Nordcapital MS „Voge Master“ ++ MS Nordcapital Schiffsfonds ++ Verjährung 2016

Der im Jahr 2006 vom Emissionshaus Nordcapital GmbH aufgelegte Schiffsfonds Nordcapital MS „Voge Master“ musste im Januar 2016 Insolvenz anmelden. Anleger erleiden einen Totalverlust. Von wem können sie Schadensersatz verlangen? Ansprüche verjähren in 2016

Basisdaten zum Schiffsfonds Nordcapital MS „Voge Master“

Das Gesamtinvestitionsvolumen des Schiffsfonds Nordcapital MS „Voge Master“ betrug  59.536.000,00 EUR. Es gibt eine hohe Fremdfinanzierung von 37.696.000,00 EUR. 20.300.000,00 EUR werden durch die Einlagen der Anleger aufgebracht. Das Agio beträgt 1.040.000,00 EUR. Bis zum Jahr 2015 betrugen die kumulierten Ausschüttungen 17,5 %.

Nordcapital MS „Voge Master“ in der Insolvenz

Auch der Schiffsfonds Nordcapital MS „Voge Master“ wurde von der Schiffskrise getroffen. Die Chartereinnahmen reichten nicht mehr aus, um die laufenden Betriebskosten und die Kreditbedienung zu sichern. Im Jahr 2012 musste ein Sanierungskonzept umgesetzt werden. Anleger haben 2.461.000,00 EUR nachgeschossen. Dies war jedoch letztlich nicht ausreichend. Im Februar 2016 wurde über das Vermögen des Schiffsfonds Nordcapital MS „Voge Master“ GmbH & Co. KG das Insolvenzverfahren vor dem Amtsgericht Hamburg (Az.: 67c IN 37/16) eröffnet. Damit erleiden die Anleger einen Totalverlust und müssen sogar damit rechnen, dass sie ihre Ausschüttungen zurückbezahlen müssen.

Nordcapital MS „Voge Master“: Keine sichere Kapitalanlage

Den Anlegern ist allerdings diese Beteiligung als eine sichere Kapitalanlage empfohlen worden. Vielen ist nicht bewusst, dass sie als Kommanditist einer Kommanditgesellschaft beigetreten sind, der immer auch das Risiko des Totalverlustes innewohnt. Anlegern ist auch nicht erklärt worden, dass sie als Kommanditisten unter Umständen in die persönliche Haftung genommen werden können. Zwar ist die Haftung des Kommanditisten erloschen, wenn er seine Einlage vollständig erbracht hat. Wenn aber Ausschüttungen erfolgen, die nicht durch Gewinne erwirtschaftet sind, droht die Haftung in Höhe der gezahlten Ausschüttungen wieder auf.

Nordcapital MS „Voge Master“: Müssen Ausschüttungen zurückgezahlt werden?

Grundsätzlich müssen die Ausschüttungen wieder zurückgezahlt werden, wenn sich nicht aus den gesellschaftsvertraglichen Regelungen etwas anderes ergibt. Eine solche Situation ist nun mit der Insolvenz des Schiffsfonds Nordcapital MS „Voge Master“ GmbH & Co. KG eingetreten. Dies ist der klassische Fall, wo gewinnabhängige Ausschüttungen vom Insolvenzverwalter wieder zurückgefordert werden.

Nordcapital MS „Voge Master“: Anleger müssen vollumfassend informiert werden

Ein Anlageberater muss auf alle Risiken hinweisen, also auch auf das Risiko des Totalverlustes, durch Insolvenz. Er muss anleger- und anlagegerecht beraten. Der Vermittler muss also genau prüfen, ob der von ihm empfohlene Schiffsfonds Nordcapital MS „Voge Master“ zu den persönlichen Bedürfnissen des Anlegers passt. Sicherheitsorientierten Anlegern hätte er diese Beteiligung nicht anbieten dürfen.

Rückforderung von Ausschüttungen

Zu den Beratungspflichten des Anlageberaters gehört auch der Hinweis, dass Ausschüttungen unter Umständen wieder zurückgefordert werden müssen, wenn diese Ausschüttungen nicht durch Gewinne erwirtschaftet wurden. Bei Liquiditätsproblemen oder gar bei der Insolvenz kann der Insolvenzverwalter gemäß § 172 HGB die Rückzahlung dieser Ausschüttungen verlangen. Die Anleger müssen sich bewusst sein, dass die Rückforderung der Ausschüttungen nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen abgewehrt werden kann.

Verlängerte Verjährung für Rückforderung

Die Forderung zur Rückzahlung von Ausschüttungen unterliegt nicht der 10-jährigen absoluten Verjährungsfrist, wie die potenziellen Schadensersatzansprüche. Den Anlegern droht also nicht nur der Totalverlust, sondern sie müssen sogar befürchten, dass sie bereits erhaltene Ausschüttungen am Ende wieder zurückzahlen müssen.

Nordcapital MS „ Voge Master“: Bankenhaftung wegen verschwiegener Provision

Wird die Beteiligung über eine Bank vermittelt, muss zudem auf die Innenprovision hingewiesen werden, die die Bank für die Vermittlung des Schiffsfonds Nordcapital MS „Voge Master“ erhält. Der Bundesgerichtshof nennt diese verdeckte Innenprovision Rückvergütung bzw. Kickback-Zahlung. Sie wird von dem Initiator an die Bank für den Vertrieb der Kommanditanteile an dem Schiffsfonds Nordcapital MS „Voge Master“ GmbH & Co. KG gezahlt. Der Bundesgerichtshof sieht in der Zahlung einer solchen Innenprovision einen Interessenkonflikt, der dem Kunden offenbart werden muss.

Nordcapital MS „Voge Master“: Anleger erhalten Schadensersatz

Wird ein Anleger nicht anleger- und anlagegerecht beraten, wird er also nicht auf das Totalverlustrisiko oder die persönliche Haftung durch gewinnabhängige Ausschüttungen hingewiesen oder werden ihm wichtige Fakten, wie die Innenprovision, verschwiegen, steht ihm grundsätzlich ein Schadensersatzanspruch zu. Der Anleger wird nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes so gestellt, als hätte er die Beteiligung an dem Schiffsfonds Nordcapital MS „Voge Master“ nicht gezeichnet. Es gilt eine absolute 10-jährige Verjährungsfrist, die 2016 ausläuft.

Nordcapital MS „Voge Master“: Keine Verjährung der Abwehransprüche

Unabhängig von diesem Schadensersatzanspruch gibt es das Recht, der Rückforderung von Ausschüttungen zu widersprechen. Dieser Abwehranspruch verjährt nicht. Anleger sollten also nicht ohne Prüfung des konkreten Sachverhaltes zahlen, sollten sie von dem Insolvenzverwalter in Anspruch genommen werden.

Nordcapital MS „Voge Master“ ++ MS Nordcapital Schiffsfonds ++ Verjährung 2016
Nordcapital MS „Voge Master“ ++ MS Nordcapital Schiffsfonds ++ Verjährung 2016

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