Geschlossener Immobilienfonds Kündigung

Viele Anleger von geschlossenen Immobilienfonds wissen nicht wirklich, ob sie ihre Fondsbeteiligung kündigen können und welche Konsequenzen sich aus der Kündigung ergeben. Wie können Anleger ihre Fondsbeteiligung durch Kündigung beenden? Warum macht es oft keinen Sinn, die Beteiligung an einem geschlossenen Immobilien zu kündigen? Welche Optionen hat ein Anleger noch, um aus einem Immobilienfonds auszuscheiden?

Fonds Kündigung: Anleger nicht aufgeklärt
Hunderttausende von Anlegern in Deutschland haben sich auf Empfehlung von Banken und Finanzberatern an geschlossenen Immobilienfonds beteiligt, um später festzustellen, dass sie über wesentliche Fakten nicht oder nur unzureichend aufgeklärt worden sind.

Fonds Kündigung: Anleger werden Kommanditisten
Die wenigsten Anleger haben im Rahmen der Beratung erfahren, dass sie mit dem Beitritt an einem geschlossenen Immobilienfonds Gesellschafter in einer Kommanditgesellschaft werden. Zwar haben sie entsprechende Verträge unterschrieben. Im Vertrauen auf die Aussagen ihres Beraters haben sie allerdings darauf verzichtet, sich zusätzlich umfassend über das Geschäftsmodell der geschlossenen Fondsbeteiligung zu informieren. Sie haben fälschlich Menschen vertraut, die sie oft seit Jahren kannten und die ihre Unwissenheit gnadenlos ausgenutzt haben.

 

Fonds Kündigung: BGH fordert umfassende Aufklärung
Gegen diese Praktiken haben sich unzählige Anleger zur Wehr gesetzt und auch vor Gericht Recht bekommen. Ein Anlageberater muss nämlich seinen Kunden anleger- und anlagegerecht beraten, so sagt es seit Jahren die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes. Aber in vielen Fällen kann der Beweis nicht geführt werden, weil die Beweislast beim  Anleger liegt. In seiner Ahnungslosigkeit hat er in den Beratungsprotokollen meist bestätigt, dass er umfassend über die Risiken der Fondsbeteiligung aufgeklärt wurde.

Fondsbeteiligung Kündigung: Zur Altersvorsorge geeignet?
Viele Anleger merken aber auch über Jahre gar nicht, auf was für ein Abenteuer sie sich mit dem Erwerb einer Beteiligung eingelassen haben. Im Zuge der Beratung wurde oft erklärt, die Fondsbeteiligung sei eine sichere Geldanlage. Der Anleger könne mit einer mehrprozentigen Rendite rechnen. Oft wurden die Fondsbeteiligungen auch als Altersabsicherung empfohlen. Meist wurde auch versichert, dass die Fondsbeteiligung jederzeit gekündigt werden kann.

Fondsbeteiligung Kündigung: Die Lügen der Berater
Nichts könnte falscher sein! Was sind die Fakten? Auf Empfehlung des Beraters ist der Anleger einer Kommanditgesellschaft beigetreten. Er ist Kommanditist geworden, ohne über die damit verbundenen tatsächlichen und rechtlichen Konsequenzen aufgeklärt worden zu sein. Mit Hunderten und oft Tausenden anderen Anlegern ist er als Kommanditist in der Kommanditgesellschaft faktisch ohne Einfluss. Vor allen Dingen ist dem Anleger selten bewusst, welche Risiken damit verbunden sind.

Fonds Kündigung: Ausschüttung kein Gewinn!
Regelmäßig schütten Immobilienfonds  mindestens in den ersten Jahren Gelder aus. Der ahnungslose Anleger freut sich und glaubt, dass es sich dabei um die versprochenen Gewinne handelt. Großer Irrtum! Meist sind die Ausschüttungen nicht durch Gewinne generiert, sondern es handelt sich dabei um die Rückzahlung des eingezahlten Kommanditkapitals. Dadurch entsteht grundsätzlich das Risiko, dass diese Ausschüttungen gemäß § 172 HGB zurückgezahlt werden müssen.

Fonds Kündigung: Feste Laufzeit faktisch unmöglich!
Auch über die Laufzeit des Fonds hat der Anleger völlig falsche Informationen erhalten. Zwar kann der Initiator planen, dass der von ihm als Kommanditgesellschaft aufgelegte Immobilienfonds eine Laufzeit von beispielsweise 20 Jahren hat. Aber ob es dazu kommt, hängt davon ab, dass die Gesellschafterversammlung dieses Fonds dann auch die Auflösung beschließt.

