Lloyd Schiffsfonds LF 75 MS „Almathea“

Anleger des 2006 aufgelegten Lloyd Schiffsfonds LF 75 MS „Almathea“ sind bitter enttäuscht. 2003 musste das Fondsschiff MS „Almathea“ verkauft werden. Nach diesem Totalverlust fragen sich Anleger, von wem sie den erlittenen Schaden ersetzt erhalten.

Basisdaten zu Lloyd Schiffsfonds LF 75 MS „Almathea“

Der Lloyd Schiffsfonds LF 75 MS „Almathea“ investierte in das Vollcontainerschiff MS „Almathea“ mit einem Gesamtvolumen von 49.000.000,00 Euro. Davon mussten Anleger ca. 29.000.000,00 Euro übernehmen, wobei die Beteiligungsgrenze 10.000,00 Euro zzgl. 5 % Agio betrug. Der Rest sind Fremdfinanzierungen, die für den Fonds ein erhebliches Darlehensrisiko darstellten, wie sich dann aus dem Verkauf des Schiffes offenbart hat.

Der geplante Anlagezeitraum war für 19 Jahre vorgesehen und den Anlegern prognostizierte man Ausschüttungen von 7 % pro laufendem Jahr.

Lloyd LF 75 MS „Almathea“: Die Krise war absehbar

Die generelle Krise auf dem internationalen Schiffsmarkt, insbesondere auch durch den Ausbau des Panamakanals, ließen die Nachfrage zu bestimmten Schiffstypen schnell sinken. Schifffahrtsexperten warnten schon zum damaligen Zeitpunkt vor den erwarteten negativen Auswirkungen durch das Überangebot  auf den Weltschifffahrtsmärkten.

Lloyd Schiffsfonds  LF 75 muss Fondsschiff MS Almathea verkaufen

Der Lloyd Schiffsfonds LF 75 MS „Almathea“ konnte zwar im Jahr 2008 noch Ausschüttungen an die Anleger von 3,6 % vornehmen, diese lagen bereits erheblich unter den Prognosen und in den Jahren danach gingen die Anleger leer aus. Noch schlimmer kam es Ende August 2013, denn da musste das Containerschiff MS „Almathea“ verkauft werden, da die erzielten Einnahmen die laufenden Kosten nicht decken konnten.

Haftung der Kommanditisten der Lloyd Schiffsfonds LF 75

Anleger des Lloyd Schiffsfonds LF 75 MS Almathea müssen sogar damit rechnen, dass sie die bereits erhaltenen Ausschüttungen zurückzahlen müssen. Vielen ist nämlich gar nicht bewusst, dass sie als Kommanditist einer Kommanditgesellschaft beigetreten sind. Die Haftung eines Kommanditisten ist zwar erloschen, wenn er seine Einlage vollständig eingebracht hat, wenn aber Ausschüttungen erfolgen, die nicht durch Gewinne generiert sind, lebt die persönliche Haftung in Höhe dieser Ausschüttungen unter Umständen wieder auf. Eine Tatsache, die jedem Anleger von Anfang an erklärt werden muss.

Umfassende Aufklärung über Risiken des Lloyd Schiffsfonds LF 75

Ein Anleger des Lloyd Schiffsfonds LF 75 muss umfassend und vollständig informiert werden. Dafür hat der Anlageberater zu sorgen. Er muss seine Kunden anleger- und anlagegerecht beraten. Im Ergebnis heißt es, dass der Berater sicherstellen muss, dass seine Empfehlung, sich am Lloyd Schiffsfonds LF 75 MS „Almathea“ zu beteiligen, den individuellen Bedürfnissen seines Kunden entspricht.

Lloyd Schiffsfonds LF 75 nichts für sicherheitsbedachte Kapitalanleger

Für sicherheitsorientierte Anleger ist diese Beteiligung von vornherein ungeeignet gewesen. Auch zur Altersvorsorge durfte man sie nicht empfehlen. Es handelt sich  nämlich um eine unternehmerische Beteiligung, der von vornherein das Risiko des Totalverlustes innewohnt. Dieses Risiko hat sich ja bei dem Lloyd Schiffsfonds LF 75 MS „Almathea“ letztlich verwirklicht.

Rückforderung von Ausschüttungen

Zu den Beratungspflichten des Anlageberaters gehört auch der Hinweis, dass Ausschüttungen unter Umständen wieder zurückgefordert werden müssen, wenn diese Ausschüttungen nicht durch Gewinne erwirtschaftet wurden. Bei Liquiditätsproblemen oder gar bei der Insolvenz kann der Insolvenzverwalter gemäß § 172 HGB die Rückzahlung dieser Ausschüttungen verlangen. Die Anleger müssen sich bewusst sein, dass die Rückforderung der Ausschüttungen nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen abgewehrt werden kann.

Verlängerte Verjährung für Rückforderung

Die Forderung zur Rückzahlung von Ausschüttungen unterliegt nicht der 10-jährigen absoluten Verjährungsfrist, wie die potenziellen Schadensersatzansprüche. Den Anlegern droht also nicht nur der Totalverlust, sondern sie müssen sogar befürchten, dass sie bereits erhaltene Ausschüttungen am Ende wieder zurückzahlen müssen.

Lloyd Schiffsfonds LF 75: Bank muss über Innenprovisionen aufklären

Wenn die Beteiligung über eine Bank vertrieben wurde, muss diese auch auf die Innenprovision (Kickback-Zahlung) hinweisen, die sie für die Vermittlung des Lloyd Schiffsfonds LF 75 MS „Almathea“ erhalten hat. Die höchstrichterliche Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes sieht hierin einen Interessenkonflikt, der dem Kunden von der Bank ungefragt mitgeteilt werden muss.

Anleger des Lloyd Schiffsfonds LF 75 verlangen Schadensersatz

Wenn der Anleger über diese Innenprovision nicht aufgeklärt ist oder er sonst wie durch falsche Aussagen zur Zeichnung des Schiffsfonds LF 75 MS „Almathea“ bestimmt wurde, stehen ihm Schadensersatzansprüche zu. Er wird so gestellt, als hätte er die Beteiligung an dem Lloyd LF 75 nicht gezeichnet. Dabei kommt es regelmäßig auf den Einzelfall an.

Lloyd Schiffsfonds LF 75 MS „Almathea“
Lloyd Schiffsfonds LF 75 MS „Almathea“

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