Venture Plus 4 – Anleger in heller Aufregung

Der Venture Plus 4 Fonds ist in Liquidation und trotzdem werden die Anleger von der Rechtsanwaltskanzlei Pforr aufgefordert, noch ausstehende Raten auf ihre gesamte Zeichnungssumme einzuzahlen. Jetzt sind sogar Mahnbescheide unterwegs. Die Frage stellt sich, wird diese Forderung zu Recht erhoben? Und was können die Anleger des Venture Plus 4 tun? Müssen sie den vollen Betrag zahlen?

Alle Venture Plus Fonds gescheitert
Der Venture Plus 4 ist ein Fonds der V+ Fondsreihe, die seit 2005 aufgelegt wurde. Schon die ersten drei Fonds sind gescheitert. Nach den Erkenntnissen der im Jahr 2016 durchgeführten Gesellschafterversammlungen sind rund 90 % des Kapitals verbrannt. Es besteht wohl nicht einmal mehr eine theoretische Chance, dass sich diese Fonds erholen.

Venture Plus 4 Fonds erhielt keine BaFin Genehmigung
Vor dem Hintergrund musste dann der Venture Plus 4 Fonds liquidiert werden, zumal er von Seiten der BaFin keine entsprechende Genehmigung bekommen hatte. Ohne dass es vorhersehbar war, werden die Anleger jetzt aufgefordert, die noch offenen Raten ihrer Gesamtzeichnungssumme als Einmalbetrag einzuzahlen.

Venture Plus 4 fordert vollen Zeichnungsbetrag ein
Die vom  Liquidator des Venture Plus 4  beauftragte Kanzlei Pforr Rechtsanwälte aus Bad Salzungen zieht diese Verfahren durch. Nachdem die Anleger des Venture Plus 4 zunächst zur Zahlung aufgefordert worden sind, wird jetzt der Rechtsweg gewählt. Zahlreiche Anleger des Venture Plus 4 Fonds haben Mahnbescheide erhalten. Sie sollen den Restbetrag der Zeichnungssumme auf einmal ausgleichen.

Venture Plus 4  und die Rechtsprechung des BGH
Die Liquidatoren des Venture Plus 4 Fonds und deren Anwälte stützen sich auf eine Reihe von Urteilen des Bundesgerichtshofes aus den vergangenen Monaten. Anleger von Fonds, die sich in Liquidation oder gar in der Insolvenz befinden, sind demnach verpflichtet, unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung aller Gesellschafter ihre Raten soweit einzuzahlen, dass dieses Ziel der Gleichbehandlung erreicht werden kann.

Venture Plus 4 Forderung so nicht berechtigt
Das soll im Ergebnis dazu führen, dass die Einmalzahler gegenüber den Ratenzahlern in der Liquidation nicht benachteiligt sind. Vor diesem Hintergrund ist der Anspruch der Kanzlei Pforr gegenüber den Anlegern des Venture Plus 4 Fonds in der eingeforderten Höhe nicht berechtigt. Der Liquidator muss darlegen, wie viel Geld er für die Gleichbehandlung aller Gesellschafter tatsächlich braucht. Wie viel Geld tatsächlich gefordert werden kann, ergibt sich aus der Liquidationsbilanz des Venture Plus 4 Fonds, insbesondere aus einer Auseinandersetzungsrechnung, bzw. eines Auseinandersetzungsplans, die noch nicht vorliegen.

Venture Plus 4 kann bestenfalls Ratenzahlung fordern
Zudem kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes nur eine ratenweise Einzahlung verlangt werden. In einer Entscheidung aus dem Mai 2017, II ZR 284/15, hat der Bundesgerichtshof ausdrücklich ausgeführt, dass der Anleger zur Zahlung der noch nicht fälligen Raten jedenfalls zu den vertraglichen Fälligkeitsterminen verpflichtet ist.
Anleger des Venture Plus 4 Fonds sind also nicht verpflichtet, über ihre vertraglich eingegangene Ratenzahlungsverpflichtung hinaus jetzt eine Einmalzahlung zu leisten. Diese Rechtsprechung hält den Liquidator aber wohl nicht davon ab, seine Rechtsauffassung weiter zu vertreten und die geschädigten Anleger mit gerichtlichen Verfahren zu überziehen

Venture Plus 4 Anleger sollten Widerspruch einlegen
Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich für Anleger des Venture Plus 4 grundsätzlich den im Mahnbescheid behaupteten Forderungen zu widersprechen. Da der Liquidator seinen Anspruch begründen und gerichtlich weiter verfolgen wird, ist vor dem Landgericht dann eine anwaltliche Vertretung erforderlich. Es wird auch im Einzelfall zu prüfen sein, inwieweit eine vergleichsweise Einigung mit dem Liquidator erreicht werden kann.

Resch Rechtsanwälte – Anlegerschutz seit 1986
Resch Rechtsanwälte bieten den Gesellschaftern des Venture Plus 4 Fonds die kostenlose Prüfung ihres Falles an. Füllen Sie den Fragebogen aus oder rufen Sie an unter 030 885 97 70. Sie erhalten eine kostenlose Ersteinschätzung Ihres Falles.