epd: Anwalt warnt vor Verjährung der Ansprüche aus Pleite-Immobilienfonds der Volkssolidarität

Rostock (epd). Die meisten der 1.600 Geschädigten der beiden Pleite-Immobilienfonds der Volkssolidarität in Mecklenburg-Vorpommern könnten leer ausgehen, weil die Verjährungsfrist für das Insolvenzverfahren demnächst ausläuft. Wer bis Ende dieses Jahres keine Zivilklage einreicht oder eine Schlichtung beantragt, könne seine Ansprüche gegen den ostdeutschen Wohlfahrtsverband nicht mehr geltend machen, sagte der Rechtsanwalt zahlreicher Geschädigter, Jochen Resch, am Dienstag in Rostock. Das Insolvenzverfahren war vor drei Jahren eröffnet worden.

Resch vertritt nach eigenen Angaben etwa 70 Anleger. Bislang seien vier Zivilklagen eingereicht und etwa 50 bis 60 Schlichtungsverfahren eingeleitet worden, sagte der Jurist. Der Berliner Anwalt vermutet nach eigenen Worten, dass die Volkssolidarität darauf hoffe, dass sich Schadensersatzforderungen durch die Verjährung erledigen.

Für die Schlichtungsverfahren sei noch kein Termin anberaumt worden, kritisierte der Rechtsanwalt. Mit der ersten Schlichtung sei frühestens im kommenden Jahr zu rechnen. Über die vier Zivilklagen werde das Landgericht Rostock in diesem Jahr wohl nicht mehr entscheiden. Hintergrund ist ein Befangenheitsantrag der Volkssolidarität gegen das Landgericht, der derzeit in zweiter Instanz beim Oberlandesgericht Mecklenburg-Vorpommern in Rostock anhängig ist.

Der Vorstand der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern, Jürgen Fischer, sagte, für ihn sei "die sture Verschlossenheit der Volkssolidarität" am erschreckendsten. Es habe keine Entschuldigung gegeben und keinen Versuch, etwas für die Geschädigten zu machen. Dieses Verhalten sei "außerordentlich imageschädigend". Als Lehre aus dem Streit riet Fischer Menschen, die Geld anlegen oder eine Immobilie kaufen wollen, eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen.

Ingesamt soll sich der durch die Insolvenz entstandene Schaden auf neun bis zehn Millionen Euro belaufen. Einige Forderungen sind bereits verjährt. Die meisten der mehr als 1.600 Anleger sind inzwischen hochbetagt.

Fischer warnte die Geschädigten davor, sich auf das Insolvenzverfahren zu verlassen. Es sei kaum mit Geld aus dem Verfahren zu rechnen, da die Immobilien schwer veräußerbar seien. Auch die Einlösung von Grundschuldabsicherungen werde kaum Geld einbringen. Im Januar hatte die Staatsanwaltschaft in einem weiteren Strafverfahren Anklage wegen Betrugs gegen die beiden mutmaßlichen Hauptdrahtzieher der Pleite-Fonds erhoben. Die ehemaligen Geschäftsführer müssen sich vor der Wirtschaftskammer des Landgerichts Rostock wegen besonders schweren Betruges und Insolvenzverschleppung verantworten.

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Wenn Sie als Kapitalanleger Probleme haben, dann sind Resch Rechtsanwälte für Sie da.
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Referenzen

Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.
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