Deutsche Öl & Gas – Anleger sollen nochmals zahlen

Voller Verwunderung werden Anleger das Schreiben der DOGSA Deutsche Öl & Gas S.A. erhalten haben, wonach sie noch einmal in die Tasche greifen sollen, um ihr Unternehmen zu retten. Nichts bleibt von den vollmundigen Ankündigungen, wie es die Aktionäre noch auf der Hauptversammlung im Dezember 2018 in Luxemburg gehört haben. Anleger sollen noch einmal zur Kasse gebeten werden, um mit 40 bis 50 Millionen Dollar die Unabhängig der Deutsche Öl & Gas S.A. zu erreichen. Wie plausibel ist das? Prüfen wir die wichtigsten FAQ’s, also die Antworten auf die meistgefragten Fragen, auf ihre Plausibilität:

DOGSA FAQ: Warum musste ECP 2015 in das Projekt aufgenommen werden?

Ja – die Frage stellt sich tatsächlich. Sie steht nämlich im Widerspruch zu den Informationen der ECP Energy Capital Partners, die diese auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Dort heißt es, dass die Energy Capital Partners im Juni 2014 mit der Fury Operating Alaska LLC, einer der Unternehmen aus Umfeld von Kay Rieck, einen Finanzierungsvertrag abgeschlossen haben. Dieses „Investment commitment“, wie es Energy Capital Partners nennt, umfasst einen Betrag von 160 Millionen Dollar.

DOGSA: Gibt weiteren Kredit von ECP in 2015?
Die Frage stellt sich also, ob es zu dem Kredit von 160 Millionen Dollar aus dem Jahr 2014 noch einen weiteren Kredit von 140 Millionen Dollar im Jahr 2015 gegeben hat? Nur dann kommt es zu einer Finanzierungsgröße von rund 300 Millionen Dollar. Das scheint nicht besonders wahrscheinlich. Auf der Website der ECP ist davon jedenfalls nichts zu lesen.

Deutsche Oel & Gas FAQ: Was ist mit den Tax Credits?
Auch hier ist die Antwort aus den FAQ nicht aktuell bzw. schlichtweg falsch. Nach der Information des Fernsehsenders 2KTUU hat das höchste Gericht Alaskas die Klage am 03. Januar 2019 abgewiesen. Dass gegen die Entscheidung des Alaska Superior Court noch eine Berufung möglich sein soll, wie die DOGSA schreibt, ist eher unwahrscheinlich.

DOGSA FAQ: Wie hoch ist der Betrag, um die Unabhängigkeit zu erreichen?
Nicht nachvollziehbar ist auch, wie eine Summe von 40 bis 50 Millionen Dollar ausreichen kann, um eine finanzierte Summe von circa 300 Millionen Dollar abzulösen. Das wäre wahrhaftig genial! Es deckt sich nicht mit den Veröffentlichungen im Internet der Energy Capital Partners. Dort ist von einem 160 Millionen Dollar Kredit die Rede, aber nicht von einer Umfinanzierung.

Deutsche Oel & Gas FAQ: Was ist dem Börsengang?
Auch der Börsengang wird wieder angesprochen. Dieser mache erst nach der Umfinanzierung wirklich Sinn. Eine sonderbare Erkenntnis, die in krassem Widerspruch zu allen Aussagen der Vergangenheit steht. Die Energy Capital Partners sind mit ihrem Kredit seit 2014 dabei. Wenn der Börsengang keinen Sinn hatte, warum wurde er nach der Zwangsumwandlung der ECI Anteile im Dezember 2015 versprochen und immer wieder neu versucht, bis er sich langsam zu einer Lachnummer entwickelte?

DOGSA Hauptversammlung: Wurden Anleger irregeführt?
Noch in der Hauptversammlung am 17. Dezember 2018 erklärte der Versammlungsleiter seinen Aktionären, dass man alles getan habe, um den Börsengang umzusetzen, aber leider sei er immer wieder gescheitert. Es war keine Rede davon, dass man Energy Capital Partners auszahlen muss, um einen Börsengang erfolgreich durchzuführen. Wurden die Anleger falsch informiert?

Deutsche Oel & Gas FAQ: Warum können wir nicht anderweitig finanzieren?
Reicht die Summe von 40 bis 50 Millionen US-Dollar, die die Anleger einzahlen sollen, doch nicht? Warum müssen Gespräche zur Finanzierung geführt werden? Diese sind doch offenkundig gescheitert bzw. bisher ohne verbindlichen Vertrag geblieben. Und wie kann das Interesse groß sein, wenn die Finanzierungsfirmen die Öl- und Gasbranche nicht verstehen?

Deutsche Oel & Gas FAQ: Was passiert, wenn Geld nicht zusammenkommt?
Sehr ernüchternd sind die Aussagen, ob es denn mit den Ölbohrungen überhaupt weitergeht - nur, wenn die Finanzierung steht, heißt es. Im Ergebnis bedeutet es also, dass wohl kein Öl mehr kommen wird.

Deutsche Oel & Gas FAQ: Wie hoch sind Einnahmen aus Gasproduktion?
Im Hinblick auf die Gaslieferverträge haben wir ja in der Hauptversammlung erfahren, dass die Verträge im Wesentlichen nicht aus eigenen Quellen, sondern aus Zukäufen von anderen Anbietern erfüllt werden. Die Deutsche Öl & Gas ist eigentlich nur Zwischenlieferant. Einnahmen sind mithin mit den Ausgaben gleichzusetzen.

Deutsche Oel & Gas: Kay Rieck ist für dieses Drama verantwortlich
Nach all den bitteren Erfahrungen der letzten Jahre werden sich die Aktionäre der Deutsche Öl & Gas S.A. wohl schwertun, neues Geld zu investieren. Hauptverantwortlich dafür ist CEO Kay Rieck, dessen Verhalten und Entscheidungen die Ursache für dieses Ergebnis sind. Ursache – Wirkung! So einfach! In einer „normalen“ Aktiengesellschaft müsste der CEO seinen Hut nehmen.

Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986
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