Nordcapital MS „E.R. Tianping“ ++ Nordcapital Schiffsfonds ++ Verjährung 2016

Im Jahr 2006 hat das Emissionshaus Nordcapital den Schiffsfonds Nordcapital MS „E.R. Tianping“ aufgelegt. Der Chartervertrag läuft im Mai 2016 aus. Anleger sorgen sich, wie es danach weiter geht. Können sie ihre Beteiligung an dem Schiffsfonds Nordcapital MS „E.R. Tianping“ dann kündigen und Schadensersatz verlangen?

Basisdaten des Schiffsfonds Nordcapital MS „E.R. Tianping“

Das Gesamtinvestitionsvolumen des Schiffsfonds Nordcapital MS „E.R. Tianping“ beträgt 73.261.000,00 EUR. Ein außergewöhnlich hoher Anteil wird durch die Einlagen der Anleger aufgebracht, nämlich 46.700.000,00. Die Fremdfinanzierung beträgt „nur“ 24.130.000,00 EUR. Ferner gibt es eine Initiatorenbeteiligung von 1.000000,00 EUR sowie ein Agio von 1.431.000,00 EUR. Die MS „E.R. Tianping“ war dauerhaft verchartert. Entsprechend betrugen die kumulierten Ausschüttungen an die Anleger 31 %. Im Mai 2017 läuft der Chartervertrag für das Vollcontainerschiff MS „E.R. Tianping“ aus. Ein neuer Chartervertrag wird nur mit deutlich geringeren Charterraten möglich sein. Ob die Betriebskosten dann noch gedeckt sind, bleibt offen.

Nordcapital MS „E.R. Tianping“: Keine sichere Kapitalanlage

Den Anlegern ist die Beteiligung an dem Schiffsfonds Nordcapital MS „E.R. Tianping“ als eine sichere Kapitalanlage vermittelt worden. Anders als in vielen anderen Fonds gibt es einen langjährigen Chartervertrag, der angesichts zusammenbrechender Märkte im Schifffahrtsbereich eine außergewöhnliche Stabilität gehalten hat. Ein glücklicher Umstand, denn die Beteiligung an einem Schiffsfonds ist keineswegs eine sichere Kapitalanlage. Es ist eine unternehmerische Beteiligung, der immer auch das Risiko des Totalverlustes innewohnt. Dies ist vielen Anlegern nicht bewusst gemacht worden.

Nordcapital MS „E.R. Tianping“: Persönliche Haftung der Anleger


Viele wissen nicht einmal, dass sie sich als Kommanditist an einer Kommanditgesellschaft beteiligen, in der unter bestimmten Umständen auch ein persönliches Haftungsrisiko entstehen kann. Dieses könnte gerade im Fall des Schiffsfonds Nordcapital MS „E.R. Tianping“ Wirklichkeit werden. Ein Anleger ist von der persönlichen Haftung befreit, wenn er seine Einlage vollständig erbracht hat. Wenn aber Ausschüttungen, die nicht durch Gewinne erwirtschaftet sind, können diese Ausschüttungen grundsätzlich wieder zurückgefordert werden. Die Haftung lebt also in Höhe dieser Ausschüttungen wieder auf. Anleger müssen also deutlich darauf hingewiesen werden, ob ein solches Rückforderungsrisiko besteht.

Nrdcapital MS „E.R. Tianping“: Anleger müssen vollumfänglich beraten werden


Ein Anlageberater hat die Aufgabe, seinen Kunden anleger- und anlagegerecht zu beraten. Er muss also genau prüfen, ob der von ihm empfohlene Schiffsfonds Nordcapital MS „E.R. Tianping“ den persönlichen Bedürfnissen des Anlegers entspricht. Grundsätzlich sind Schiffsfonds, also in diesem Falle auch der Nordcapital MS „E.R. Tianping“, für auf Sicherheit bedachte Anleger nicht zu empfehlen. Sie sind nur etwas für Anleger, die bereit sind, erhebliche Risiken in Kauf zu nehmen, die bis zum Risiko des Totalverlustes gehen können.

Rückforderung von Ausschüttungen

Zu den Beratungspflichten des Anlageberaters gehört auch der Hinweis, dass Ausschüttungen unter Umständen wieder zurückgefordert werden müssen, wenn diese Ausschüttungen nicht durch Gewinne erwirtschaftet wurden. Bei Liquiditätsproblemen oder gar bei der Insolvenz kann der Insolvenzverwalter gemäß § 172 HGB die Rückzahlung dieser Ausschüttungen verlangen. Die Anleger müssen sich bewusst sein, dass die Rückforderung der Ausschüttungen nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen abgewehrt werden kann.

Verlängerte Verjährung für Rückforderung

Die Forderung zur Rückzahlung von Ausschüttungen unterliegt nicht der 10-jährigen absoluten Verjährungsfrist, wie die potenziellen Schadensersatzansprüche. Den Anlegern droht also nicht nur der Totalverlust, sondern sie müssen sogar befürchten, dass sie bereits erhaltene Ausschüttungen am Ende wieder zurückzahlen müssen.

Nordcapital MS „E.R. Tianping“: Bankenhaftung bei verschwiegener Kickback-Zahlung

Wird die Beteiligung über eine Bank angeboten, muss diese auf die sogenannte Kickback-Zahlung, auch Rückvergütung genannt, hinweisen, die sie für die Vermittlung des Schiffsfonds Nordcapital MS „E.R. Tianping“ erhalten hat. Diese Rückvergütung ist eine verdeckte Innenprovision für die Bank, die ihr vom Initiator gezahlt wird. Der Bundesgerichtshof sieht in dieser verdeckten Innenprovision einen Interessenkonflikt, über den die Bank ihren Kunden ungefragt informieren muss.


Nordcapital MS „E.R. Tianping“: Anleger haben Anspruch auf Schadensersatz

Im Falle der Falschberatung, dazu zählt auch das Verschweigen von wesentlichen Fakten, zu denen die Innenprovision gehört, haben Anleger grundsätzlich einen Anspruch auf Schadensersatz. Gerade im Hinblick auf verschwiegene Innenprovisionen gibt es seit vielen Jahren eine eindeutige höchstrichterliche Rechtsprechung, nach der viele Banken auf Schadensersatz verurteilt wurden. Die Anleger werden so gestellt, als hätten sie die Beteiligung an dem Schiffsfonds Nordcapital MS „E.R. Tianping“ nicht gezeichnet.

Nordcapital MS „E.R. Tianping“ ++ Nordcapital Schiffsfonds ++ Verjährung 2016
Nordcapital MS „E.R. Tianping“ ++ Nordcapital Schiffsfonds ++ Verjährung 2016

Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986.

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