Erlenhofpark-Verkauf bringt SHB-IMMORENTE-Sparer in Nöte

SHB-Fondsinitiator Horst Baron

SHB-Fondsinitiator Horst Baron (57) hatte den 6.800 Gesellschaftern des SHB Innovative Fondskonzepte AG & Co. Erlenpark München-Unterhaching KG auf der Hauptgesellschafterversammlung am 7. September 2009 bereits angesichts eines SHB-Minus von 13 Millionen Euro für das zurückliegende Geschäftsjahr gesagt, dass dieser Fonds wie auch die beiden Vorgänger Business Park Stuttgart und Carree Göttingen tatsächlich nur dank der Ratensparer am Leben ist.

Zu jener Zeit hatten die SHB-Fondssparer wenigstens noch den Gewerbepark Erlenhof, bestehend aus 6 Gebäuden mit Büros, Gewerbe, Dienstleistungen und Dreisternehotel Holyday Inn als Mieter, vor Augen.

Der SHB Fonds investierte insgesamt 107 Millionen Euro in den Gewerbepark. Dazu kaufte der SHB Fonds über den Treuhänder Werner Seltmann (65) aus Pöcking (Oberbayern) und seiner Prudent Treuhand Vermögensverwaltung GmbH 95,24 Prozent Kommanditanteile an dem Besitzer des Erlenparks, der Gewerbezentrum Unterhaching Landthaler AG & Co. KG mit gleichem Sitz wie die SHB-Fondsgesellschaft im Einsteinring 28 in Aschheim bei München.

Nachdem die persönlich haftende Gesellschafterin des SHB-Fonds, die SHB Innovative Fondskonzepte AG aus dem Einsteinring 28 in Aschheim, am 26. April 2013 wegen Insolvenzeröffnung kraft Gesetzes aus dem Fonds flog und am 5. August 2013 von einer CLAXIT Verwaltungs GmbH mit einem Kapital von 25.000 Euro ersetzt wurde, setzte die Fondsverwaltung den 6.800 Kommanditisten, die seit 2006 in den SHB-Fonds Erlenpark einzahlten, die Pistole auf die Brust:

Entweder sie stimmten einem Verkauf des Erlenparks zu, oder es drohe die Insolvenz.

In der Hoffnung, wenigstens etwas von dem eingezahlten Kapital wiederzusehen, stimmte die Gesellschafterversammlung schließlich dem Verkauf zu.
 
Doch mit dem Verkauf des Erlenparks, dessen Wert laut einem aktuellen Gutachten auf lediglich 44 Millionen Euro geschätzt wurde und der gerade mal ausreicht, um einen bereits fällig gestellten Bankkredit in Höhe von 42 Millionen Euro zurückzuzahlen, bekommen die Sparer nicht nur so gut wie nichts zurück, sie verlieren damit auch ihr einziges Objekt, in das der SHB-Fonds investiert hat.

Worauf sollen die SHB-Sparer, die nun die gezeichnete Summe von knapp 80 Millionen Euro zuende auffüllen müssten, eigentlich noch sparen?

Die SgK Schutzgemeinschaft für geschädigte Kapitalanleger e.V. aus Berlin Schöneberg kritisiert:


Zitat:

Besonders problematisch ist diese Situation für die SHB Erlenhofpark Ratensparzahler in den Programmen IMMORENTE Plus (10 Prozent sofort einzahlen, 90 Prozent monatlich sparen - Anmerkung der Redaktion) und IMMORENTE (100 Prozent monatlich sparen - Anmerkung der Redaktion).

Für diese Anleger ist schon jetzt klar, dass es die Immobilie der SHB Erlenhofpark Objektgesellschaft nicht mehr geben wird. Trotzdem sollen sie noch für viele Jahre Sparraten zahlen, obwohl das ganze SHB Erlenhofpark Fondskonzept gescheitert ist.

Die Bilanzen beweisen es

Das Kommanditkapital der Anleger im SHB-Fonds ist von rund 75,5 Millionen Euro im Jahr 2009 auf rund 21,2 Millionen Euro im Jahr 2011 gesunken.

Das einzige Zielobjekt, die Gewerbezentrum Unterhaching Landthaler AG & Co. KG (Erlenhofpark-Fonds), schrieb im Jahr 2012 fast 13 Millionen Euro auf ihre Sachanlagen ab.

Die Sachanlagen des Erlenparks schrumpften von einem Wert von einstmals 71 Millionen Euro auf 55,2 Millionen Euro im Jahr 2012 und laut Gutachten vom Sommer 2013 auf 44 Millionen Euro.

Für das Jahr 2012 meldete die Gewerbezentrum Unterhaching Landthaler AG & Co. KG einen nicht durch Eigenkapital oder Vermögenseinlage gedeckten Fehlbetrag von 4,8 Millionen Euro. 2011 gab es noch keinen Fehlbetrag.

Der Wert der Kapitalanteile der Kommanditisten des SHB-Fonds in der Gewerbezentrum Unterhaching Landthaler AG & Co. KG verdampfte von rund 10 Millionen Euro im Jahr 2011 auf null Euro im Jahr 2012.