Fonds Kündigung: Lange Dauer der Liquidation!
Die Auflösung des Fonds, auch Liquidation des Fonds genannt, braucht aber immer Zeit. Man kann eine Kommanditgesellschaft nicht abschalten. Mit Beschluss über die Liquidation wird die Auflösung eingeleitet. Die Liquidation selbst dauert regelmäßig um die fünf Jahre. Wenn die Liquidation beschlossen wird, wird dies im Handelsregister eingetragent. Mit diesem Tag beginnt die Nachhaftung für weitere fünf Jahre gemäß § 159  HGB.

Geschlossenen Fonds kündigen – wie geht das?
 Kann man einen geschlossenen Immobilienfonds kündigen? In vielen Fällen ist die Kündigung der Kommanditbeteiligung an dem geschlossenen Immobilienfonds vertraglich ausgeschlossen. In anderen Verträgen gibt es eine Mindestlaufzeit, bevor die Beteiligung an einer Kommanditgesellschaft gekündigt werden kann.

Fonds kündigen: Bekommt der Anleger sein Geld zurück?
Ein großer Irrtum der Anleger ist es, in diesen Fällen zu glauben, dass sie jetzt ihr eingezahltes Geld zurückbekommen könnten. Das steht ihnen rechtlich gar nicht zu. Vielmehr haben sie nur einen Anspruch darauf, dass sie den Wert der Beteiligung erhalten, wie er in der Bilanz der Kommanditgesellschaft ausgewiesen ist. Meist ist das nur ein Bruchteil des von ihm eingezahlten Geldes.

Fonds kündigen: Im Ergebnis meist nicht sinnvoll!
Im Ergebnis kann man sagen, dass die Kündigung nicht in das ist, was die Anleger gedanklich damit verbinden, dass sie nämlich ihr Geld durch die Kündigung ihrer Fondsbeteiligung zurückerhalten. Eine bittere Enttäuschung für viele Anleger.

Fonds kündigen: Ausscheiden durch Anteilsübertragung!
Sind die Anleger damit in der Kommanditgesellschaft gefangen? Grundsätzlich erlauben die Kommanditgesellschaften, dass der Anleger seinen Anteil an einen übernehmenden Gesellschafter überträgt. Der Anleger scheidet aus und an seine Stelle tritt ein neuer Kommanditist in die Gesellschaft ein. Aber wie findet der Anleger bei einem geschlossenen Immobilienfonds diesen Übernehmer?

Fonds Kündigung: Keine Börse für Fondsanteile
Anders als bei börsennotierten Aktiengesellschaften gibt es keinen Marktplatz, wie die Börse. Die Initiatoren von geschlossenen Immobilienfonds haben diesen Mangel versucht auszugleichen, indem ie den sogenannten Zweitmarkt geschaffen haben.

Fonds Kündigung: Der Zweitmarkt für Fondsbeteiligungen
Auf eiinigen Plattformen im Internet gibt es so genannte Zweitmarkt-Börsen, auf denen der Anleger seinen Anteil an einer Kommanditgesellschaft anbieten kann und hoffen muss, dass sich irgendjemand für seinen Anteil interessiert. Tatsächlich ist aber dieser Zweitmarkt nicht transparent und die Umsätze angesichts des Volumens von Tausenden von geschlossenen Immobilienfonds geradezu lächerlich.

Fonds Kündigung: Keine Übernahme der Haftung!
Der größte Nachteil ist aber, dass die Aufkäufer auf dem Zweitmarkt grundsätzlich nicht die persönliche Haftung des verkaufenden Gesellschafters übernehmen. Der Anleger, der seinen Anteil zu einem akzeptablen Preis verkaufen konnte, kann sicher sein, dass er noch Jahre später, auf Rückzahlung von Ausschüttungen von dem Übernehmer in Anspruch genommen wird.

RESCH Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986
Wenn Sie mehr zu dem Thema wissen wollen und auch, wie Sie bei der Verwertung Ihres Anteils die persönliche Haftung endgültig ausschließen können, rufen Sie an unter +49 30 885 9770 oder füllen Sie das Kontaktformular aus. Sie erhalten eine  kostenlose Einschätzung Ihres Falles.