WIWIN - Nachhaltig, aber auch riskant

WIWIN ist eine Crowdinvesting-Plattform die Investitionen in nachhaltige Projekte ermöglicht. Die Plattform wird von der WIWIN GmbH, zuvor juwi Invest GmbH, sozusagen einer Schwestergesellschaft des Projektentwicklers Juwi AG, aus Mainz betrieben. Über diese Schwester verfügt WIWIN über 25 Jahre Projektentwicklung im Bereich erneuerbare Energien. Folgerichtig liegt der Fokus von WIWIN auf den Themen erneuerbare Energien, ökologische Ernährung, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, effiziente Energienutzung, regionale Wirtschaftsketten und grüne Innovationen. Nur Unternehmen die in den vorgenannten Bereichen tätig sind, werden auf WIWIN zugelassen. Die Frage ist, was passiert, wenn eines dieser Projekte aus dem Ruder laufen sollte. Welche Möglichkeiten bleiben den Anlegern dann, um den Schaden zu begrenzen?

WIWIN - Geschichte

WIWIN ist eine Wortschöpfung ihres Gründers, Matthias Willenbach, welcher lange zuvor seine Windkraftfirma Willenbacher Wind genannt hat. 2011 wurde die Crowdinvesting-Plattform WIWIN gegründet. Seitdem haben über 5.000 Anleger in Projekte von WIWIN investiert. Das über WIWIN vermittelte Anlagevolumen beträgt mehr als 55 Millionen Euro, davon wurden bisher über 48 Millionen Euro zurückgezahlt. Bis jetzt wurden alle Projekte erfolgreich umgesetzt, so dass es zu keinen Ausfällen gekommen ist.

WIWIN - Intransparenz
Die Plattform WIWIN tritt im Vergleich zu anderen Plattformen recht intransparent auf. So ist auf der frei zugänglichen Website von WIWIN nicht ersichtlich, wie weit die Platzierung der einzelnen Projekte gediehen ist. Die Rendite ist in den Projektbeschreibungen angegeben. Dann taucht aber zwischendrin eine Inhaberschuldverschreibung mit einem Mindestzinssatz auf, ohne das der Grund dafür ersichtlich wird. Mittendrin erscheint auf WIWIN, in derselben Anmutung, wie ein Projekt, ein Angebot für die Zielgruppe “Qualifizierte Anleger” mit einem Mindestanlagevolumen von 100.000 Euro, welches aber gar kein Angebot für ein Projekt, sondern für ein Gespräch mit einem Anlageberater ist. Daneben gibt es auf WIWIN Angebote, die entgegen der Angaben in den FAQs, von Investoren zu entrichtende Provisionen und Agios enthalten, die auf verwirrenden Schaubilder erklärt werden. Mit Crowdfunding hat das alles nur noch wenig zu tun.

WIWIN - Partnerinstitutionen
Die Plattform WIWIN arbeitet formell im Auftrag der Effecta GmbH aus Florstadt. Diese hat auch die Aufsicht über die Vermittlungstätigkeit inne, übernimmt die Verwaltung der Zahlungen und kontrolliert diese auch. WIWIN ist Mitglied im Bundesverband Crowdfunding, deren Hauptziel hohe Standards beim Investoren- und Verbraucherschutz sind. Außerdem ist WINWIN Mitglied im Forum für nachhaltige Geldanlagen, dem Verband für Umwelt und Wirtschaft e.V., sowie dem Bundesverband der grünen Wirtschaft.

WIWIN - Risiken
Wie hoch die Risiken auf WIWIN sind, kann man nicht ermessen, aber das Totalverlustrisiko wohnt allen Anlagen inne. Es lohnt sich auch ein genauer Blick auf die Geschichte des Gründers. Hinter WIWIN steht Matthias Willenbacher. Der war vorher bei der JUWI AG aktiv. Diese Firma stand im Jahr 2014 kurz vor dem aus. Es meldete im selben Jahr Verluste von über 112 Millionen Euro und musste vom Mannheimer Stadtwerkskonzern MVV Energie gerettet werden. Darüber hinaus war Matthias Willenbacher Angeklagter in einem Korruptionsprozess. Bei dem wurde er zwar freigesprochen, aber der Vorteilsnehmer wurde skurrilerweise verurteilt.

WIWIN - Fazit
Trotz einiger Vorbehalte gegen den Gründer und die mangelnden Informationen auf der Website, scheinen die Kunden im Allgemeinen recht zufrieden zu sein. Ein guter Grund dafür mag sein, dass  noch kein Projekt von WIWIN pleite gegangen ist und alle Anleger ihre Zahlungen pünktlich bekommen haben. Doch wenn in der Zukunft ein Projekt ausfällt, stellt sich die Frage, wer dafür verantwortlich ist. Dabei richtet sich womöglich der Fokus auf die Effecta GmbH, in deren Auftrag WIWIN laut eigener Angaben handelt.

WIWIN - Gibt es einen rechtlichen Anspruch auf Entschädigung?
Eine gründliche Analyse ist das Mittel der Wahl, um eine Antwort auf diese Frage zu finden. Darum ist es zunächst erforderlich die allgemeinen Fragen nach dem Schadensersatzanspruch, der Prospekthaftung, oder der Gültigkeit einer Haftungsfreistellung zu beantworten, bevor man dazu übergeht, detaillierte Antworten auf sehr viel speziellere Fragen einzuholen. Diese Fragen könnten zum Beispiel lauten: Handelte es sich bei der Plattform WIWIN um den Betrieb eines multilateralen Handelssystems? Ist dem Betreiber der Plattform WIWIN ein Emissionsgeschäft nachzuweisen, weil er Finanzinstrumente für eigenes Risiko, oder gleichwertiger Garantien übernommen hat? Unterlag der Anbieter auf WIWIN dem Vermögensanlagengesetz (VermAnlG)?

WIWIN - Gegen wen und wie kann man Forderungen erheben?
Erst nach dem Abschluss der fachkompetenten Prüfung aller Sachverhalte können sattelfeste Aussagen zu den Ansprüchen auf Schadenersatz getätigt werden. Solch eine gründliche Analyse beeinflusst die Erfolgsaussichten Forderungen durchzusetzen erheblich. Ein Grund dafür ist, dass man abschliessend weiß, gegen wen man seine Ansprüche erheben kann.

Resch Rechtsanwälte - Anlegerschutz seit 1986
Resch Rechtsanwälte bieten den Anlegern von gescheiterten WIWIN-Projekten die kostenlose Prüfung ihres Falles an. Füllen Sie das Kontaktformular aus oder rufen Sie an, unter 030 885 9770.