Nordcapital MS "Hanse Vision" ++ Insolvenz ++ Nordcapital Schiffsfonds

Im Jahr 2007 wurde von der Nordcapital Unternehmensgruppe der Schiffsfonds Nordcapital MS „Hanse Vision“ Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG aufgelegt. Nach der Insolvenz im Jahr 2014 erleiden die Anleger den Totalverlust ihrer Einlage. Von wem können sie jetzt Schadensersatz verlangen?

Basisdaten des Schiffsfonds Nordcapital MS "Hanse Vision"

Der Prospekt des Schiffsfonds Nordcapital MS „Hanse Vision“ sah eine Finanzierung in Höhe von insgesamt 21.243.000,00 EUR vor. Diese Beteiligung sollte durch Schiffshypotheken in Höhe von 12.500.000,00 EUR, Kontokorrentkredit in Höhe von 500.000,00 EUR sowie Kommanditeinlagen in Höhe von 7.850.000,00 EUR samt eines Agios in Höhe von 393.000,00 EUR dargestellt werden. Der Kaufpreis für die MS „Hanse Vision“ war mit 18.750.000,00 EUR (88,26 %) vorgesehen. Im Prospekt wird erklärt, dass planmäßig ab 2008 Auszahlungen an die Kommanditisten in Höhe von 7 %, steigend bis auf 18 % p. a. erfolgen sollten.

Nordcapital MS „Hanse Vision“ mit Volldampf in die Pleite!

Reines Wunschdenken, wie sich schnell herausstellte. Die Prognosen wurden nicht eingehalten. Ein negatives Betriebsergebnis wurde von dem Schiffsfonds Nordcapital MS „Hanse Vision“ eingefahren. Am 29.08.2014 wurde das Insolvenzeröffnungsverfahren über die Nordcapital MS „Hanse Vision“ Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG vom Amtsgericht Hamburg (Az.: 67b IN 166/14) eröffnet.

Nordcapital MS „Hanse Vision“ für sicherheitsorientierte Anleger ungeeignet

Für die Kapitalanleger des Schiffsfonds Nordcapital MS „Hanse Vision“ ein mehr als schockierendes Ergebnis. Ihnen wurde die Anlage als eine sichere Kapitalanlage empfohlen, die sogar zur Altersvorsorge dienen sollte. Dabei war die Beteiligung an dem Schiffsfonds Nordcapital MS „Hanse Vision“ von vornherein ungeeignet. Es handelt sich um eine unternehmerische Beteiligung, die von vornherein auch das Risiko des Totalverlustes mit in sich birgt.

Nordcapital MS „Hanse Vision“: Anleger muss umfassend informiert werden

Ein Anlageberater muss aber seinen Kunden anleger- und anlagegerecht beraten. Er muss also vorher prüfen, die individuellen Bedürfnisse des Anlegers mit dem von ihm angebotenen Finanzprodukt, also hier dem Schiffsfonds Nordcapital MS „Hanse Vision“, geeignet ist. Einem sicherheitsorientierten Anleger hätte er die Beteiligung nie anbieten dürfen.

Nordcapital MS „Hanse Vision“ für mutige Anleger

Der Schiffsfonds Nordcapital MS „Hanse Vision“ ist nur für Anleger geeignet, die bewusst Risiken eingehen wollen und die auch den Verlust ihrer Einlage bereitwillig hinnehmen wollen. Dies deckt sich aber nicht mit den Erkenntnissen, die bei Resch Rechtsanwälte gemacht wurden.

Rückforderung von Ausschüttungen

Zu den Beratungspflichten des Anlageberaters gehört auch der Hinweis, dass Ausschüttungen unter Umständen wieder zurückgefordert werden müssen, wenn diese Ausschüttungen nicht durch Gewinne erwirtschaftet wurden. Bei Liquiditätsproblemen oder gar bei der Insolvenz kann der Insolvenzverwalter gemäß § 172 HGB die Rückzahlung dieser Ausschüttungen verlangen. Die Anleger müssen sich bewusst sein, dass die Rückforderung der Ausschüttungen nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen abgewehrt werden kann.

Verlängerte Verjährung für Rückforderung

Die Forderung zur Rückzahlung von Ausschüttungen unterliegt nicht der 10-jährigen absoluten Verjährungsfrist, wie die potenziellen Schadensersatzansprüche. Den Anlegern droht also nicht nur der Totalverlust, sondern sie müssen sogar befürchten, dass sie bereits erhaltene Ausschüttungen am Ende wieder zurückzahlen müssen.

Nordcapital MS „Hanse Vision“: Banken müssen auf Kickback-Zahlung hinweisen

Wenn die Vermittlung über eine Bank erfolgte, muss diese ungefragt auf die sogenannte Kickback-Zahlung hinweisen, die sie für die Vermittlung des Schiffsfonds Nordcapital MS „Hanse Vision“ erhalten hat, also einer Art verdeckter Innenprovision, mit der sich die Bank ihre Vermittlungsbemühungen bezahlen lässt. Der Bundesgerichtshof sieht in der Zahlung einer Rückvergütung einen potenziellen Interessenkonflikt, der dem Kunden ungefragt offengelegt werden muss. Es liegt der Verdacht nahe, dass die Bank in diesen Fällen eher an das eigene Wohl, als an das des Anlegers denkt. Darüber muss der Kunde Bescheid wissen.

Nordcapital MS „Hanse Vision“: Anleger erhalten Schadensersatz

Wird der Anleger nicht anleger- und anlagegerecht beraten oder werden ihm wesentliche Fakten, wie die Zahlung einer Innenprovision, verschwiegen, stehen ihm Schadensersatzansprüche zu. Im Ergebnis wird er so gestellt, als hätte er die Beteiligung an dem Schiffsfonds Nordcapital MS „Hanse Vision“ nicht gezeichnet. Dies ist seit vielen Jahren die ständige höchstrichterliche Rechtsprechung.

23.03.2016

Nordcapital MS "Hanse Vision" ++ Insolvenz ++ Nordcapital Schiffsfonds
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Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986.

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