die Zahlung der Innenprovision, verschwiegen steht ihm ein Schadensersatzanspruch zu. Er wird so gestellt, als hätte er die Beteiligung an den entsprechenden Schiffsfonds nicht gezeichnet.

Schiffsfonds ++ nichts für sicherheitsorientierte Anleger ++ Schiffsbeteiligungen
Schiffsfonds ++ nichts für sicherheitsorientierte Anleger ++ Schiffsbeteiligungen

Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986.

Resch Rechtsanwälte bieten den Anlegern der Schiffsfonds die kostenlose Prüfung ihres Falles an. Wenn Sie also einen Schiffsfonds gezeichnet haben und nicht über die oben beschriebenen Risiken aufgeklärt wurden,  rufen Sie an unter 030 885 97 70 oder füllen Sie den Fragebogen aus.

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Wenn Sie als Kapitalanleger Probleme haben, dann sind Resch Rechtsanwälte für Sie da.
Wenn Sie als Kapitalanleger Probleme haben, dann sind Resch Rechtsanwälte für Sie da.

Referenzen

Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.
Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.