König & Cie. Renditefonds 52 Investment Portfolio I – Anlageberater zum Schadensersatz verurteilt

Das Landgericht Lüneburg hat im Februar 2019 einen Anlageberater auf Schadensersatz verurteilt, weil er den klagenden Anleger nicht über die Risiken der Beteiligung an dem König & Cie. Renditefonds 52 Investment Portfolio I aufgeklärt hat.

Urteil zu König & Cie. Renditefonds 52: Aufklärungspflicht des Anlageberaters

Der Anlageberater hatte über entscheidende Punkte, wie das Totalverlustrisiko und die Nachhaftungspflicht, nicht hinreichend aufgeklärt. Das Landgericht Lüneburg weist darauf hin, dass ein Anlageberater Verlauf und Umstände des Beratungsgespräches im Einzelnen vorzutragen hat. Er muss ausführen, welche konkreten Punkte er erläutert haben will. Eine pauschale Behauptung, über Chancen und Risiken sei umfassend aufgeklärt worden, reicht nicht aus.

Urteil zu König & Cie. Renditefonds 52: Übergabe des Prospektes
Der Anlageberater hatte auch nicht den Prospekt übergeben, sondern die Beratung nur anhand von Hochglanzbroschüren durchgeführt. Dass der Anleger sowohl in der Beitrittserklärung als auch im Beratungsprotokoll unterschrieben habe, einen Prospekt erhalten zu haben, hat das Gericht nicht als ausreichend angesehen. Das Gericht kommt zu dem Ergebnis, dass die Erklärung, einen Prospekt erhalten zu haben, keinen hinreichenden Beweiswert für den tatsächlichen Gehalt darstellt.

Urteil zu König & Cie. Renditefonds 52: Prospektübergabe rechtzeitig?
Zudem wird auch nicht auf die rechtzeitige Übergabe des Prospektes verwiesen. Der Prospekt muss nämlich vor der Beratung übergeben worden sein, so dass der Anleger die Gelegenheit hatte, den Prospekt hinreichend zu studieren. Im Wortlaut der Beitrittserklärung wäre die Übergabe des Prospektes am selben Tage wie die Unterzeichnung der Beitrittserklärung belegt.

Urteil zu König & Cie. Renditefonds 52: Keine sichere Kapitalanlage
Dass dem Anleger die Beteiligung an dem König & Cie. Renditefonds 52 Investment Portfolio I als eine sichere Kapitalanlage empfohlen wurde, stellt eine Falschberatung dar. Der Anleger dieses Falles war sicherheitsorientiert und nicht risikogeneigt. Der König & Cie. Renditefonds 52 Investment Portfolio I ist aber eine spekulative, wenn nicht sogar eine hoch spekulative, Anlage.

Urteil zu König & Cie. Renditefonds 52:  Ständige höchstrichterliche Rechtsprechung
Das Landgericht Lüneburg folgt damit der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes. So muss ein Anlageberater umfassend auf alle mit der Beteiligung verbundenen Risiken hinweisen. Insbesondere gilt auch der Grundsatz, dass der Prospekt so rechtzeitig übergeben werden muss, dass der Anleger die Gelegenheit hat, sich mit dem Inhalt des Prospektes vertraut zu machen.

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