Immoratio und die Schrottimmobilien

Auch das Jahr 2012 war wieder von Immobilienskandalen und Schrottimmobilien gekennzeichnet. Immerhin haben aber auch Erfolge Hoffnung gemacht, dass sich in der Zukunft etwas ändert. Da sei zunächst die kurze Dauer des Schrottimmobilien-Notars Michael Braun als Verbraucher- und Justizsenator erwähnt. Nachdem die Medien entlarvt hatten, dass Braun eine unrühmliche Geschichte als Schrottimmobilien-Notar hatte, musste er seinen Rücktritt vom Amt des Justizsenators erklären.
 
Einer der Haupttäter an der Vertriebsfront, Kay Klug, wurde mit seiner Mannschaft zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Auch der mit ihm eng in der Arbeit verbundene Notar Marcel E. steht jetzt vor Gericht und wartet, wie der Prozess gegen ihn ausgehen wird. Allen wird vorgeworfen, die Anleger und Erwerber von weit überteuerten Wohnungen mit falschen Versprechungen völlig überteuerte Wohnungen „angedreht“ zu haben.  
 
Aber noch ist der Markt nicht von all diesen fragwürdigen Vertriebsstrukturen bereinigt. Weiterhin im Geschäft ist die Firma Immoratio mit ihrem Geschäftsführer Thomas Werner, der für die Quadra Invest Immobilien vertreibt. Thomas Werner wendet eine ziemlich raffinierte Taktik an. Er hat es geschafft, sich mit Sponsorenverträgen bei bekannten Sportvereinen, wie den Reinickendorfer Füchsen oder den Eisbären „einzukaufen“.  
 
Das gibt ihm Gelegenheit, in den großen Sportveranstaltungen in der O2 World sein Gewinnspiel anzubieten. Gutaussehende Hostessen laden die Zuschauer dieser Veranstaltungen in der O2 World ein, an dem Gewinnspiel teilzunehmen und – Überraschung – jeder Teilnehmer gewinnt € 5.000,00.  
 
Aber wenn er seine € 5.000,00 bei der Immoratio abholen will, merkt er, dass damit gewisse Bedingungen verbunden sind. Freilich werden ihm diese so verkauft, als sei alles nur zu seinem Wohl. Er soll die € 5.000,00 in eine Immobilie investieren, um damit eine Alterssicherheit aufzubauen und zugleich noch Steuern sparen zu können. Durch die steuerlichen Vergünstigungen und Mieteinnahmen würde sich das alles von alleine rechnen. Zudem könne man auch noch laufende Kredite aus Konsumentenverträgen mit einbringen. So würde man mit einem Schlag auch noch seine Kredite los.  
 
Was die Anleger sich nicht bewusst gemacht haben, ist, dass alles auf den Kaufpreis für die Immobilien aufgeschlagen wurde. Die Immobilienpreise sind deshalb oft 100% überhöht. Und natürlich rechnet sich das Geschäft auch nicht so, wie Thomas Werner es versprochen hatte.
 
Wird ein Anleger falsch beraten, stehen ihm grundsätzlich Schadensersatzansprüche zu. Der Erwerber einer Immobilie hat zudem die Möglichkeit, sich auch direkt an den Initiator, also den Verkäufer der Wohnung, zu wenden. Der Verkäufer muss sich die Falschberatung durch den Vertrieb zurechnen lassen.