Schlimmer noch hat der SHB-Fonds dem Erlenpark-Fonds noch im Jahr 2012 zwei Millionen Euro geliehen, so dass der Kredit des SHB-Fonds an den Erlenpark-Fonds von rund 15 Millionen Euro (2011) auf rund 17 Millionen Euro (2012) gewachsen war. Und das bei einem Eigenkapital des Erlenpark-Fonds von minus 4,8 Millionen Euro im Jahr 2012.

Eine geradezu absurde Situation. Offenkundig gibt es keine Lösung. Sonst sei das Schweigen der SHB-Fondsverwaltung nicht zu erklären. Die SHB-Sparer seien in ein Anleger-Desaster gelockt worden, meint die Berliner Anlegerschutzkanzlei Resch Rechtsanwälte:

Rechtsanwaltkanzlei Resch Rechtsanwälte

Zitat:

Dabei kommen die Entwicklungen nicht wirklich überraschend. Das bereits oben geschilderte Gesamtkonstrukt des SHB Fonds Erlenhofpark war immer mit dem Risiko des Totalverlustes behaftet.

Unverantwortlich war es, wenn Vermittler ihren Kunden die Kündigung bestehender Lebensversicherungen empfohlen haben, um diese als Einmalzahlung in den SHB Erlenhofpark einzubringen.

Rente wird vorgegaukelt

Irreführend sind die Bezeichnungen IMMORENTE oder CLEVERE KOMBI.

Mit dem Begriff IMMORENTE verbindet der verständige Bürger den Begriff, dass seine Rente mit einer Immobilie abgesichert ist. Der IMMORENTE des SHB Fonds Erlenhofpark drohte immer der Totalverlust.

Auch die CLEVERE KOMBI ist eine Schummelei. Sie suggeriert, dass von dem gezeichneten Betrag nur die Hälfte eingezahlt werden muss. Die andere Hälfte werde durch Gewinne automatisch aufgefüllt werden. Hoch risikohaft - wenn nämlich die Gewinne ausfallen, würde im Falle der Insolvenz der Zeichner mit dem vollen Betrag haften und nicht nur mit seinem Eingezahlten. Aber auf diese Risiken haben die Vermittler nicht hingewiesen.


Anleger haben Vertrauen verloren

Vor diesem Hintergrund ist es nur zu verständlich, dass das Vertrauen in den SHB Fonds Erlenhofpark verloren ist. SHB-Fonds-Anleger wollen ihre Beteiligung beenden, Ratenzahlungen stoppen und möglichst viel von dem eingezahlten Geld zurück erhalten.


Die Dresdener Rechtsanwältin Kerstin Bontschev von der Anwaltskanzlei BONTSCHEV gibt folgenden Tipp, wie SHB-Kommanditisten schon vor dem erstmaligen Kündigungstermin am 31. Dezember 2022 aus dem Gesellschaftervertrag wieder herauskommen:


Zitat:

Die Widerrufsbelehrung in der Beitrittserklärung ist in einer Vielzahl der Fälle unwirksam, mit der Folge, dass die Widerrufsfrist nicht abgelaufen ist. Anlegern wird empfohlen, prüfen zu lassen, ob ein Widerruf zeitlich noch möglich ist.

Darüber hinaus sind die Anleger arglistig getäuscht worden, da dieses Beteiligungskonzept als Altersvorsorge verkauft wurde und Sicherheit versprochen wurde. Den Anlegern wurde nicht offen gelegt, dass es sich um eine unternehmerische Beteiligung handelt, mit der Folge, dass die Anleger das Insolvenzrisiko der SHB Innovative Fondkonzepte AG & Co. Erlenhofpark München - Unterhaching KG tragen und damit auch das Risiko eines Totalausfalls des investierten Kapitals.



Den SHB IMMORENTE-Sparern ist laut Prospekt aus dem Jahre 2005 eine gewinnunabhängige Ausschüttung in Höhe von 6 beziehungsweise 7 Prozent ab der Einlageleistung zugesagt worden. Zudem haben sie nach dem Gesellschaftsvertrag das Recht, zum 31. Dezember 2017 jeweils 50 Prozent ihrer Einlage zurückzufordern.

Doch erst Mal will die Bank ihre 42 Millionen haben. Dazu muss der Erlenpark verkauft werden. Wenn nicht droht die Insolvenz. Wenn ja, ist eigentlich nichts mehr da, woraus die Ausschüttungen gezahlt werden könnten, es sei denn aus den weiteren Einzahlungen der Sparer, wie schon im Jahre 2008 von Initiator Horst Baron beschrieben, der wohl rechtzeitig das Handtuch warf. Nun denn...
 
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Wenn Sie als Kapitalanleger Probleme haben, dann sind Resch Rechtsanwälte für Sie da.
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Jochen Resch mit Dr. Dr. Cay von Fournier im Interview über das Thema Exzellente Unternehmen.
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