König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“ ++ Insolvenz ++ Schiffsfonds

Der Schiffsfonds König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“ wurde 2007 vom Emissionshaus König & Cie. aufgelegt. Mittlerweile ist die Fondsgesellschaft zahlungsunfähig. Das Insolvenzverfahren ist eröffnet. Anleger des König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“ erleiden den Totalverlust. Von wem können sie Schadensersatz verlangen?

Basisdaten des König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“

Das Gesamtinvestitionsvolumen des Schiffsfonds König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“ betrug 44.123.000,00 EUR. Diese Summe setzt sich durch das Kapital der Anleger in Höhe von  17.199.000,00 EUR sowie Fremddarlehen in Höhe von  26.924.000,00 EUR zusammen. Einmalig haben die Anleger im Jahr 2008 Ausschüttungen von 8 % erhalten.

 

König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“: Währungsrisiko verschwiegen

Der Schiffsfonds König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“ bildete mit ihrem Schwesterschiff MS „Stadt Köln“ einen gemeinsamen Einnahmepool. Jedoch brachen die täglichen Einnahmen innerhalb des Jahres 2008 durch das Objektschiff MS „Stadt Aachen“ von täglich 33.000,00 USD auf 11.000,00 USD ein. Hinzu kamen Wechselkursänderungen von Dollar gegenüber dem japanischen Yen. Die ursprünglich prognostizierte Restschuld fiel damit wesentlich höher aus als im Tilgungsplan vereinbart.

König & Cie. Renditefonds 64  MS „Stadt Aachen2 insolvent

Im Jahr 2011 musste aufgrund der geringen Nachfrage die MS „Stadt Aachen“ für 4 Monate ausfallen und konnte für den Rest des Jahres nur mit einer täglichen Charterrate von US-Dollar 6.900,00 vermietet werden. Diese Probleme führten letztlich dazu, dass im November 2015 das Insolvenzverfahren (Az.: 67c IN 457/15) am zuständigen Amtsgericht Hamburg eröffnet wurde. Die Anleger erleiden einen Totalverlust und müssen zudem damit rechnen, dass sie die Ausschüttungen wieder zurückzahlen müssen.

König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“: Anleger falsch beraten

Vielen Anlegern wurde die Beteiligung an dem Schiffsfonds König & Cie. MS „Stadt Aachen“ als eine sichere Kapitalanlage empfohlen, die sogar zur Altersvorsorge geeignet sein sollte. Auf die Risiken wurde nicht hinreichend aufmerksam gemacht. Dazu gehört neben den Währungsrisiken auch die Gefahr, dass man als Kommanditist erhaltene Ausschüttungen wieder zurückzahlen muss, wenn diese nicht durch Gewinne erwirtschaftet sind.

König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“: Anleger haften persönlich

Zwar ist die Haftung des Kommanditisten erloschen, wenn dieser seine Einlage vollständig erbracht hat. Wenn aber gewinnunabhängige Ausschüttungen erbracht werden, kann die Haftung in dieser Höhe wieder aufleben, wenn Liquiditätsprobleme entstehen oder der Schiffsfonds in die Insolvenz gerät. Für sicherheitsorientierte Anleger ist deshalb eine Beteiligung an dem Schiffsfonds König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“ von vornherein ungeeignet gewesen.

König & Cie. MS „Stadt Aachen“: Anleger müssen umfassend beraten werden

Die Aufgabe eines Anlageberaters ist es, seinen Kunden anleger- und anlagegerecht über alle Risiken zu informieren. Dabei muss er zunächst prüfen, welche persönlichen Ziele der Anleger mit der Beteiligung verfolgt. Angesichts dieser Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes hätte der Anlageberater einem sicherheitsorientierten Anleger die Beteiligung an dem Schiffsfonds König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“ nie empfehlen dürfen. Der Schiffsfonds König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“ ist nur etwas für Anleger, die bereit sind, hohe Risiken einzugehen und auch den Verlust ihrer Einlage akzeptieren.

Rückforderung von Ausschüttungen

Zu den Beratungspflichten des Anlageberaters gehört auch der Hinweis, dass Ausschüttungen unter Umständen wieder zurückgefordert werden müssen, wenn diese Ausschüttungen nicht durch Gewinne erwirtschaftet wurden. Bei Liquiditätsproblemen oder gar bei der Insolvenz kann der Insolvenzverwalter gemäß § 172 HGB die Rückzahlung dieser Ausschüttungen verlangen. Die Anleger müssen sich bewusst sein, dass die Rückforderung der Ausschüttungen nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen abgewehrt werden kann.

Verlängerte Verjährung für Rückforderung

Die Forderung zur Rückzahlung von Ausschüttungen unterliegt nicht der 10-jährigen absoluten Verjährungsfrist, wie die potenziellen Schadensersatzansprüche. Den Anlegern droht also nicht nur der Totalverlust, sondern sie müssen sogar befürchten, dass sie bereits erhaltene Ausschüttungen am Ende wieder zurückzahlen müssen.

König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“: Bank muss über Provisionen aufklären

Wird die Beteiligung an dem Schiffsfonds König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“ über eine Bank vermittelt, ist diese zudem verpflichtet, auf die sogenannten Kickback-Zahlungen hinzuweisen, die sie für die Vermittlung des Schiffsfonds König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“ erhalten hat. Diese Rückvergütungen oder auch verdeckten Innenprovisionen hält der Bundesgerichtshof für einen Interessenkonflikt, der dem Kunden ungefragt mitgeteilt werden muss, damit er das Risiko der Kapitalanlage übersehen kann.

 

König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“: Anspruch auf Schadensersatz

Wird ein Anleger falsch beraten, wird er also zum Beispiel nicht auf die Währungsrisiken oder das Risiko der Rückforderung von gewinnunabhängigen Ausschüttungen hingewiesen oder wird ihm die Innenprovision verschwiegen, steht dem Anleger ein Schadensersatzanspruch zu. Der Anleger wird so gestellt, als hätte er die Beteiligung an dem Schiffsfonds König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“ nie gezeichnet.

12.04.2016

König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“
König & Cie. Renditefonds 64 MS „Stadt Aachen“

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