Neuer Aktionärsbrief der Deutsche Oel & Gas S.A. vom 13.08.2019

In einem neuen Aktionärsbrief der Deutsche Oel & Gas S.A. teilt Kay Rieck mit, dass die von der ECP eingesetzte Geschäftsleitung der Cornucopia Oil & Gas Company und der Furie Operating Alaska Insolvenzschutz nach Chapter 11 in Delaware beantragt hat.

Was bedeutet Chapter 11?
Der US bankruptcy code ist Buch 11 (Title 11) des United States Codes. Chapter 11 dieses Codes regelt eine vom Gericht überwachte Reorganisierung der Firmenfinanzen. Die korrekte Langform ist demnach: Chapter 11 of Title 11 of the United States Code.

Ein Unternehmen, das nach Chapter 11 Insolvenz beantragt, strebt eine Reorganisierung und Restrukturierung seiner Schulden, Leasingvereinbarungen, Kontrakte sowie seines Kapitals und anderweitiger finanzieller Verpflichtungen an. Mit dem Insolvenzantrag sollen bis zum Abschluss der Reorganisation rechtliche Schritte der Gläubiger gegen den Schuldner unterbunden werden.

Was behauptet Kay Rieck?
In seinem neuen Aktionärsbrief behauptet Kay Rieck, diese Maßnahme diene der ECP dazu, mit Unterstützung des Insolvenzgerichts alle Vermögenswerte zur Rückzahlung der Forderungen zu veräußern. Diese Behauptung steht allerdings im krassen Gegensatz zu Sinn und Zweck von Chapter 11 und dient wohl nur dazu, den Aktionären der Deutsche Oel & Gas S.A. noch ein paar Millionen Euro abzunehmen.

Sollten die Aktionäre nachschießen?
Diese Frage ist angesichts der fehlenden Transparenz, die sich durch die miserable Kommunikation von Kay Rieck mit seinen Anlegern zieht, nur sehr schwer zu beantworten.

Im Newsletter vom 29.07.2019 war zu lesen, dass, um eine Finanzierung über eine Bank darstellen zu können, dringend noch weitere EUR 5 Mio. als Eigenkapital benötigt werden
Zwei Wochen später, im Newsletter vom 13.08.2019 teilt Kay Rieck mit, dass weitere Anteilseigner die restliche Summe bis zum Erreichen des Kaufpreises zur Verfügung stellen werden, sobald „wir“ die 15 Mio. Euro aufbringen.

Was ist daran nun richtig? Und wer ist „wir“?
Kommt die Finanzierung über eine Bank als Fremdkapital, oder wird das vermeintlich noch notwendige Kapital als Eigenkapital von „weiteren Anteilseignern“ aufgebracht? Wer sind diese bislang unbekannten Anteilseigner und wer ist „wir“? Sollte sich Kay Rieck dazu zählen, sind die Aktionäre sicher auf die Höhe seines Beitrags gespannt; 1,20 Euro pro Aktie sollten es von ihm schon sein.

Wer ist eigentlich der Hauptaktionär der Deutsche Oel & Gas S.A.?
Die Deutsche Oel & Gas S.A. hat eine Stammkapital, das in 480.081.200 Aktien aufgeteilt ist. 395.316.844 dieser Aktien befanden sich im Besitz der Deutsche Oel & Gas GmbH & Co. KG, wie die Deutsche Oel & Gas S.A. und die Deutsche Oel & Gas AG, über die Oel & Gas GmbH, Wien, eine Tochter der Alecto Ltd., Dubai. Alleiniger Eigner der Alecto Ltd. ist nach eigenen Angaben Kay Rieck.

Die Deutsche Oel & Gas GmbH & Co. KG hat bereits am 19.11.2015 sämtliche von ihr gehaltenen 395.316.844 Aktien der Deutsche Oel & Gas S.A. auf die Alecto Ltd. übertragen und als Gegenleistung hierfür einen Betrag in Höhe von € 10.000,00 erhalten.

Zählt die Alecto Ltd. auch zu „wir“ und leistet einen Beitrag von 1,20 pro Aktie?
Wenn sich auch Kay Rieck in der Verantwortung für sein Management der letzten Jahre in der Verantwortung sieht, sollte auch ein lächerlicher Beitrag je von seiner Alecto Ltd. gehaltenen 395.316.844 Aktien reichen, um nicht die deutschen Anleger und Aktionäre um einen weiteren Beitrag angehen zu müssen.

Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986
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