KGAL PropertyClass Österreich 6 – ein Desaster bahnt sich an

Der Immobilienfonds KGAL PropertyClass Österreich 6 bietet den Anlegern eine spannende Wahl zwischen schlecht und ganz schlecht. Die 1.100 Anleger des KGAL PropertyClass Österreich 6 sollen sich entscheiden, ob sie dem Abschluss eines neuen Mietvertrages zustimmen, so heißt es in einem Schreiben der KGAL an die Anleger, dass ein Anschlussmieter gefunden sei. Für mehr als die Hälfte der Fläche sei ein sehr attraktiver Mieter gefunden. Dieser sei aber nur bereit einzuziehen, wenn das Objekt zeitnah bezogen werden kann. Innerhalb weniger Tage sollen die Anleger der KGAL PropertyClass Österreich 6 über den Abschluss eines neuen Mietvertrages, die komplette Änderung der gesellschaftlichen Struktur und über Umbaukosten in Höhe von 4,5 Millionen Euro entscheiden. Aber selbst wenn alles gut läuft und das Objekt am Ende voll vermietet wäre, sollte neben den bisherigen Entnahmen von 25,5 % bei einem Verkauf 2021 ein Gesamtmittelrückfluss von nur 80 % einschließlich der geleisteten Einlagen und Ausschüttungen möglich sein. Damit ist ein Verlust von 20 % programmiert. Müssen sich Anleger des KGAL PropertyClass Österreich 6 das gefallen lassen? Können sie Schadensersatz verlangen?

KGAL PropertyClass Österreich 6: Probleme mit dem Mieter

Die Anleger sollten die Botschaft noch einmal durchdenken. Der KGAL PropertyClass Österreich 6 Immobilienfonds wurde mit 1.100 Anlegern im Jahr 2008 aufgelegt. Das Investitionsvolumen beträgt 43 Millionen Euro. Nach anfänglichen kumulierten Ausschüttungen von 25,5 % haben die Anleger seit 2014 keine Ausschüttungen mehr erhalten. Der Grund liegt darin, dass die PWC als Mieter angekündigt hat, im Jahr 2018 auszuziehen und vorzeitig aus dem bis Ende 2019 laufenden Mietvertrag aussteigen zu wollen.

KGAL PropertyClass Österreich 6: Die Mär vom boomenden Markt
Seit geraumer Zeit versucht die KGAL PropertyClass Österreich 6 für das Objekt einen passenden Nachmieter aufzutreiben. Dabei hatte die KGAL den Vermietungsmarkt in Österreich in den höchsten Tönen gelobt. Österreichs Gewerbeimmobilienmarkt glänzte im Jahr 2017 mit einer historischen Rekordmarke. Davon merken die Anleger des KGAL PropertyClass Österreich 6 nichts.

KGAL PropertyClass Österreich 6: Hohe Kosten durch Mieterwechsel
Es heißt, dass zwar ein Anschlussmieter gefunden sei. Dieser wolle sich aber sofort entscheiden. Zudem wurden der PWC im Rahmen der Aufhebungsvereinbarung über 1 Million Euro an ausstehenden Mietforderungen erlassen. Die Umbaukosten für den neuen Mieter würden mit 4,5 Millionen Euro eingeschätzt werden.

KGAL PropertyClass Österreich 6: Änderung der Gesellschaftsstruktur
Die komplizierte gesellschaftsrechtliche Struktur der Fruchtgenussvereinbarung muss aufgelöst werden. Daraus können mögliche steuerliche Nachteile für die Anleger des Immobilienfonds des KGAL PropertyClass Österreich 6 entstehen.

KGAL PropertyClass Österreich 6: Nur Teilflächen vermietet
Zudem umfasst die beabsichtigte Anschlussvermietung an den neuen Mieter Wiener Wohnen nur 56 % der Gewerbeflächen. Ohnehin weniger als 23 % wie der Vormieter bezahlt. Die verbleibenden Flächen sind wenig attraktiv, heißt es im Schreiben der KGAL. Deshalb müsse damit gerechnet werden, dass die Mieteinnahmen geringer ausfallen als bei dem derzeitig abzuschließenden Mietvertrag mit der Wiener Wohnen.

KGAL PropertyClass Österreich 6: Verlust vorprogrammiert
Aber selbst wenn eine Vollvermietung des Objektes gelingt, dann wären die Einnahmen nicht ausreichend, um Ausschüttungen an die Gesellschafter vorzunehmen. Es müsste nämlich in einem ersten Schritt das bestehende Darlehen drastisch reduziert werden. Auch bei einem Verkauf des Objektes sei trotz Vollvermietung ein Verlust programmiert, so heißt es. „Neben den bisher erfolgten Entnahmen in Höhe von 25,50 % ist bei einem Verkauf im Jahr 2021 aus heutiger Sicht mit einer Schlusszahlung von maximal 55 % der Beteiligungshöhe zu rechnen.“ Der Gesamtmittelrückfluss beträgt dann 80 % der von den Anlegern geleisteten Einlage. Was für ein Ergebnis.

KGAL PropertyClass Österreich 6: Tolles Geschäft für Anbieter
Während die KGAL mit ihrem KGAL PropertyClass Österreich 6 prächtig verdient und auch die vermittelnden Banken, hier die Dresdner Bank und Commerzbank, neben dem Agio deutliche Innenprovisionen kassieren, verlieren die Anleger selbst im besten Fall 20 % ihrer Einlage.


KGAL PropertyClass Österreich 6: Schadensersatz für Anleger

Eine Bank muss grundsätzlich über die mit dem Objekt verbundenen Risiken umfassend aufklären. Das gilt insbesondere für die Innenprovision, die sie neben dem Agio von Seiten des Emittenten kassiert. Der Bundesgerichtshof sieht in der Zahlung einer solchen Rückvergütung einen Interessenkonflikt, der dem Anlegern ungefragt offengelegt werden muss.

KGAL PropertyClass Österreich 6: Sofort handeln! Verjährung droht!
Anlegern aus Deutschland droht die taggenaue Verjährung nach 10 Jahren. Maßgeblich ist das Datum auf der Beitrittserklärung für den KGAL PropertyClass Österreich 6 Immobilienfonds. Hier könnte allerdings eine Ausnahme gelten, die noch zu prüfen ist. Nach österreichischem Recht gibt es die absolute Verjährungsfrist von 10 Jahren nicht. Hier gilt eine 30-jährige Verjährungsfrist. Es bleibt zu prüfen, ob österreichisches Recht anwendbar ist, sodass die potenziellen Schadensersatzansprüche hier nicht verjährt sind.

Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986
Resch Rechtsanwälte bieten den Anlegern des KGAL PropertyClass Österreich 6 die kostenlose Prüfung   ihres Falles an. Füllen Sie den Fragebogen aus oder rufen Sie an unter 030 885 97 70.