UDI Biogas 2011 GmbH & Co. KG – Ein Fiasko mit Ankündigung

Die UDI Umwelt Direkt Invest Beratungsgesellschaft mbH aus Roth, auch als UDI-Gruppe bekannt, legte im Dezember 2010 (Prospekt) mit der Beteiligungsgesellschaft UDI Biogas 2011 GmbH & Co. KG einen geschlossenen Umweltfonds auf. Mit diesem konnten Anleger in Projektgesellschaften, die in Deutschland Biogasanlagen errichten und betreiben investieren. Bei der Vermögensanlage handelt es sich um eine Nachrangdarlehen zur Ausreichung an Projektgesellschaften. Die vorhergesagte Entwicklung, mit einer Gesamtausschüttung von insgesamt 301 Prozent über den Prognosezeitraum bis zum 31. Dezember 2031, können die Anleger nur träumen. Für Fonds mit Darlehensforderungen gibt es weder einen Zweitmarkt, noch dürfen diese an einer Börse gehandelt werden.

UDI Biogas 2011: Anteile sind wohl wertlos

Das Geld der Investoren wurde unter anderem in die Projektgesellschaft UDI Biogas Otzberg-Nieder-Klingen GmbH & Co. KG gesteckt. Diese stellte am 15. Juni 2018 einen Insolvenzantrag. Das eingelegte Kommanditkapital wurde zur Haftung eingezogen. Die Fondsgesellschaft ist darum vielleicht nicht mehr in der Lage ihre Verpflichtungen gegenüber den Anlegern zu erfüllen. Die unter Schock stehenden Anleger möchten nun wissen, ob es Möglichkeiten gibt, eingesetztes Geld zurückzubekommen.

UDI Biogas 2011: Basisdaten
Das Gesamtinvestitionsvolumen dieses Fonds liegt inklusive Agio bei rund 6.000.000,00 Euro, davon haben die 503 Anleger insgesamt 6.000.000,00 Euro Eigenkapital eingebracht. Das Fremdkapital betrug im Investitionsjahr dementsprechend 0,00 Euro. Der Fonds soll planmäßig bis zum 31. Dezember 2031 laufen. Da die Anlegern den Fonds zeichneten als noch nicht klar war, wo das eingesetzte Kapital investiert wird, spricht man von einem Blindpool.

UDI Biogas 2011: Geschürte Anlegererwartungen
Dabei fing alles recht vielversprechend an. In den Prospekten war die Rede von attraktiven Renditen in nachhaltige Projekte. Die Investoren wurden mit hehren Motiven angelockt. Gutes tun und Geld verdienen war das Versprechen. Bei derartigen Aussagen sind die Erwartungen ganz selbstverständlich hoch. Die Fondsgesellschaft verwies auf ihre Qualitätskriterien bei der Bewertung der Anlageobjekte. Was sollte da schon schief gehen, werden sich die Anleger gedacht haben. Schon in den Jahren 2013 und 2014 schwante ihnen wohl erstmals, dass sie mit ihrem Optimismus vielmehr schief liegen. Denn in beiden Jahren wurden überhaupt keine Zinsen ausgezahlt.

UDI Biogas 2011: Bei der UDI stimmt etwas nicht
Gab man sich anfangs noch zuversichtlich und versprach, die Ausschüttungen nachzuholen, verdichteten sich später die Sorgen, als man plötzlich mit dem Ausfall von UDI-Projektgesellschaften konfrontiert wurde. Schon zuvor gab es Gerüchte über zu hohe Instandhaltungskosten, unvorhergesehene Reparaturen und schlechten Ernten. Hatten sich die Experten von der UDI-Gruppe tatsächlich vertan? Offensichtlich schon, darauf deuten die Auswertungen unabhängiger Beobachter zumindest hin.

UDI Biogas 2011: Bewertung der Risiken
Nachrangdarlehen wohnt ein vergleichsweise hohes Risiko inne, denn Zinszahlungen werden nur dann geleistet, wenn das begünstigte Unternehmen einen Jahresüberschuss erzielt. Wird kein Gewinn erwirtschaftet bekommt der Geber des Darlehens auch kein Geld. Blindpoolfonds sind so ziemlich das Riskanteste, worauf sich die Zeichner eines Fonds einlassen können. Der einzige vernünftige Grund sich auf eine solche Anlage einzulassen, ist gut begründetes grenzenloses Vertrauen in die Betreiber das Fonds. Wer einen solchen Fonds zeichnet, muss sich darüber im Klaren sein, dass das Unternehmen mit einem Totalverlust enden kann.
 
UDI Biogas 2011: Haben die Vermittler über die Risiken aufgeklärt?
Anlegern wurde die Beteiligung an dem Fonds UDI Biogas 2011 empfohlen, obwohl es sich um sicherheitsaffine Klienten handelte. Die Anleger hätten vielmehr vor einer solchen unternehmerischen Beteiligung gewarnt werden müssen, weil ein Erfolg keineswegs vorhersehbar war. Der Vermittler hätte auch auf die immense Gefahr hinweisen müssen, der man sich aussetzt, wenn man in einen Blindpool investiert. Dieser Fonds ist für risikoscheue Anleger absolut nicht geeignet.

UDI Biogas 2011: Konsequenzen mangelhafter Beratung
Jeder Vermittler von Kapitalanlagen ist verpflichtet, seine Klienten anleger- und anlagegerecht zu beraten. Entstehen dem Anleger Schäden aus der falschen oder mangelhaften Beratung, haftet  der Vermittler dafür. Um eine Falschberatung handelt es sich auch, wenn dem Klienten für seine Entscheidung wichtige Tatsachen verschwiegen wurden.

UDI Biogas 2011: Was nun?
Jetzt kommt es darauf an, das Heft des Handelns zu übernehmen. Vor allem dann, wenn ihnen der Fonds UDI Biogas 2011 als sicher empfohlen wurde. Wurde vor der Vermittlung der Anlage, ihre persönliche Situation sorgfältig geprüft, wurden ihre Anlageziele berücksichtigt und wurde deutlich auf die oben genannten Risiken der Anlage hingewiesen? Falls nicht, ist es ratsam sachkundige, juristische Hilfe in Anspruch zu nehmen, ihre Ansprüche auf Schadensersatz zu prüfen und über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

UDI Biogas 2011: Schadensersatz wegen Falschberatung
Sofern die Anlage von einem Vermittler empfohlen wurde, ist zu prüfen, ob ihm eine Falschberatung direkt oder indirekt nachgewiesen werden kann. Noch weitreichender sind die juristischen Möglichkeiten, wenn der Fonds von einem Anlageberater vermittelt wurde. Um verbindliche Aussagen zu den Ansprüchen machen zu können, ist es erforderlich, alle Details zu kennen und in die Bewertung einfließen zu lassen.

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